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Blog Digital Analytics Kernkompetenz 14. Februar 2024

Traffic-Quellen in Google Analytics 4

Besucher:innen kommen von den verschiedensten Orten aus auf deine Website. Einige kommen über die organische Suche, einige über die bezahlte Suche, manche finden dich über Social Media und wieder andere geben die URL deiner Seite direkt im Browser ein oder werden von einer KI zu dir geschickt. All das sind Traffic-Quellen.

Im Bericht stehen aber auch Begriffe wie Unassigned oder (not set), die Zahlen passen nicht zu Google Ads, und auffällig viele Besuche gelten als direkt.

Hier siehst du, wie GA4 Besuche einem Kanal zuordnet, welcher Bericht welche Frage beantwortet und wie du mit UTM-Parametern und eigenen Channelgruppen saubere Daten bekommst. Dazu kommen der neue Kanal für KI-Assistenten, eine Fehlertabelle und fünf Auswertungen zum Nachklicken.

Das Wichtigste in Kürze

  • GA4 prüft beim Sitzungsstart zuerst die Google-Ads-Klick-ID, dann UTM-Parameter, dann den Referrer (die Seite, von der jemand kommt). Gibt es dazu keine Infos, zählt der Besuch als Direct.
  • „Nutzergewinnung“ zeigt den ersten Kontakt, „Neu generierte Zugriffe“ die Herkunft jeder einzelnen Sitzung.
  • Die Standard-Channelgruppe umfasst 2027 19 Kanäle plus Unassigned, darunter seit Mai 2026 auch den AI Assistant.
  • Feste UTM-Regeln und eine eigene Channelgruppe ordnen Newsletter, Print und KI-Traffic richtig zu, auch für bereits erfasste Daten.
  • Akquisitionsberichte und Attribution rechnen mit unterschiedlicher Logik. Abweichungen sind deshalb oft kein Fehler.

Was sind Metriken?

In GA4 sind Metriken quantitative Messewerte. Eine Metrik kann zeitbasiert, umsatzbasiert oder numerisch sein, oder als Prozentsatz oder Verhältnis angegeben werden.

Ein einfaches Beispiel für eine Metrik in GA4 sind die „Nutzer“, also die absolute Anzahl an User:innen, die in einem bestimmten Zeitraum auf deine Seite gekommen sind. Ein weiteres Beispiel sind Sitzungen. Dabei kann ein Nutzer mehrere Sitzungen auslösen. Nutzer und Sitzungen werden allgemein als „Website Traffic“ bezeichnet. Wenn du mehr über die Definition von Sitzungen lernen möchtest, empfehlen wir dir den Artikel „Wie sind Sitzungen in Google Analytics 4 definiert?“ von Alexander Holl.

GA4: Nutzer und Sitzungen

Jetzt willst du natürlich auch wissen, woher diese Sitzungen kommen. Um das zu beantworten, brauchst du Dimensionen.

Was sind Dimensionen?

Dimesionen sind Attribute, die deine Daten näher beschreiben sollen. Normalerweise sind diese Text-basiert und liefern zusätzliche Informationen über deine Metriken. Nachdem wir geklärt haben, was Dimensionen sind, sehen wir uns an, wo du die entsprechenden Berichte in GA4 findest.

Schau dir die 32.664 Sitzungen genauer an.

Du siehst, dass 22.434 der Sitzungen von Google kommen und Google damit die größte Traffic-Quelle darstellt. Kleinere Anzahlen an Sitzungen kommen von „direct“ (bedeutet, dass User:innen direkt auf deine Seite gekommen sind, z. B. über Eingabe der URL in den Browser).

GA4: Sitzung - Quelle (Beispiel)

Hier ist die Dimension „Sitzung – Quelle“ ausgewählt, um die Sitzungen genauer zu beschreiben. Du siehst, wie sie neue Informationen zu den Metriken „Nutzer“ und „Sitzungen“ liefert.

Die „Quelle“ ist ein Beispiel für eine Dimension des Traffics, es gibt aber noch weitere, die wir uns in diesem Artikel ansehen werden.

Info: Traffic-Quellen können sitzungsbasiert oder nutzerbasiert sein.

So entscheidet GA4, woher ein Besuch kommt

Sobald eine neue Sitzung beginnt, prüft GA4 vereinfacht in dieser Reihenfolge:

  1. Auto-Tagging-ID aus Google Ads: Beim Auto-Tagging hängt Google Ads automatisch eine Klick-ID (gclid) an die Ziel-URL, daran erkennt GA4 einen Anzeigenklick. In manchen Fällen, etwa auf iPhones, übermittelt Google statt der gclid aggregierte Kennungen (GBRAID, WBRAID).
  2. UTM-Parameter: Stehen utm_source und utm_medium in der URL, übernimmt GA4 diese Werte.
  3. Referrer: Eine Suchmaschine ergibt organic, eine andere Website referral, ein erkannter KI-Assistent ai-assistant.
  4. Nichts davon: Dann bleibt (direct)/(none).

Treffen Auto-Tagging und UTM-Parameter zusammen, gewinnen für Quelle und Medium die Auto-Tagging-Werte. utm_content und utm_term findest du trotzdem in den Dimensionen „Manueller Anzeigeninhalt“ und „Manueller Begriff“.

Wichtig ist außerdem: Der Bericht „Neu generierte Zugriffe“ arbeitet mit dem letzten nicht direkten Klick. Kommt jemand zuerst über die Google-Suche und Tage später über die eingetippte Adresse, ordnet GA4 auch die zweite Sitzung der Google-Suche zu, solange sie im Lookback-Fenster liegt (dem Zeitraum, in dem GA4 frühere Kontakte noch berücksichtigt). „Nutzergewinnung“ zählt dagegen die erste Nutzerinteraktion.

Direct bekommt also nur, was wirklich keine andere Quelle hat. Ein hoher Direct-Anteil heißt meist, dass Herkunftsinformationen verloren gehen (siehe Fehlertabelle).

Quelle, Medium, Kampagne und Channelgruppe

Quelle und Medium siehst du oft kombiniert als „Sitzung Quelle/Medium“. In der GA4-Oberfläche trennt ein Strich das Präfix („Sitzung“) vom Namen („Quelle/Medium“). Gibst du im Suchfeld der Dimensionsauswahl genau diese Wörter ein, findest du die Dimension sofort.

Praxistipp: Seit Juni 2026 gibt es die Dimension „Quellgruppe“. Sie fasst Quellwerte wie facebook, instagram, ig oder tiktok rückwirkend zu Gruppen zusammen. Auch „Quellplattform“ wurde überarbeitet und gruppiert KI-Quellen wie ChatGPT und Perplexity.

Nutzergewinnung oder Neu generierte Zugriffe?

Beide Berichte findest du unter Berichte > Lebenszyklus > Akquisition. Fehlt die Sammlung „Lebenszyklus“, blendest du sie über die Bibliothek ein. Standardmäßig sichtbar ist sie bei Properties, die vor dem 27.03.2023 erstellt oder aus Universal Analytics migriert wurden. Bei neueren liegen die Berichte teilweise unter „Geschäftsziele“.

GA4 kennt drei Ebenen/Scopes, erkennbar am Präfix im Dimensionsnamen:

  • Nutzer:innen-Ebene, Präfix „Erste Nutzerinteraktion“: Wie kam jemand das erste Mal? Diese Ebene nutzt „Nutzergewinnung“, typische Kennzahl ist „Neue Nutzer“.
  • Sitzungsebene, Präfix „Sitzung“: Jede Sitzung bekommt ihre eigene Herkunft. Diese Ebene nutzt „Neu generierte Zugriffe“ mit der Standarddimension „Sitzung primäre Channelgruppe“.
  • Ereignisebene, ohne Präfix: Dimensionen wie „Quelle/Medium“ gelten für Schlüsselereignisse (früher Conversions, seit März 2024 umbenannt) und folgen dem Attributionsmodell, standardmäßig datengetrieben, etwa unter Werbung > Attribution. Für normale Ereignisse steht dort „(not set)“, eine häufige Falle beim Kombinieren.


Ein Beispiel:
Eine Person kommt an Tag 1 über die Google-Suche, an Tag 5 über den Newsletter und kauft an Tag 9 über eine Instagram-Anzeige. Im Nutzer:innen-Scope steht dreimal google/organic, im Sitzungs-Scope stehen Organic Search, Email und Paid Social. Im Ereignis-Scope bewertet das Attributionsmodell den Beitrag jedes Kontakts zum Kauf.

Praxistipp: Lies vor jeder Auswertung das Präfix. Dann weißt du, welche Frage du beantwortest. Der Umsatz nach Medium kann je nach Scope deutlich anders aussehen, weil im Nutzer:innen-Scope auch spätere Käufe wiederkehrender Kund:innen dem allerersten Kontakt zugerechnet werden.

Alle Kanäle der Standard-Channelgruppe 2027

2027 umfasst die Standard-Channelgruppe 19 Kanäle plus Unassigned. Die Regeln sind nicht editierbar und unterscheiden nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung. In den Berichten erscheinen die Kanalnamen oft auf Englisch, auch bei deutscher Oberfläche. Die deutsche Google-Hilfe übersetzt sie, manchmal aber etwas holprig. Die Kurzregeln gelten für manuelles Tagging.

Die typischen Fallen entstehen durch eigene Medium-Werte. Mit utm_medium=newsletter landet dein Newsletter in Unassigned; richtig ist utm_medium=email, der Newsletter gehört in utm_source.

Ein Medium wie paid ohne passende Quelle (Suchmaschine, soziales Netzwerk, Video- oder Shopping-Seite) ergibt Paid Other. Und während die Channel-Regeln die Schreibweise ignorieren, sind UTM-Werte in den Berichten case-sensitiv: Google und google erscheinen als zwei Zeilen. Schreib deshalb am besten alles klein.

Besuche aus ChatGPT, Gemini und Co. sichtbar machen

Seit dem 13.05.2026 gibt es den Kanal AI Assistant (KI-Assistent). Erkennt GA4 den Referrer als KI-Assistenten, setzt es das Medium ai-assistant und die Kampagne (ai-assistant). Als Beispiele nennt Google ChatGPT, Gemini, Copilot, DeepSeek und Grok. Ältere Daten wurden nach bisherigen Erkenntnissen nicht neu zugeordnet; vor Mai 2026 steckt KI-Traffic meist in Referral. Klicks aus Google AI Overviews zählen weiter zu Organic Search (mehr im Insight AI Overviews und KI-Suche).

Der Kanal hat Grenzen:

  • Google veröffentlicht keine Liste der erkannten Tools. Laut Fachberichten landet nicht jeder KI-Besuch im Kanal AI Assistant, ein Teil taucht in Referral, Unassigned oder Direct auf.
  • Viele Klicks aus KI-Apps kommen ohne Referrer an und landen in Direct.
  • Sichtbarkeit in KI-Antworten ohne Klick misst GA4 nicht. Sie zeigt sich eher als mehr Markensuchen oder direkte Besuche.

Praxistipp: Frag in Kontakt- und Anmeldeformularen „Wie bist du auf uns aufmerksam geworden?“ und biete KI-Assistenten als Antwort an. So erfährst du auch von Kontakten, die GA4 nicht zuordnen kann.

Wir empfehlen zusätzlich eine eigene Channelgruppe mit einem KI-Kanal oberhalb von Referral und Organic Search. Bedingung: Quelle „entspricht regulärem Ausdruck“ (ein Suchmuster für viele Schreibweisen auf einmal) mit diesem Muster:

.*(chatgpt\.com|openai\.com|perplexity|gemini\.google\.com|copilot\.microsoft\.com|claude\.ai|deepseek\.com|grok\.com|you\.com|mistral\.ai).*

Per ODER-Bedingung ergänzt du Medium exakt ai-assistant, damit der native Kanal mit drin ist. gemini.google.com steht bewusst ausgeschrieben, damit die normale Google-Suche nicht erfasst wird. Prüfe das Muster einmal im Quartal.

Zur Größenordnung: Eine Branchenauswertung über rund 80.000 Websites kommt auf durchschnittlich etwa 0,25 % des Traffics aus KI-Assistenten, davon über 80 % aus ChatGPT. Das ist wenig, wächst aber. Vergleiche Interaktionsrate und Schlüsselereignisrate dieser Besuche selbst mit deinen anderen Kanälen. Mehr dazu in unserer Podcast-Folge GA4 und KI-Traffic.

In sieben Schritten zur eigenen Channelgruppe

Die Standardgruppe ist nicht bearbeitbar. Für Print, KI-Assistenten oder alte Newsletter-Links legst du deshalb eine eigene Gruppe an (Rolle mindestens Bearbeiter:in).

  1. Öffne Verwaltung > Datenanzeige > Channelgruppen.
  2. Klicke auf „Neue Channelgruppe erstellen“. GA4 legt dabei eine Kopie der Standardgruppe an.
  3. Vergib einen klaren Namen, etwa „Kanäle inkl. KI und Print“.
  4. Lege über „Neuen Channel hinzufügen“ einen Kanal an und definiere die Bedingungen (Dimension, Operator, Wert, verknüpft mit UND/ODER). Speichere den Kanal anschließend.
  5. Ändere über „Neu anordnen“ die Reihenfolge, sodass der neue Kanal über Referral bzw. Organic Search steht, und klicke auf „Anwenden“.
  6. Klicke auf „Gruppe speichern“.
  7. Wähle die eigene Gruppe im Bericht „Neu generierte Zugriffe“ oder in einer Exploration über die Dimensionsauswahl aus.

Typische eigene Kanäle sind „KI-Assistenten“ (Quelle entspricht dem regulären Ausdruck von oben ODER Medium exakt ai-assistant) und „Print“ (Medium exakt print, etwa für QR-Codes auf Flyern und Katalogen). Auch Unassigned-Werte wie Medium newsletter ordnest du so Email zu.

Als Dimensionen stehen unter anderem Quelle, Medium, Kampagnenname, Kampagnen-ID, Quellplattform und Manueller Anzeigeninhalt bereit.

GA4-Verwaltung mit der Übersicht der Channelgruppen und dem Button zum Erstellen einer neuen Gruppe
Unter Verwaltung > Datenanzeige > Channelgruppen legst du eigene Gruppen an, die Standardgruppe bleibt unverändert bestehen.
  • Limits: 2 eigene Gruppen pro Standard-Property, 5 bei GA4 360, bis zu 50 Kanäle pro Gruppe.
  • Reihenfolge: GA4 prüft von oben nach unten, der erste passende Kanal gewinnt. Steht Referral über dem KI-Kanal, landet chatgpt.com in Referral.
  • Rückwirkend: Eigene Gruppen gelten in Berichten und Explorationen auch für historische Daten.
  • Primäre Gruppe: Legst du eine eigene Gruppe als primäre fest, wird sie in den Akquisitionsberichten Standard, aber nur für künftige Daten. Nutze sie lieber als zusätzliche Gruppe.
  • Einschränkungen: Kein BigQuery-Export, und der Bericht zu Schlüsselereignispfaden unterstützt eigene Gruppen nicht.
Kanalliste einer eigenen Channelgruppe, KI-Assistenten und Print stehen oberhalb von Referral und Organic Search
Die Reihenfolge bestimmt das Ergebnis: Eigene Kanäle gehören über Referral und Organic Search, sonst greifen sie nie.

Praxistipp: Prüfe alle paar Monate, was in Unassigned landet, und ordne es per eigener Gruppe zu. Weil die Gruppe auch für historische Daten gilt, stimmen danach auch ältere Auswertungen. Details zeigt das Insight Custom Channel Gruppen in GA4.

UTM-Parameter einheitlich benennen

Damit neue Daten gar nicht erst unordentlich werden, brauchst du eine feste Konvention für UTM-Parameter. Ein getaggter Link sieht so aus:

https://www.121watt.de/seminare/google-analytics-seminar/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=2026-11_newsletter_ga4-seminar&utm_content=button-oben 

GA4 unterstützt utm_source, utm_medium, utm_campaign, utm_id, utm_term, utm_content, utm_source_platform, utm_creative_format und utm_marketing_tactic; die letzten beiden erscheinen derzeit nicht in Standardberichten. Bewährt hat sich diese Konvention:

  1. Setze immer utm_source, utm_medium und utm_campaign, sonst erscheint (not set).
  2. Schreib alles klein, ohne Leerzeichen, und benenne Kampagnen strukturiert, etwa 2026-11_newsletter_ga4-seminar.
  3. Nutze wenige, feste Medium-Werte passend zur Standard-Channelgruppe und dokumentiere sie in einer gemeinsamen Tabelle.
  4. Teste Links vor dem Versand im Echtzeitbericht oder in der DebugView. Prüfe, welche Werte dein Newsletter-Tool automatisch setzt.
  5. Interne Links taggst du nie mit UTM-Parametern, weil sie die ursprüngliche Zuordnung der Sitzung verfälschen.

Für Google Ads aktivierst du das Auto-Tagging und verknüpfst GA4 mit Google Ads. Zusätzliche UTMs brauchst du nicht. Ohne Auto-Tagging landen Anzeigenklicks als google/organic.

Wenn die Zahlen seltsam aussehen

Fünf Fragen, die du deinen Traffic-Daten stellen solltest

Welche Kanäle bringen die meisten Sitzungen?

Öffne Berichte > Lebenszyklus > Akquisition > Neu generierte Zugriffe mit der Dimension „Sitzung primäre Channelgruppe“. Aktiviere in der Zeitraumauswahl den Vergleich mit dem vorherigen Zeitraum. Achte auf Verschiebungen zwischen Kanälen: Wächst Direct, während Email schrumpft, fehlen vielleicht UTMs im Newsletter.

Bericht Neu generierte Zugriffe nach Kanal mit Vergleich zum vorherigen Zeitraum und prozentualen Veränderungen
Der Vorzeitraumvergleich zeigt sofort, welcher Kanal zulegt und welcher verliert.

Welche Kanäle bringen Besuche mit Interaktionen?

Schau im selben Bericht auf „Sitzungen mit Interaktionen“, „Interaktionsrate“ und die durchschnittliche Interaktionszeit. Eine Sitzung mit Interaktion dauert länger als 10 Sekunden, hat mindestens 2 Seitenaufrufe oder ein Schlüsselereignis. Die Interaktionsrate ist ihr Anteil und das Gegenteil der Absprungrate.

Welche Kanäle lösen Schlüsselereignisse aus?

Wähle im Dropdown der Spalte „Schlüsselereignisse“ das relevante Ereignis, etwa eine Anfrage oder einen Kauf, und vergleiche die Schlüsselereignisrate. Betrachte immer absolute Zahl und Rate zusammen. Wie du Schlüsselereignisse sauber einrichtest, zeigt das Insight GA4 Conversions richtig messen. Erst wenn du auf ein einzelnes Schlüsselereignis filterst, ist die Schlüsselereignisrate pro Kanal aussagekräftig.

Gibt es Unterschiede nach Gerät oder Segment?

Lege in Standardberichten einen Vergleich an, etwa Gerätekategorie mobile gegen desktop, oder ergänze über das Plus-Zeichen eine sekundäre Dimension wie „Sitzung Quelle/Medium“ innerhalb von Organic Search.

Was tun, wenn zwei Dimensionen nicht reichen?

Dann nutzt du eine Exploration im Format Freiform. Segmente gibt es nur dort, in Standardberichten heißen sie Vergleiche. Für regelmäßiges Reporting eignet sich Looker Studio. Unsere Faustregel: Standardbericht für die schnelle Frage, Exploration für die Tiefe, Looker Studio fürs Reporting.

Praxistipp: Willst du einen Standardbericht dauerhaft anpassen, etwa mit deiner eigenen Channelgruppe, kopiere ihn über die Bibliothek und ändere die Kopie. Das Original bleibt für alle anderen unverändert.

Warum Kanalbericht und Attribution unterschiedlich zählen

„Neu generierte Zugriffe“ rechnet fest nach dem letzten nicht direkten Klick, „Nutzergewinnung“ nach der ersten Nutzerinteraktion. Unter Werbung > Attribution arbeiten die Berichte „Attributionsmodelle“ (mit Modellvergleich) und „Schlüsselereignispfade“ mit dem eingestellten Modell. 2027 gibt es drei Modelle: datengetrieben (Standard), Letzter Klick (bezahlte und organische Channels) und Letzter Klick (bezahlte Google-Channels). Erster Klick, Linear, Zeitverlauf und Positionsbasiert gibt es seit Ende 2023 nicht mehr.

Unter Verwaltung > Datenanzeige > Ereignisse > Attributionseinstellungen legst du auch die Lookback-Fenster fest: für Akquisitions-Schlüsselereignisse (first_open, first_visit) 7 oder 30 Tage (Standard 30), für alle anderen 30, 60 oder 90 Tage (Standard 90).

Im Beispiel sieht jemand eine Instagram-Anzeige, klickt später auf Google Ads und kauft nach einem Newsletter-Klick für 500 €. Beim letzten Klick gehen die 500 € an E-Mail, ein datengetriebenes Modell verteilt den Wert auf alle drei Kontakte. Die Werte in der Grafik sind illustrativ.

Dazu kommt: GA4 vergibt ein Schlüsselereignis pro Journey über alle Kanäle, Google Ads und Meta rechnen sich die Conversion jeweils selbst zu. Die Summe der Plattform-Conversions liegt deshalb oft deutlich über dem Wert in GA4.

Saubere Traffic-Quellen in 10 Minuten prüfen

  • Liegt Unassigned unter etwa 5 % der Sitzungen?
  • Ist Direct im Vergleich zum Vorzeitraum nicht auffällig gewachsen?
  • Ist Google-Ads-Auto-Tagging aktiv und ist GA4 mit Google Ads verknüpft?
  • Existiert eine gemeinsame UTM-Tabelle mit festen, kleingeschriebenen Medium-Werten?
  • Nutzen Newsletter-Links utm_medium=email und erscheinen unter Email?
  • Stehen Zahlungsanbieter in der Liste der unerwünschten Verweise?
  • Enthalten interne Links keine UTM-Parameter?
  • Ist eine eigene Channelgruppe mit KI-Kanal oberhalb von Referral angelegt?

Häufige Fragen zu Traffic-Quellen in GA4

Was unterscheidet Nutzergewinnung und Neu generierte Zugriffe?

„Nutzergewinnung“ zeigt den Kanal des ersten Besuchs (Präfix „Erste Nutzerinteraktion“), „Neu generierte Zugriffe“ die Herkunft jeder Sitzung (Präfix „Sitzung“). Für laufende Kampagnen ist meist der zweite Bericht der richtige.

Warum habe ich so viel Direct-Traffic?

Meist fehlen Herkunftsinformationen, etwa bei Links aus Apps, Messengern oder PDFs oder bei ungetaggten Newslettern. UTMs für alle eigenen Kampagnen und QR-Codes senken den Anteil.

Wie sehe ich Traffic aus ChatGPT?

Seit Mai 2026 im Kanal AI Assistant. Da nicht alle Tools erkannt werden, ergänzt du am besten eine eigene Channelgruppe mit einem KI-Kanal per regulärem Ausdruck.

Kann ich die Standard-Channelgruppe ändern?

Nein. Du kannst aber eine eigene Gruppe erstellen oder die Standardgruppe kopieren und anpassen. Eigene Gruppen gelten auch für historische Daten.

Warum weichen Google-Ads-Conversions von GA4 ab?

GA4 vergibt ein Schlüsselereignis pro Journey über alle Kanäle, Google Ads rechnet sich jede Conversion selbst zu (mehr im Abschnitt Kanalbericht und Attribution).

Fazit: erst sauber zuordnen, dann bewerten

Welcher Kanal etwas bringt, beantwortet GA4 erst, wenn die Zuordnung stimmt. Feste UTM-Regeln, eine eigene Channelgruppe für KI, Print und Altlasten und der Blick aufs Präfix machen aus verwirrenden Zahlen belastbare Aussagen.

Wenn du tiefer einsteigen willst: Die Grundlagen von Berichten, Dimensionen und Schlüsselereignissen übst du im GA4-Seminar für Einsteiger:innen, Explorationen und Attribution im GA4-Seminar für Fortgeschrittene. Strukturiert und mit Zertifikat lernst du GA4 im Lehrgang Google Analytics 4 Professional. Die Einrichtung eigener Gruppen zeigt dir das Insight Custom Channel Gruppen in GA4, und zum KI-Traffic passt unsere Podcast-Folge GA4 und KI-Traffic.

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Dieser Artikel wurde KI-unterstützt erstellt und durch menschliche Fachkenntnis überarbeitet und optimiert.

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