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Cookies: Definitionen, Einsatzgebiete und Unterschiede zwischen First- und Third Party Cookies

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Was Cookies eigentlich sind und welche Funktionen sie auf einer Website ausf√ľhren, sind im Zuge der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)¬†sicherlich wichtige Fragestellungen. Aber auch abseits rechtlicher Thematiken ist sind Cookies von gro√üer Bedeutung: Sie stellen h√§ufig einen der wesentlichen Faktoren f√ľr die Funktion von Webseiten dar.

Wozu braucht man Cookies im Online Marketing?

Warum werden Cookies benötigt?

Das HTTP-Protokoll als Basis der Kommunikation zwischen Webserver und Browser ist ein zustandsloses Protokoll. Zustandslos bedeutet, dass das HTTP-Protokoll mehrere Anfragen eines Nutzers (um genau zu sein, eines Browsers,) wie voneinander unabhängige Anfragen sieht.

Das heißt, wenn Ihr zum Beispiel mit Eurem Browser auf unsere Seite geht, sendet der Browser (Client) eine Anfrage an den Server (bei uns Apache Web Server). Unser Server antwortet jetzt Eurem Browser und sendet erst einen Statuscode. Zum Beispiel 200, wenn alles in Ordnung ist oder einen 404 HTTP Statuscode, wenn die Seite nicht gefunden wurde. Das ist schon einmal in der technischen SEO wichtig zu analysieren.

Aber bei der n√§chsten Anfrage des Browser auf unseren Server, hat Euch unser Server schon wieder „vergessen“. Deswegen werden als einer der wesentlichen Online-Technologien Cookies ben√∂tigt.

 

Was-Sind-Cookies-1-1

Was können Cookies leisten?

Den Anwendungsbereich von Cookies im Bereich Online Marketing können wir in vier verschiedene Gruppen unterteilen:

Cookies, um die Funktion einer Website sicherzustellen: Cookies, in diesem Fall First Party Cookies, werden dazu benötigt, um wesentliche Funktionen Eurer Website sicherzustellen. Dazu gehören zum Beispiel

  • das Ihr nach einem erfolgten Login bei sp√§teren Sitzungen auf der gleichen Website wiedererkannt werdet
  • Cookies stellen sicher, das Ihr innerhalb einer Sitzung, Produkte in einen Warenkorb legen k√∂nnt und Eure Transaktion nicht „vergessen“ wird.
  • Cookies stellen sicher, das Eure Seite f√ľr einen Nutzer konsistent aussieht

Trackingcookies: Trackingcookies stellen sicher, dass Unternehmen √ľber Tools, wie Google Analytics, Matomo (Piwik), aber auch Optimierungstools wie Visual Website Optimizer oder Google Optimize Nutzerverhalten Webseiten analysieren k√∂nnen. Das Ziel dieser Trackingcookies ist somit die Webanalyse oder das A/B-Testen, um Kampagnen oder die Nutzererfahrung zu optimieren. In der Google-Welt findet Ihr im wesentlichen diese Trackingcookies.

  • Google Analytics Tracking Cookie (First Party Cookie)
  • Google Ads Conversion Cookie (Third Party Cookie)

Werbe-Cookies: Werbecookies sind in der Regel Third Party Cookies und dienen dazu Nutzer √ľber verschiedene Webseiten hinweg zu identifizieren,¬†mit dem Ziel relevante Werbung auszuliefern. So bekommt Ihr zum Beispiel einige Werbecookies aus der Google Welt, wenn Ihr zu uns auf die Seite geht. F√ľr die verschiedenen Services verwendet Google Cookies mit Namen, wie zum Beispiel ein „AID Cookie“ „DSID Cookie“ oder ein „TAID“ Cookie. Diese Cookies dienen Google dazu Nutzer im eingeloggten Zustand √ľber mehrere Webseiten und Devices hinweg zu protokollieren.

Selber integriert Ihr diese Cookies auf Eurer Website, in dem Ihr Dienste wie Doubleclick oder Google Ads Conversion Tracking verwendet. Viele Unternehmen versuchen Nutzer, die schon einmal auf Ihrer Seite waren, später auf anderen Plattformen wieder anzusprechen. Das Stichwort hierzu ist Retargeting bzw. Remarketing. Die bekanntesten Anbieter sind hier Criteo und Google. Ein paar Cookies, die Ihr wahrscheinlich oft in Eurem Browser findet. Über den Chrome könnt Ihr Euch das direkt auf jeder Seite ansehen.

Wie kann man sich Cookies im Chrome und Firefox anzeigen lassen?

Im Chrome ruft Ihr eine Seite auf und klickt dann neben der URL auf das Symbol (bei einer sicheren Seite das Schlosssymbol). Im Bild unten könnt Ihr zum Beispiel das Doubleclick Tracking Cookie sehen. Weiterhin seht ihr das dieses Cookie eine Laufzeit von ungefähr 4 Tagen hat. Im Gegensatz dazu hat das Google Analytics Tracking Cookie in der Standarddefinition eine Laufzeit von 24 Monaten.

  • Google Analytics Tracking Cookie (First Party Cookie)
  • Google AdWords Conversion Cookie (googleadservcices.com)
  • DoubleClick Cookie (doubleclick.net)
  • Criteo Retargeting Cookie (criteo.com)

Hier könnt Ihr im Chrome Browser gesetzte First- und Third Party Cookies analysieren

Hier findet Ihr noch einmal genauere Beschreibungen, wie Ihr Euch im Chrome und im Firefox Cookies anzeigen lassen könnt.

 

Social Media Cookies: In einer weiteren Kategorie findet Ihr (Third Party) Cookies von Social Media Plattformen. Und zwar immer dann, wenn Ihr Dienste von Social Media Plattformen auf Eurer Seite verwendet. Hier findet Ihr m√∂gliche Pluigins f√ľr Eure Website von Facebook, Google+, Twitter, Xing oder Linkedin. Beispiele f√ľr solche Funktionen sind:

  • Login-Services wie von Facebook, Google+ oder auch von Twitter, Linkedin oder sogar von Yahoo
  • Save, Likes und Share Buttons, Google+Sharing ertc.
  • Send Buttons von Facebook & Co.

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Warum sollte man sich mit Cookies beschäftigen?

Die Analyse der Cookies kann aus zwei unterschiedlichen Perspektiven interessant sein. Zum einen aus einer privaten Perspektive, um zu √ľberpr√ľfen, welche Daten eigentlich in Eurem Browser hinterlegt sind. Wer hier mal verstehen will, welches Verst√§ndnis Google von einem hat, dem empfehle ich mal die Google Anzeigenvorgaben aufzurufen. Diese Daten verwendet zum Beispiel Google Analytics, um demographische Daten zur Verf√ľgung zu stellen. Hier seht Ihr mal welche Einordnung Google zu Euch und Euren Interessen hat. Wer vielleicht mal eine gesamte √úberpr√ľfung seiner Cookies machen m√∂chte, dem empfehle ich die folgende Seite. Hier werden alle Cookies protokolliert, die das Tool „YourOnlineChoice“ auf Euren Browser findet.

Google Anzeigenvorgaben zur √úberpr√ľfung der durch Google gespeicherten Daten

Analyse von Cookies im geschäftlichen Umfeld

Gerade im Zuge der Diskussion um die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist die Besch√§ftigung mit den eingesetzten Website-, Tracking-, Werbe- und Social-Media-Trackingtechnologien, die ja zum Gro√üteil √ľber Cookies funktionieren, essentiell. Aber auch, abseits rechtlicher¬†Aspekte muss sich jeder Online Marketer, mit der Grundfunktionsweise von Cookies und dem Einsatz von Cookies (Marketingtechnologien auf der eigene Seite auseinandersetzen). Dabei k√∂nnen Tools, wie zum Beispiel ghostery¬† helfen den Status Quo auf der eigenen Seite zu analysieren. Hier seht Ihr mal ein Beispiel und eine √úbersicht, der von uns eingesetzten Tracking- und Werbetechnologien mit ghostery.

Online bzw. Digital Marketing Technolgien mit ghostery √ľberpr√ľfen

 

Deutlich detaillierter k√∂nnen Analysen mit dem builtwith Technology Profiler gemacht werden. Das hat deswegen inzwischen eine so hohe Bedeutung, da wir ja f√ľr eine DSGVO-konforme Nutzung von Werbe- und Trackingtechnologien zum Teil die Zustimmung des Nutzers ben√∂tigen. Um aber zu √ľberpr√ľfen, zu welchen Tools (Cookies) ihr gegebenenfalls eine DSGVO-Strategie ben√∂tigt, helfen Euch diese zwei genannten Tools. Eine sp√§tere Umsetzung k√∂nnte dann zum Beispiel aussehen, wie hier bei Phillips:

Datenschutz im Online Marketing DSGVO Cookie Zustimmung durch den Nutzer. Ein Beispiel f√ľr die Umsetzung bei Phillips

Ein weiterer Einsatz dieser Tools liegt aber auch darin eine Migration Eurer Marketingtags in den Tools, wie dem Google Tag Manager, vorzubereiten.

 

Verschiedene Cookie-Formen

Session-Cookie

Ein Session-Cookie hat nur ein kurzes Leben. Wird die Session beendet Рdurch längere Untätigkeit oder das Schließen des Browsers Рwird er gelöscht.

Cookies

Sollen Informationen √ľber einen l√§ngeren Zeitraum gespeichert werden und dem User das erneute Eingeben auch √ľber Tage und Wochen ersparen, wird ein Persistent Cookie ben√∂tigt.

Persistent oder auch Permanent Cookies

Wird beim Einloggen – zum Beispiel in das WordPress-Backend – ein Haken bei ‚ÄěRemember me‚Äú gesetzt, wird ein Persistent Cookie angelegt. Er wird nicht gel√∂scht, wenn der Browser geschlossen wird, sondern bleibt so lange gespeichert, bis er durch manuelles L√∂schen √ľber den Browser verschwindet.

Persistent Cookies sind auch die Cookie-Form, die zum Speichern von einfachen Einstellungen Рzum Beispiel in Web-Apps Рverwendet werden kann. Dort, wo es möglich ist, sollten Einstellungen aber in echten Nutzerprofilen innerhalb einer Datenbank gespeichert werden. Denn wie bereits gesagt: Durch das Löschen der Browserdaten wird Рje nach Einstellung Рauch ein Persistent Cookie ins digitale Nirvana geschickt.

Persistent Cookies können auch auf andere Weisen eingesetzt werden. So auch, um bei einem A/B-Test bereits beim ersten Besuch die Variante festzulegen, die dem einzelnen Besucher fortan angezeigt werden soll.

Was ist der Unterschied zwischen First und Third Party Cookies?

First Party Cookies

Jedes Cookie hat eine zugeordnete Domain. Wenn Ihr zum Beispiel auf unsere Seite geht und Ihr bekommt ein Cookie mit der Domain 121watt.de gesetzt dann ist dieses ein First Party Cookie, da ihr ja selber auf der 121WATT seid. First Party Cookies brauchen Webseitenbetreiber, um zum Beispiel wiederkehrende Nutzer zu erkennen. Ansonsten m√ľsstet Ihr euch jedesmal wieder einloggen. Als Test k√∂nnt Ihr zum Beispiel, mal auf Facebook gehen. Dann sucht Ihr im Chrome Browser nach den facebook.com Cookies. Ihr sucht nach dem c_user Cookie und l√∂scht dieses mal. Im n√§chsten Schritt ladet Ihr die Seite neu. Ihr werdet merken, dass Ihr euch jetzt mit Eurem Passwort neu bei Facebook anmelden m√ľsst. Hier einmal, wie das Facebook First Party Cookie aussieht und wie Ihr das l√∂schen k√∂nnt.

Facebook First Party Cookie im Google Chrome Browser löschen

Die meisten Werbecookies sind Third Party Cookies, Cookies wie das von Google Analytics (_ga), Matomo – Piwik (_pk_id) oder Webtrends sind First Party Cookies. Der Vorteil der First Party Cookies ist, dass diese wesentlich seltener von Nutzern gel√∂scht werden, da sich ja Nutzer zum Beispiel nach dem L√∂schen von First Party Cookies, wieder neu bei Facebook, Google, Zalando etc. einloggen m√ľssen. Ganz anders ist das bei den sogenannten Third-Party Cookies.

Third-Party-Cookies

Diese Form des Cookies wird im Online Marketing h√§ufig¬†eingesetzt. Mit einem Third-Party-Cookie ist es m√∂glich, Informationen √ľber das Surfverhalten einer Person zu sammeln. Diese Informationen k√∂nnen dann zur Auslieferung relevanter Werbemittel oder ihrer Erfolgsbestimmung ausgewertet werden. Das Wort „Party“ in „Third-Party-Cookie“ bezieht sich auf die Domain, die den Cookie setzt. Wenn du eine Website besuchst und diese Website einen Cookie setzt, dann ist das ein First-Party-Cookie. Third-Party-Cookies werden auf einer Domain durch eine andere Domain gesetzt. Neben dem Besucher selbst und der besuchten Website ist also deine dritte Instanz im Spiel.

Google Ads zum Beispiel verwendet Third-Party-Cookies, um die Conversion Rate auszuwerten.

Wie das alles funktioniert? Nehmen wir an, auf deiner Website wird die Anzeige von einem bestimmten AdServer angezeigt. Ein Besucher ruft nun deine Website auf und danach eine weitere Website, auf der ebenfalls eine Anzeige von diesem AdServer eingeblendet wird. Durch den Third-Party-Cookie auf dem Endger√§t des Besuchers kann sein Weg zur√ľckverfolgt werden. Anhand dieser Information k√∂nnen ihm dann f√ľr ihn relevante Werbemittel angezeigt werden.

Da aber Third-Party-Cookies insbesondere zu Werbezwecken gesetzt werden gibt es viele Nutzer, die Ihre Cookies löschen oder gar nicht erst zulassen. Viele Browser löschen Third Party Cookies beim Beenden einer Browsersitzung. Apple bzw. Safari setzt technologisch ein Konzept um, das sich Intelligent Tracking Prevention nennt.

Was ist Intelligent Tracking Prevention?

Das neue Konzept, das bei Apple ab Safari Version 11 vorhanden ist, wurde am 20. April diesen Jahren in einer ITP 1.0 Version gelauncht und steht jetzt seit 4.Juni 2018 mit einigen Neuerungen in einer Version ITP 2.0 zur Verf√ľgung. Das Ziel, das sich Apple hier auf die Fahne geschrieben hat, ist nach eigenen Aussagen, Nutzer vor der Datensammlung durch Unternehmen besser zu sch√ľtzen.

Zum Hintergrund: Wir nehmen mal an, ein Nutzer war auf der beispiel-angebot.de und sp√§ter auf der beispiel-zeitung.com. Beide Seiten laden Ressourcen von der beispiel-tracker.de Seite und die beispiel-tracker.de hat ein „Third Party Cookie“ bei Euch im Browser abgelegt. Dann wei√ü in diesem Fall die beispiel-tracker.de, das Ihr auf beiden Webseiten wart, was Ihr auf diesen Seiten gemacht habt, was Ihr f√ľr einen Browser verwendet habt etc. Dieses Konzept nennt man Cross-Site-Tracking. Hier seht Ihr mal mein Criteo Tracking Cookie als Beispiel. In diesem Fall zeige ich Euch mein Criteo ReTargeting Cookie nach einem Besuch auf der Immobilienscout.de und auf der rp-online.de (Rheinische Post). √úber die UID, also meine Nutzerkennung, wei√ü jetzt Criteo, auf welchen Seiten ich war, welche Produkte ich mir angesehen habe und kann damit zielgerichteter Werbung von seinen Werbekunden ausspielen.

Cross Site Tracking mit einem Third Party Cookie vom Retargeting Anbieter Criteo

 

Cross Site Tracking Cookie von Criteo auf der rp-online.de

Mehr dazu findet Ihr hier und hier und hier. 

Das solltest du lieber nicht mit Cookies machen

Große Mengen an Daten speichern

Ein Cookie ist nicht daf√ľr gedacht, viele Informationen bei sich zu behalten. Ein Cookie ist keine Datenbank. Das wird schon dadurch deutlich, dass es ein Limit von zirka 4 Kilobyte gibt, das nicht √ľberschritten werden kann. Es geht also gar nicht.

Wenn Ihr gr√∂√üere Datenmengen speichern m√ľsst, dann w√§hlt besser den Weg √ľber Local Storage beziehungsweise Datenbanken.

Komplexe Einstellungen in einem Cookie speichern

Wenn Ihr den Benutzern Eurer Website anbieten m√∂chtet, Einstellungen zu speichern – zum Beispiel bei einer Web-App – dann sind Cookies keine gute Wahl. Selbst wenn Ihr mit Persistent Cookies arbeitet, besteht immer das Risiko, dass durch das L√∂schen der Cookies im Browser alle Einstellungen verloren gehen. Und mit den Einstellungen geht auch die User-Experience fl√∂ten. Denn nun m√ľssen sie erneut vorgenommen werden.

Kein gutes Ergebnis. Nutzt auch hier lieber eine Datenbank.

Daten in einem Cookie speichern, die f√ľr die Funktion der Website unabdingbar sind

Wenn es Daten gibt, die Ihr speichern m√ľsst, damit Eure Website √ľberhaupt erst funktioniert, dann w√§hlt dazu lieber nicht den Weg √ľber einen Cookie. Viele Web-User lehnen √ľber ihre Browsereinstellungen das Anlegen von Cookies ab.

Eure Website w√ľrde also bei vielen Personen gar nicht erst funktionieren oder √ľberhaupt korrekt angezeigt werden.

Cookies: Die rechtliche Seite

Inzwischen enthalten die meisten Websites den Hinweis, dass Cookies verwendet werden. Die EU hat schon vor geraumer Zeit eine Cookie-Richtlinie erlassen, die vorsieht, dass der Besucher der Verwendung von Cookies ausdr√ľcklich zustimmen muss.

Deutschland hat diese Richtlinie der EU nicht ausdr√ľcklich umgesetzt. Sie gilt deshalb in Deutschland nicht. Allerdings vertritt die Bundesregierung¬†den Standpunkt, dass eine explizite Umsetzung in Deutschland auch gar nicht n√∂tig sei, da die Vorgaben der Cookie-Richtlinie bereits durch andere Regelungen erf√ľllt seien. Gemeint ist das Telemediengesetz und wie bekannt endete am 25. Mai 2018 die √úbergangsphase f√ľr das Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Mehr Informationen dazu findet Ihr hier und hier.

Was könnt Ihr als Websitebetreiber angesichts dieser Lage tun?

Unser Referent zu Datenschutz im Online-Marketing (DSGVO) und Online-Marketing- und Social-Media-Recht, Dr. Martin Schirmbacher sagt dazu:

Die Rechtslage ist unklar. Das muss man leider so sagen. Ob ein Browser-Opt-in ausreicht, oder nicht, l√§sst sich nicht vollst√§ndig sicher sagen. Vier Wochen bevor die DSGVO wirksam wird, haben sich nun auch die deutschen Aufsichtsbeh√∂rden aus der Deckung gewagt und eine gemeinsame Stellungnahme abgegeben. Danach sollen alle Tracking-Verfahren einer vorherigen Einwilligung des Nutzers bed√ľrfen.

Die Beh√∂rden f√ľhren in dieser Stellungnahme aus: ‚ÄěEs bedarf jedenfalls einer vorherigen Einwilligung beim Einsatz von Tracking-Mechanismen, die das Verhalten von betroffenen Personen im Internet nachvollziehbar machen und bei der Erstellung von Nutzerprofilen.‚Äú Insbesondere m√ľsse eine informierte Einwilligung eingeholt werden, bevor Cookies gesetzt oder ausgelesen werden (Ziff. 9 des Beschlusses).

Allerdings hei√üt es zwei Abs√§tze zuvor (Ziff. 7 des Beschlusses): ‚ÄěVerarbeitungen, die unbedingt erforderlich sind, damit der Anbieter den von den betroffenen Personen angefragten Dienst zur Verf√ľgung stellen kann, ‚Ķ ggf. auf Art. 6 Absatz 1 Buchstabe b) oder Buchstabe f) DSGVO gest√ľtzt werden.‚Äú Ist also eine Datenverarbeitung erforderlich, um eine Leistung zu erbringen, kann dies also unter Umst√§nden auf ein bestehendes Vertragsverh√§ltnis oder berechtigte Unternehmerinteressen gest√ľtzt werden. Hiermit sind offenbar insbesondere Cookies gemeint, die im Rahmen einer Session des Nutzers gesetzt und ausgelesen werden, etwa um eine sinnvolle Warenkorbfunktion in einem Online-Shop anbieten zu k√∂nnen.

Ist eine Einwilligung erforderlich, d√ľrfen Cookies erst gesetzt und ein Tracking begonnen werden, wenn eine DSGVO-konforme informierte Einwilligung in Form einer Erkl√§rung abgegeben oder eine sonstige eindeutig best√§tigende Handlung durch den Nutzer vorgenommen wurde.

Die DSGVO l√§sst aber anders als das BDSG auch f√ľr Werbung und Tracking eine Rechtfertigung mit berechtigten Unternehmerinteressen zu. Ma√ügeblich ist eine Interessenabw√§gung. Dass ungeachtet der Interessen der Websitebetreiber die Interessen der Nutzer stets √ľberwiegen sollen, ist eine Behauptung, die sich nicht halten l√§sst.

In Erw√§gungsgrund (47) der DSGVO ist festgehalten, dass das Direktmarketing mit berechtigten Interessen des werbenden Unternehmens gerechtfertigt sein kann. Ist dies aus Sicht der Verordnung grunds√§tzlich vorstellbar, muss auch das Tracking von Nutzerverhalten als dessen Vorstufe grunds√§tzlich zul√§ssig sein. Dieses greift deutlich weniger in das Pers√∂nlichkeitsrecht des Nutzers ein, als Direktmarketingma√ünahmen. Zudem liegt ein zielgerichtetes Marketing im Unterschied zum Marketing mit der Gie√ükanne im Regelfall sogar im Interesse der Kunden. In Art. 21 Abs. 1 S. 1 DSGVO wird dem Kunden ein Widerspruchsrecht bei der Verarbeitung von Daten aufgrund berechtigter Interessen einger√§umt und ausdr√ľcklich festgehalten: ‚Äědies gilt auch f√ľr das Profiling, soweit es mit solcher Direktwerbung in Verbindung steht.‚Äú Einer solchen Klausel bed√ľrfte es nicht, wenn jede Profilbildung nur mit Einwilligung zul√§ssig w√§re.

Entscheidend f√ľr die Interessenabw√§gung sind die berechtigten Nutzererwartungen. Es d√ľrfte jeder Nutzererwartung entsprechen, dass man auf Drittwebsites Werbung f√ľr Produkte angezeigt bekommt, die man in einem anderen Shop angesehen (aber nicht gekauft) hat. Es ist nicht erkennbar, warum diese Nutzererwartung nach der DSGVO anders sein sollte. Ein einfaches Re-Targeting ist zul√§ssig.

Dementsprechend l√§sst sich die Ansicht, dass das Tracking von Besucherverhalten mit berechtigten Interessen des Websitebetreibers gerechtfertigt ist, deutlich besser begr√ľnden, als ein generelles Verbot, wie es die Datenschutzkonferenz (DSK) vorsieht.

Was hei√üt das alles f√ľr Cookies?
Der DSK-Beschluss ist in Bezug auf Cookies unklar. Offenbar soll eine Einwilligung vor dem Setzen oder Auslesen von Tracking-Cookies erhoben werden. Session-Cookies können wohl gesetzt werden.

Sinnvoll ist wohl, auf den Zweck des Cookies abzustellen. Ist der mit dem Cookie verbundene Zweck (z.B. Tracking) ohne Einwilligung zul√§ssig, braucht es auch kein gesondertes Opt-in f√ľr das Cookie. Eine transparente Information kann aber ein zus√§tzliches Argument f√ľr eine entsprechende Nutzererwartung sein.

Wer in der Praxis einen solchen Cookie-Banner verwendet, sollte aufpassen, dass dieser nicht wichtige Informationen verdeckt. Unfassbar aber wahr: In Deutschland gab es schon Abmahnungen, weil der Cookie-Banner den Link zum Impressum verdeckt hat.

Cookies, Tracker, DSGVO und die Auswirkungen

Was ist eigentlich auf europ√§ischen Seiten passiert, seitdem die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten ist? Tats√§chlich gibt es eine gemeinsame Studie von¬†Cliqz und Ghostery, die untersucht haben, wie sich die Anzahl der Marketing- und Analytics Tracker auf europ√§ischen Seiten entwickelt hat. Im Vergleich zwischen Juli 2018 und April 2018, also vor Inkrafttreten der DSGVO, zeigt sich nach whotracks.me ein R√ľckgang der Tracker auf europ√§ischen Websites um 3,4 % . Interessant ist der R√ľckgang insbesondere, weil gleichzeitig in USA die Anzahl der Tracker um √ľber 8% gestiegen ist.

 Entwicklung der Marketingtechnologien auf deutschen Websites im Vergleich zu amerikanischen Websites vor und nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

Besonders in Mitleidenschaft gezogen, wurden in Europa kleinere Adtechanbieter, aber auch laut Daten von Ghostery und clickz Unternehmen wie Facebook. Einziger Profiteur der neuen DSGVO, ist nach Datenlage Google, die möglicherweise am offensivsten das Thema Datenschutz angegangen sind.

Anzahl der Tracker auf eurpäischen Seiten vor und nach der DSGVO segmentiert nach Branchen

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Wie sind Cookies aufgebaut?

Eine Cookie-Datei kann diese Informationen beinhalten:

  1. Name: Name des Cookies
  2. Content: Inhalt des Cookies
  3. Domain: Die Domain, mit welcher der Cookie verbunden ist
  4. Pfad: Das Verzeichnis, f√ľr das der Cookie gilt
  5. Senden f√ľr: Information, ob der Cookie eine sichere Verbindung ben√∂tigt
  6. F√ľr Skript zug√§nglich: Information, ob Skripte auf den Cookie zugreifen k√∂nnen
  7. Erstellt: Zeitpunkt, an dem der Cookie erstellt wurde
  8. Läuft ab: Zeitpunkt, zu dem der Cookie abläuft

Hier seht Ihr einen Cookie, der von Google Ads gesetzt wurde:
Cookies

Wenn Ihr selbst ein wenig Feldforschung zu Cookies betreiben möchtet, könnt Ihr Cookies in Google Chrome betrachten, indem Ihr diesem Pfad folgt:

Einstellungen -> Erweiterte Einstellungen anzeigen (ganz unten) -> Inhaltseinstellungen… -> Alle Cookies und Websitedaten

So wird ein Cookie gesetzt

Die Cookie-Datei kann grundsätzlich auf zwei Wegen platziert werden:

  1. Sie wird vom Webserver an den Browser gesendet und dort gespeichert.
  2. Sie wird von einem Script – zum Beispiel JavaScript – auf der Website erzeugt.

Die zweite Variante ist flexibler, weil der Cookie per JavaScript durch Nutzereingaben ver√§ndert werden kann. Um das zu illustrieren, konstruiere ich hier ein ganz simples Beispiel. Dabei gehe ich den Weg √ľber JavaScript.

Wollt Ihr also einen Cookie mit dem Namen des Besuchers einer Website setzen, der sich diesen Namen merkt, könntet Ihr so vorgehen:

Ich setze voraus, dass eine Website existiert, auf der man den Namen des Website-Besuchers an irgendeiner Stelle abfragt. In einem Formular neben anderen Informationen zum Beispiel. Oder Рwie in unserem Code-Beispiel Рausschließlich den Namen.

Schritt 1: Pr√ľfung, ob schon ein Cookie gesetzt wurde

Zuerst pr√ľft unser Script, ob schon ein Cookie mit dem Namen user_name existiert, der den Namen¬†des Website-Besuchers enth√§lt.

Schritt 2: Setzen des Cookies

Falls dieser Cookie nicht existiert, w√ľrde nach der Eingabe des Namens (name) durch den Nutzer ein Cookie gesetzt.

Zeile 1: Der Datensatz f√ľr den Cookie wird angelegt.
Zeile 2:¬†Die G√ľltigkeit des Cookies ab Erstellung wird festgelegt. In diesem Fall 18.000.000 Millisekunden. Also 5 Stunden.
Zeile 3:¬†Der Name des Cookies wird festgelegt (user_name), der Wert der User-Eingabe wird eingef√ľgt (e.target.value), die Ablaufzeit von einer halben Stunde wird eingetragen (d) und das Verzeichnis (/), innerhalb dessen der Cookie g√ľltig ist. In diesem Fall ist der Cookie f√ľr die gesamte Website g√ľltig.

Schritt 3 bis n: Das Auslesen des Cookies

Kehrt nun ein Website-Besucher, der seinen Namen eingegeben hat, innerhalb einer halben Stunde zur√ľck, wird der Cookie ausgelesen. Sein Name kann nun an den entsprechenden Stellen auf der Website angezeigt werden.

Daf√ľr kann diese Funktion verwendet werden:

Der komplette Code

F√ľr alle, die wirklich tief einsteigen m√∂chten, ist hier der komplette Code aus unserem Beispiel:

 

F√ľr welche Zwecke setzt Ihr Cookies ein? Welche ungew√∂hnlichen Use-Cases kennt Ihr? Welche Informationen fehlen noch? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!

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Vielen Dank

5 Kommentare zu “Cookies: Definitionen, Einsatzgebiete und Unterschiede zwischen First- und Third Party Cookies”

  1. Jens

    21.10.2016 um 21:29 Uhr

    Ein sehr toller Artikel! Danke schön.

  2. Frank

    28.02.2017 um 11:37 Uhr

    Super umfangreich und mit vielen Details. Danke

  3. Horst

    25.08.2017 um 20:37 Uhr

    Vielen Dank. Endlich mal eine verständliche und umfassende Erklärung.
    Hinweis: 18.000.000 Millisekunden sind lt. SI-Definition allerdings 5 Stunden.

  4. Helge Max Jahns

    18.06.2018 um 10:34 Uhr

    Herrlich. Danke sch√∂n. Menschen, die wissen, wovon sie reden und das auch noch gekonnt. Irgendwie bin ich ja „der DSGVO“ dankbar, ich habe eine steile Lernkurve gehabt in 2018 und viel gelernt, was meinem Gesch√§ft letztlich nutzt.

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