Diese 5 Techniken steigern deine Kreativität – mit und ohne KI

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Erschienen in Mai I 2026 | Content Marketing
Level: Beginner

80 Prozent der B2B-Marketer:innen nutzen KI für ihre Inhalte. Trotzdem klagen viele über austauschbare Texte und immer dieselben Ideen (HubSpot, State of Marketing Report 2026). Der Grund ist nicht die KI, es ist die fehlende Methode davor. Wir zeigen dir fünf klassische Kreativitätstechniken plus passende Prompts, die du heute Nachmittag testen kannst.

Warum gute Prompts ohne Methode trotzdem mittelmäßig bleiben

HubSpot bringt es im State of Marketing Report 2026 auf den Punkt: Der meiste KI-Inhalt sei durchschnittlich, Leser:innen blenden ihn aus. (HubSpot, State of Marketing Report 2026) Gleichzeitig zeigt der B2B-Content-Marketing-Report 2026 des Content Marketing Institute, dass KI längst zum Pflichtwerkzeug geworden ist: 62 Prozent nutzen sie zum Brainstormen, 53 Prozent für Zusammenfassungen, 44 Prozent für erste Entwürfe. (B2B Content Marketing Trends Insights for 2026)

Das Paradox: mehr Werkzeuge, aber weniger Differenzierung. Wer „Schreib mir einen Blogartikel über E-Mail-Marketing“ in ChatGPT eingibt, bekommt zurück, was alle anderen mehr oder weniger auch bekommen. Die Lösung liegt nicht in besseren Modellen, sondern in besseren Methoden vor dem Prompt.

Die folgenden fünf Kreativitätstechniken aus den letzten 50 Jahren funktionieren genau deshalb so gut mit KI: Sie geben deinem Prompt eine Struktur, die das Modell allein nicht erfindet. Du behältst die Kontrolle über Richtung und Tonalität, die KI übernimmt das Skalieren.

1. SCAMPER macht aus einem Blogartikel sieben Inhalte

Die SCAMPER-Methode von Bob Eberle aus dem Anfang der 1970ern ist eine produktive Logik für das Wiederverwerten von Inhalten. Sie basiert auf sieben Denkimpulsen: ersetzen, kombinieren, anpassen, verändern, anders nutzen, weglassen, umkehren.

Beispiel: Nimm einen bestehenden Artikel, z.B. „10 Tipps für besseres E-Mail-Marketing“. Mit SCAMPER wird daraus eine ganze Inhalte-Woche: Ersetzen ergibt eine Podcast-Folge zum gleichen Thema. Kombinieren bringt E-Mail mit KI zu einem neuen Winkel zusammen. Anpassen überträgt die Tipps auf B2B-Software. Verändern verkürzt drei Tipps zu einem LinkedIn-Karussell. Umkehren dreht das Format um: „Diese 10 Fehler ruinieren deine Öffnungsrate.“

Dein Prompt dazu:

Du bist erfahrene:r Redakteur:in für Content-Strategie. Hier ist mein Artikel: [TEXT EINFÜGEN]. Wende die SCAMPER-Methode an und liefere für jede der sieben Stufen einen konkreten neuen Vorschlag mit Format, Plattform und einer Überschrift in maximal 200 Zeichen. Keine Floskeln, keine generischen Vorschläge.

Das funktioniert besonders gut mit Claude oder ChatGPT, weil beide bei klar strukturierten Prompts deutlich originellere Ergebnisse liefern als bei freien Aufgaben.

2. Mindmapping macht aus einem Thema einen ganzen Redaktionsplan

Tony Buzan hat in den 1970ern das Mindmapping bekannt gemacht: ein zentrales Thema in der Mitte, fünf bis sieben Hauptäste, radiale Unteräste mit Schlüsselwörtern, Farben und Symbolen. Es ist die niedrigschwelligste Methode überhaupt und es reicht ein leeres Blatt und ein Stift.

Eine Mindmap zu „E-Mail-Marketing für Online-Shops“ mit den Hauptästen Willkommens-Strecke, Warenkorb-Abbrecher, Reaktivierung, Newsletter und Bestätigungs-Mails ergibt direkt 20 Blogartikel-Ideen plus die Struktur für eine Themen-Cluster-Seite. Mindmapping ist gleichzeitig die Brücke zur Pillar-Page-Logik und damit zur SEO-Strategie.

Dein Prompt dazu:

Erstelle eine Mindmap zum Thema [THEMA] in Textform. Zentrales Thema in der Mitte, 6 Hauptäste, pro Hauptast 4–6 Unteräste. Pro Unterast: ein konkreter Artikel-Titel und eine 1-Satz-Beschreibung. Strukturiere nach Lese-Phasen der Zielgruppe: Awareness, Vergleich, Entscheidung. Markiere am Ende die 5 stärksten Ideen für eine Themen-Cluster-Seite.

Mindmapping passt vor jede Quartalsplanung. Statt mit einem leeren Redaktionskalender zu starten, hast du in 30 Minuten 20 bis 40 Themenkandidaten plus eine sortierte Hierarchie.

3. Die Heldenreise macht aus deinen Kund:innen die Hauptfigur

Joseph Campbell hat in den 1940ern in „Der Heros in tausend Gestalten“ gezeigt, dass alle großen Mythen demselben Muster folgen. Hollywood nutzt dieses Muster bis heute, von „Star Wars“ bis „Der Herr der Ringe“. Für Marketing-Texte reicht eine verkürzte Variante mit fünf Stufen: gewohnter Alltag, Ruf zum Aufbruch, Krise oder Hindernis, Wandel durch Hilfe, Rückkehr mit neuer Erkenntnis.

Der entscheidende Kniff für gute Geschichten in deinem Marketing: Nicht deine Marke ist die Heldin, sondern deine Kund:innen sind es. Du bist die Mentorin, die ihnen das Werkzeug für die Reise gibt. Ein Beispiel:

„Eine Marketing-Managerin verbringt jede Woche acht Stunden mit dem Zusammenklicken ihrer Berichte (Alltag). Die neue Geschäftsführung verlangt wöchentliche statt monatliche Auswertungen (Ruf). Sie merkt: Mit ihrem aktuellen Setup schafft sie das nicht (Krise). Sie automatisiert ihre Berichte mit einer einfachen Datenanbindung (Wandel) und gewinnt damit Zeit für die strategischen Aufgaben, die sie eigentlich machen will (Rückkehr).“

Dein Prompt dazu:

Schreibe eine Heldenreise-Geschichte zum Thema [THEMA / FALL] in fünf Absätzen mit den Stufen Alltag, Ruf, Krise, Wandel, Rückkehr. Wichtig: Die Hauptfigur ist eine konkrete Kund:in mit Beruf, Pain Point und Wunsch – nicht meine Marke. Meine Marke taucht nur als Mentor:in oder Werkzeug im Wandel auf. Maximal 250 Wörter, konkrete Details statt Allgemeinplätzen, ein klarer Konflikt im Krisenabschnitt.

Die Methode passt für LinkedIn-Beiträge, Newsletter-Einleitungen, Fallstudien und Landingpage-Texte. Sie zwingt dich dazu, einen echten Konflikt zu benennen – das, was die meisten Marketing-Texte schlicht überspringen.

4. Die Six Thinking Hats machen aus 1 Idee 6 Perspektiven

Edward de Bono hat 1985 die „Six Thinking Hats“ entwickelt. Die sechs Hüte stehen bildlich für sechs unterschiedliche Denkmodi: Weiß für Daten, Rot für Emotion, Schwarz für Risiken, Gelb für Chancen, Grün für neue Ideen, Blau für Moderation.

Im Team funktioniert das in Präsenz mit echten Hüten. Allein vor dem Bildschirm funktioniert es noch besser mit KI als Sparringspartner. Du legst einen ersten Aufhänger vor und lässt die KI sechs Perspektiven einnehmen.

Dein Prompt dazu:

Ich habe folgenden LinkedIn-Aufhänger geschrieben: [TEXT]. Bewerte ihn aus den sechs Perspektiven der Thinking Hats von Edward de Bono. Weiß: Welche Daten würden ihn stärken? Rot: Welche Emotion löst er aus? Schwarz: Welche Schwächen oder Risiken hat er? Gelb: Welche Chance steckt drin? Grün: Drei alternative Aufhänger, die radikal anders sind. Blau: Welche Variante würdest du empfehlen und warum?

Das ersetzt keine echte Team-Bewertung, aber es deckt blinde Flecken auf, bevor der Beitrag online geht.

5. Crazy 8s zwingen dich zu Quantität in 8 Minuten

Aus dem Google Design Sprint stammt eine der schnellsten Methoden gegen Denkblockaden: 8 Skizzen in 8 Minuten auf einem gefalteten A4-Blatt. Acht Aufhänger-Varianten, acht Überschriften, acht Beitrags-Formate – egal was, hauptsache Quantität.

Crazy 8s sind das Gegenmittel gegen die „erste Idee gewinnt“-Falle. Die ersten drei Vorschläge sind meistens austauschbar, ab Idee fünf wird es interessant.

Dein Prompt dazu:

Generiere 8 grundlegend unterschiedliche Aufhänger für einen Artikel zum Thema [THEMA]. Variiere bewusst: 1 Frage, 1 Statistik, 1 unbequeme These, 1 Geschichte, 1 Liste, 1 Zitat, 1 Anleitungs-Versprechen, 1 unbequeme Wahrheit. Maximal 200 Zeichen pro Aufhänger. Keine Hashtags, keine Emojis. Markiere am Ende, welche drei du selbst am stärksten findest und warum.

Das letzte Detail, die KI selbst eine Empfehlung treffen lassen, beschleunigt deinen Auswahlprozess deutlich.

Was du dir nach diesem Artikel mitnehmen solltest

Co-Creation funktioniert nicht, wenn die KI auch noch die Methode liefern soll. Sie funktioniert, wenn du die Methode beherrschst und die KI sie skaliert. Nutze Werkzeuge, die seit Jahrzehnten in der Werbung, im Design und im Coaching erprobt sind.

Such dir eine Technik aus, die dein größtes aktuelles Problem löst. Wenn dir Ideen fehlen: Crazy 8s oder Mindmapping. Wenn dein Inhalt austauschbar wirkt: Die Heldenreise. Wenn du zu wenig aus bestehendem Material rausholst: SCAMPER. Wenn du allein vor dem Entwurf sitzt und niemanden zum Gegenlesen hast: Six Hats.

Du möchtest noch tiefer ins Thema einsteigen? Dann besuche unser Seminar Creative Thinking im Advertising oder Kreativitätstechniken im Online-Marketing.

 

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Dieser Artikel wurde KI-unterstützt erstellt und durch menschliche Fachkenntnis überarbeitet und optimiert.

Quellen:

HubSpot, State of Marketing Report 2026

Content Marketing Institute

Search Engine Land

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