Google Ads 2026 – Die häufigsten Budgetkiller im E-Commerce
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Level: Beginner
Deine Google-Ads-Zahlen sehen gut aus: ROAS im Ziel, Conversions steigen, im Dashboard alles grün. Trotzdem bleibt eine entscheidende Frage offen: Kaufst du wirklich Wachstum ein? Oder bezahlst du nur dafür, dass bestehende Kund:innen wieder kaufen, obwohl sie das ohnehin getan hätten?
Der Unterschied zwischen Wachstum und Retention ist ein blinder Fleck in vielen Google Ads E-Commerce-Setups. Besonders anfällig dafür sind Performance Max-Kampagnen (PMax), denn Google sucht sich hier automatisch die einfachsten Conversions, also Brand-Suchen und Retargeting-Signale. Für dich fühlt sich das nach Erfolg an, bringt dir aber kaum neue Kundinnen und Kunden ins System. Am Ende zahlst du für Klicks von Personen, die sowieso bei dir gekauft hätten.
In diesem Artikel schauen wir uns die kritischsten Fehler an. Wir zeigen dir, wie du sie erkennst und was du konkret an deinen Kampagnen, deinem Feed und deiner Landingpages drehen kannst.
Retention = bezeichnet im Marketing die Wiederansprache und Bindung bestehender Kund:innen. Im Google-Ads-Kontext bedeutet das häufig, dass Kampagnen vor allem Personen erreichen, die deine Marke bereits kennen oder schon einmal bei dir gekauft haben, statt neue Kund:innen zu gewinnen.
1. Performance Max: Warum gute Ergebnisse oft trügerisch sind
Viele Unternehmen starten mit PMax-Kampagnen. Sie sind intuitiv einzurichten und decken gleich mehrere Kanäle ab. Zu Beginn läuft es super: der ROAS liegt im Rahmen und die Umsätze steigen. Das Problem, das viele übersehen: PMax sucht sich immer den einfachsten Weg. Es werden vermehrt Nutzer:innen targetiert, die deine Marke schon kennen, etwa über Brand-Begriffe oder Retargeting. Im Endeffekt zahlst du also für Nachfrage, die ohnehin schon über andere Kanäle (z. B. SEO, Social Media, Stammkundschaft etc.) vorhanden war.
Was kannst du tun, um diese Retention-Falle zu meiden?
- Richte mindestens eine Kampagne ein, die ausschließlich neue Kundschaft anspricht. Die Option findest du in den Kampagneneinstellungen unter Kundenakquisition. Hier kannst du entweder das Gebot für Neukunden anpassen, oder einstellen, dass die Kampagne nur Neukunden ansprechen soll.
- Schließe Brand-Begriffe aus.
- Ergänze deine PMax-Kampagnen um klassische Search-Kampagnen und buche non-brand, kaufnahe Keywords ein. Schließe Brand-Begriffe über die Markenlisten in den Kampagneneinstellungen aus.
2. Google Analytics 4 zeigt dir, ob du wirklich neue Kundschaft gewinnst
In Google Analytics 4 (GA4) hast du deutlich mehr Möglichkeiten, festzustellen, ob du neue Kundinnen und Kunden generierst oder lediglich Bestandskunden ansprichst, als direkt in Google Ads.
Wichtig: Hierzu musst du du das automatische Google Ads Tracking in GA4 anlegen. Dazu sind 2 Schritte nötig:
- Hinterlege in GA4 unter Verwaltung > Property-Einstellungen > Produktverknüpfungen > Google Ads-Verknüpfungen dein Google Ads-Konto.
- Aktiviere das automatische Tagging in Google Ads. Dazu gehst du in deinem Ads-Konto in die Verwaltung > Kontoeinstellungen und setzt bei Automatisches Tagging den Haken.
Mit den folgenden Berichten und Einstellungen erhältst du wertvolle Insights zur Herkunft deiner Websitebesucher:innen:
- Neue vs. Wiederkehrende Nutzer: In den Akquisitionsberichten siehst du, ob Google Ads neue Nutzer bringt oder vor allem die Stammkundschaft bedient. Begib dich dazu in den Bereich Akquisition > Nutzergewinnung. Wähle als erste Dimension „Erste Nutzerinteraktion: Quelle/Medium“ und filtere nach „google / cpc“. Wähle anschließend als weitere Dimension „Ereignisname“. Beim Ereignis „first_visit“ siehst du, wie viel Prozent der Nutzer deine Seite im Attributionszeitraum zum ersten Mal besuchen.

- Conversion-Pfade: Unter Werbung > Attribution > Attributionspfade erkennst du, ob Google Ads vermehrt im oberen, mittleren oder unteren Teil des Sales Funnels steht.

- Kampagnen-Bericht: Segmentiere im Bericht unter Berichte > Akquisition > Nutzergewinnung nach Quelle/Medium und Kampagne und filtere nach google /cpc, um Informationen über einzelne Kampagnen zu erhalten.
Pro Tipp: Erstelle eine explorative Datenanalyse mit „Neue Nutzer“ sowie „Wiederkehrende Nutzer“ als Metrik und „Sitzung – Kampagne“ als Dimension. Füge außerdem einen Filter hinzu, um nur Kampagnen aus der Google Suche anzusehen (bei uns steht z. B. „sea“ immer im Kampagnenname). So kannst du für einzelne Kampagnen neue und wiederkehrende Nutzer vergleichen. Exportiere diesen Report monatlich und vergleiche ihn mit den Vormonaten. Wenn der Anteil neuer Nutzer:innen sinkt, während das Budget steigt, hast du ein Retention-Problem – auch wenn der ROAS gut aussieht.
3. PMax ist keine Blackbox, wenn du die richtigen Reports kennst
PMax-Kampagnen verleiten dazu, sie einmal aufzusetzen und danach nie wieder anzufassen. In vielen Accounts ist PMax aber der wichtigste Kampagnentyp und sorgt inzwischen für einen großen Teil der Conversions. Du solltest sie deswegen nicht einfach blind weiterlaufen lassen, sondern in regelmäßigen Abständen überprüfen.
Folgende Bereiche solltest du dir jede Woche ansehen:
- Asset-Group-Reporting: Sieh dir an, welche Asset-Gruppen wirklich Conversions liefern und welche nur Budget verbrennen. Klicke dazu im Bereich Kampagnen eine PMax-Kampagne an. Du gelangst direkt in die Übersicht der Asset-Gruppen. Dort kannst du dir beispielsweise die Conversionanzahl oder die Kosten pro Conversion ansehen, um zu evaluieren, welche Asset-Gruppen den ROAS decken und welche nicht.
- Suchbegriffe: Im Bericht Statistiken und Berichte > Suchbegriffe erkennst du, zu welchen Themen und Suchintentionen deine PMax-Kampagnen ausgespielt werden. Ein hoher Anteil an Brand-Begriffen ist ein klarer Hinweis, dass du eher Bestandskundinnen und -kunden ansprichst, statt neue Kundschaft.

- Ad-Platzierungen: Im Bereich Statistiken und Berichte > Wann und wo Anzeigen ausgeliefert wurden > Wo Anzeigen ausgeliefert wurden siehst du, wie sich dein PMax-Budget auf Search, Shopping, Display, YouTube und andere Inventare verteilt. Wenn der Großteil auf Display/YouTube landet, du aber eigentlich kaufnahen Traffic willst, musst du deine Strategie nachschärfen.
4. Der Produkt-Feed wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor
Dein Produkt-Feed ist die Grundlage für Shopping- und PMax-Kampagnen und ein unterschätztes Optimierungsfeld im E-Commerce. Schlechte Titel, fehlende Attribute oder falsche Kategorien begrenzen direkt, wie oft und bei welchen Suchanfragen deine Produkte ausgespielt werden.
Achte auf folgende Punkte:
- Nutze KI-Tools wie ChatGPT, um deine Produkttitel aufzuwerten: Kontext, wichtige Attribute und relevante Suchbegriffe rein, suchintention-optimierte Titel raus.
- Nutze Feed-Tools wie Channel Pilot Pro oder Channable, um deine Optimierung regelbasiert und KI-gestützt zu skalieren.
Warum wird die Feed-Qualität immer wichtiger?
Neue KI-Features bei Google (z. B. KI-gestützte Produktempfehlungen in PMax oder Business-Agent-Funktionen) greifen allesamt auf deine Merchant-Center-Daten zu. Hinzu kommt, dass GenAI-Assistenten heute schon spürbar mehr Traffic zu Retail-Websites senden – Tendenz steigend. Ist dein Produkt-Feed nicht gut gepflegt, wirst du von diesen Systemen schlechter gefunden.
Beachte: Künstliche Intelligenz kann keine schlechten Stammdaten „heilen“. Wenn deine Basisdaten fehlerhaft oder unvollständig sind, limitiert das deine Sichtbarkeit, egal wie clever deine Optimierungsschichten darüber sind.
5. Warum schlechte Landingpages gute Kampagnen ausbremsen
Optimierung hört nicht im Google-Ads-Konto auf. Wenn deine Landingpages schlecht sind, bringen dir die besten Anzeigen nichts. Personen, die z. B. nach „Geschirrspüler leise freistehend A++“ suchen, haben eine sehr konkrete Kaufabsicht, kennen aber deine Marke vielleicht nicht. Eine generische Produktseite ohne starke Verkaufssignale und klare Antwort auf die Frage „Warum soll ich bei dieser Marke kaufen?“ verschenkt enorm viel Potenzial.
Erstelle bessere Landingpages für Google Traffic:
- Baue Vertrauen auf: Kundengeschichten, Advertorials und eine erklärende Landingpage, vor allem bei einem erklärungsbedürftigen Produkt oder einer wenig bekannten Marke.
- Platziere (zumindest ein paar) Trust-Signale above the Fold: Bewertungen, Gütesiegel, Retourenbedingungen oder Lieferzeiten.
- Passe die Seite dem Suchintent an: Upper-Funnel-Keywords brauchen andere Seiten als stark kaufnahe Begriffe.
Praxistipp: Liste deine wichtigsten Conversion-Keywords und die dazugehörigen Landingpages auf. Frage dich ehrlich: „Wenn ich dieses Keyword gegoogelt hätte, schlägt mein Ergebnis die anderen drei Ergebnisse, die gemeinsam mit meiner Anzeige auftauchen?“. Nutze KI um Vergleiche anzustellen und herauszufinden, an welchen Stellen du deine Landingpage noch verbessern musst.
6. Die unsichtbaren Fehler, die Google Ads heimlich teuer machen
Viele Probleme im Google-Ads-Account sind keine „Strategiefehler“, sondern operative Stolpersteine. Beispiele:
- Zahlungsunterbrechungen: Abgelaufenen Karten, fehlgeschlagene Abbuchungen oder Wechsel der Zahlungsmethode können Kampagnen ohne Vorwarnung stoppen. Smart Bidding verliert dadurch Daten, braucht danach eine neue Lernphase und der eigentliche Schaden entsteht in den Wochen nach der Unterbrechung. Stelle die Zahlungen sicher.
- Tracking- und Feed-Fehler: Kaputte Conversion-Events oder ein fehlerhafter Feed lassen deine Kampagnen „blind“ laufen oder Produkte aus Shopping und PMax verschwinden. Die Performance sinkt dann schleichend. Das wird gerne fälschlicherweise auf Saisonalität geschoben.
Sinnvolle Sicherheitsnetze, mit denen du operative Fehler verhindern kannst:
- Automatisierte Alerts (z.B. über Google Ads Scripts oder Regeln) für:
- Conversion-Rückgang > 30% Woche-zu-Woche
- CTR-Einbruch > 25%
- Zahlungs- oder Konto-Probleme
- Wöchentliches Feed-Audit im Merchant Center (Diagnose-Tab) für abgelehnte Produkte, Richtlinienverstöße und fehlende Attribute.
- Klar definierte Verantwortlichkeit für die „Account-Gesundheit“ zwischen den Reporting-Terminen.
Eine halbe Stunde für saubere Alert-Regeln spart dir im Notfall viele tausend Euro Medienbudget.
7. Warum zu viele Kampagnen deinem Algorithmus schaden
In vielen Unternehmen werden Google Ads extrem fein segmentiert: viele Kampagnen, viele Anzeigengruppen, viele Budgets. Das gibt ein Gefühl von Kontrolle, nimmt dem Machine Learning aber genau das, was es braucht: Datenvolumen.
Halte dich an folgende Prinzipien:
- Konsolidierung statt Übersegmentierung: Bündle ähnliche Produktbereiche lieber in einer Kampagne, damit genügend Conversions pro Einheit zusammenkommen. Studien zeigen, dass automatisierte Kampagnen wie PMax für stabile Performance mindestens 30 bis 60 Conversions pro Monat brauchen.
- Gib deinen Kampagnen zu Beginn ausreichend Budget, damit sie die Lernphase zügig durchlaufen und der Algorithmus nicht permanent „im Lernen“ hängen bleibt.
- Definiere für jede Kampagne klare, einzelne Ziele, statt mehrere Ziele gleichzeitig zu verfolgen.
Ein Klassiker beim Bidding: „Max Conversion Value“ ohne ROAS-Ziel. Das liefert dir zwar viele Conversions, diese sind aber nicht zwingend profitabel. Hier findest du einen sinnvollen Ablauf für deine Bidding-Strategie:
- Starte mit „Max Conversion Value“ ohne Ziel, sammle über mehrere Wochen verlässliche Daten.
- Setze dann ein ROAS-Ziel ein, das leicht unter dem realisierten Wert liegt, um dem Algorithmus Luft zu lassen.
- Erhöhe das Ziel bei Bedarf schrittweise alle paar Wochen (nicht in einem großen Sprung).
8. Google Ads verändert sich: Der Fokus liegt nicht mehr auf Keywords
Google entwickelt sich weg vom „Keyword = Auslöser“-Modell hin zu einem System, das auf vielen Signalen gleichzeitig basiert. Keyword, Nutzerhistorie, Gerät, Standort und Verhalten fließen in eine Prognose ein: Ist diese Person die Werbekosten gerade wert?
Das hat Konsequenzen:
- Audience-Signale in PMax sind einer der wichtigsten Wegweiser für den Algorithmus.
- First-Party-Daten, z.B. CRM-Segmente oder Newsletter-Abonnent:innen, werden zum Wettbewerbsvorteil, weil sie bei der Mustererkennung helfen.
- Die klassische Keyword-Recherche verschiebt sich weg von langen Listen, hin zu Intent-Clusters, die dem System den richtigen Kontext geben.
Wenn du Google Ads noch primär mit Keyword-Listen und manuellen Gebotsanpassungen steuerst, arbeitest du mit einem Modell, das Google selbst zunehmend hinter sich lässt.
Checkliste: Das kannst du noch heute konkret tun, um sicherzustellen, dass deine Google Ads nicht unnötig Budget verschwenden:
- Eine separate Neukunden-Kampagne mit „Neue Kund:innen“-Ziel anlegen und Budget zuweisen.
- In GA4 einen Report für „Neue Nutzer:innen“ pro Kampagne erstellen und Monat-zu-Monat vergleichen.
- PMax-Insights (Suchbegriffe, Placements) prüfen und Brand-Anteil sowie Kanal-Mix hinterfragen.
- Deinen Produkt-Feed auf Titel, Kategorien und fehlende Pflichtattribute checken – und für eine Produktgruppe testweise mit KI-optimierten Titeln arbeiten.
- Mindestens drei automatische Alerts für Conversions, CTR und Zahlungsprobleme einrichten.
All diese Maßnahmen erfordern keinen kompletten Strategiewechsel – nur die Bereitschaft, genauer hinzusehen und Google anders zu behandeln als Meta.
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Dieser Artikel wurde KI-unterstützt erstellt und durch menschliche Fachkenntnis überarbeitet und optimiert.
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