Du kannst dir 121WATT-Inhalte in der Google-Suche jetzt bevorzugt anzeigen lassen.
Im Bericht stehen aber auch Begriffe wie Unassigned oder (not set), die Zahlen passen nicht zu Google Ads, und auffällig viele Besuche gelten als direkt.
Hier siehst du, wie GA4 Besuche einem Kanal zuordnet, welcher Bericht welche Frage beantwortet und wie du mit UTM-Parametern und eigenen Channelgruppen saubere Daten bekommst. Dazu kommen der neue Kanal für KI-Assistenten, eine Fehlertabelle und fünf Auswertungen zum Nachklicken.
Das Wichtigste in Kürze
In GA4 sind Metriken quantitative Messewerte. Eine Metrik kann zeitbasiert, umsatzbasiert oder numerisch sein, oder als Prozentsatz oder Verhältnis angegeben werden.
Ein einfaches Beispiel für eine Metrik in GA4 sind die „Nutzer“, also die absolute Anzahl an User:innen, die in einem bestimmten Zeitraum auf deine Seite gekommen sind. Ein weiteres Beispiel sind Sitzungen. Dabei kann ein Nutzer mehrere Sitzungen auslösen. Nutzer und Sitzungen werden allgemein als „Website Traffic“ bezeichnet. Wenn du mehr über die Definition von Sitzungen lernen möchtest, empfehlen wir dir den Artikel „Wie sind Sitzungen in Google Analytics 4 definiert?“ von Alexander Holl.

Jetzt willst du natürlich auch wissen, woher diese Sitzungen kommen. Um das zu beantworten, brauchst du Dimensionen.
Dimesionen sind Attribute, die deine Daten näher beschreiben sollen. Normalerweise sind diese Text-basiert und liefern zusätzliche Informationen über deine Metriken. Nachdem wir geklärt haben, was Dimensionen sind, sehen wir uns an, wo du die entsprechenden Berichte in GA4 findest.
Schau dir die 32.664 Sitzungen genauer an.
Du siehst, dass 22.434 der Sitzungen von Google kommen und Google damit die größte Traffic-Quelle darstellt. Kleinere Anzahlen an Sitzungen kommen von „direct“ (bedeutet, dass User:innen direkt auf deine Seite gekommen sind, z. B. über Eingabe der URL in den Browser).

Hier ist die Dimension „Sitzung – Quelle“ ausgewählt, um die Sitzungen genauer zu beschreiben. Du siehst, wie sie neue Informationen zu den Metriken „Nutzer“ und „Sitzungen“ liefert.
Die „Quelle“ ist ein Beispiel für eine Dimension des Traffics, es gibt aber noch weitere, die wir uns in diesem Artikel ansehen werden.
Info: Traffic-Quellen können sitzungsbasiert oder nutzerbasiert sein.
Sobald eine neue Sitzung beginnt, prüft GA4 vereinfacht in dieser Reihenfolge:
Treffen Auto-Tagging und UTM-Parameter zusammen, gewinnen für Quelle und Medium die Auto-Tagging-Werte. utm_content und utm_term findest du trotzdem in den Dimensionen „Manueller Anzeigeninhalt“ und „Manueller Begriff“.

Wichtig ist außerdem: Der Bericht „Neu generierte Zugriffe“ arbeitet mit dem letzten nicht direkten Klick. Kommt jemand zuerst über die Google-Suche und Tage später über die eingetippte Adresse, ordnet GA4 auch die zweite Sitzung der Google-Suche zu, solange sie im Lookback-Fenster liegt (dem Zeitraum, in dem GA4 frühere Kontakte noch berücksichtigt). „Nutzergewinnung“ zählt dagegen die erste Nutzerinteraktion.
Direct bekommt also nur, was wirklich keine andere Quelle hat. Ein hoher Direct-Anteil heißt meist, dass Herkunftsinformationen verloren gehen (siehe Fehlertabelle).

Quelle und Medium siehst du oft kombiniert als „Sitzung Quelle/Medium“. In der GA4-Oberfläche trennt ein Strich das Präfix („Sitzung“) vom Namen („Quelle/Medium“). Gibst du im Suchfeld der Dimensionsauswahl genau diese Wörter ein, findest du die Dimension sofort.
Praxistipp: Seit Juni 2026 gibt es die Dimension „Quellgruppe“. Sie fasst Quellwerte wie facebook, instagram, ig oder tiktok rückwirkend zu Gruppen zusammen. Auch „Quellplattform“ wurde überarbeitet und gruppiert KI-Quellen wie ChatGPT und Perplexity.
Beide Berichte findest du unter Berichte > Lebenszyklus > Akquisition. Fehlt die Sammlung „Lebenszyklus“, blendest du sie über die Bibliothek ein. Standardmäßig sichtbar ist sie bei Properties, die vor dem 27.03.2023 erstellt oder aus Universal Analytics migriert wurden. Bei neueren liegen die Berichte teilweise unter „Geschäftsziele“.
GA4 kennt drei Ebenen/Scopes, erkennbar am Präfix im Dimensionsnamen:

Ein Beispiel: Eine Person kommt an Tag 1 über die Google-Suche, an Tag 5 über den Newsletter und kauft an Tag 9 über eine Instagram-Anzeige. Im Nutzer:innen-Scope steht dreimal google/organic, im Sitzungs-Scope stehen Organic Search, Email und Paid Social. Im Ereignis-Scope bewertet das Attributionsmodell den Beitrag jedes Kontakts zum Kauf.
Praxistipp: Lies vor jeder Auswertung das Präfix. Dann weißt du, welche Frage du beantwortest. Der Umsatz nach Medium kann je nach Scope deutlich anders aussehen, weil im Nutzer:innen-Scope auch spätere Käufe wiederkehrender Kund:innen dem allerersten Kontakt zugerechnet werden.
2027 umfasst die Standard-Channelgruppe 19 Kanäle plus Unassigned. Die Regeln sind nicht editierbar und unterscheiden nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung. In den Berichten erscheinen die Kanalnamen oft auf Englisch, auch bei deutscher Oberfläche. Die deutsche Google-Hilfe übersetzt sie, manchmal aber etwas holprig. Die Kurzregeln gelten für manuelles Tagging.

Die typischen Fallen entstehen durch eigene Medium-Werte. Mit utm_medium=newsletter landet dein Newsletter in Unassigned; richtig ist utm_medium=email, der Newsletter gehört in utm_source.
Ein Medium wie paid ohne passende Quelle (Suchmaschine, soziales Netzwerk, Video- oder Shopping-Seite) ergibt Paid Other. Und während die Channel-Regeln die Schreibweise ignorieren, sind UTM-Werte in den Berichten case-sensitiv: Google und google erscheinen als zwei Zeilen. Schreib deshalb am besten alles klein.
Seit dem 13.05.2026 gibt es den Kanal AI Assistant (KI-Assistent). Erkennt GA4 den Referrer als KI-Assistenten, setzt es das Medium ai-assistant und die Kampagne (ai-assistant). Als Beispiele nennt Google ChatGPT, Gemini, Copilot, DeepSeek und Grok. Ältere Daten wurden nach bisherigen Erkenntnissen nicht neu zugeordnet; vor Mai 2026 steckt KI-Traffic meist in Referral. Klicks aus Google AI Overviews zählen weiter zu Organic Search (mehr im Insight AI Overviews und KI-Suche).
Der Kanal hat Grenzen:
Praxistipp: Frag in Kontakt- und Anmeldeformularen „Wie bist du auf uns aufmerksam geworden?“ und biete KI-Assistenten als Antwort an. So erfährst du auch von Kontakten, die GA4 nicht zuordnen kann.
Wir empfehlen zusätzlich eine eigene Channelgruppe mit einem KI-Kanal oberhalb von Referral und Organic Search. Bedingung: Quelle „entspricht regulärem Ausdruck“ (ein Suchmuster für viele Schreibweisen auf einmal) mit diesem Muster:
.*(chatgpt\.com|openai\.com|perplexity|gemini\.google\.com|copilot\.microsoft\.com|claude\.ai|deepseek\.com|grok\.com|you\.com|mistral\.ai).*
Per ODER-Bedingung ergänzt du Medium exakt ai-assistant, damit der native Kanal mit drin ist. gemini.google.com steht bewusst ausgeschrieben, damit die normale Google-Suche nicht erfasst wird. Prüfe das Muster einmal im Quartal.
Zur Größenordnung: Eine Branchenauswertung über rund 80.000 Websites kommt auf durchschnittlich etwa 0,25 % des Traffics aus KI-Assistenten, davon über 80 % aus ChatGPT. Das ist wenig, wächst aber. Vergleiche Interaktionsrate und Schlüsselereignisrate dieser Besuche selbst mit deinen anderen Kanälen. Mehr dazu in unserer Podcast-Folge GA4 und KI-Traffic.
Die Standardgruppe ist nicht bearbeitbar. Für Print, KI-Assistenten oder alte Newsletter-Links legst du deshalb eine eigene Gruppe an (Rolle mindestens Bearbeiter:in).
Typische eigene Kanäle sind „KI-Assistenten“ (Quelle entspricht dem regulären Ausdruck von oben ODER Medium exakt ai-assistant) und „Print“ (Medium exakt print, etwa für QR-Codes auf Flyern und Katalogen). Auch Unassigned-Werte wie Medium newsletter ordnest du so Email zu.
Als Dimensionen stehen unter anderem Quelle, Medium, Kampagnenname, Kampagnen-ID, Quellplattform und Manueller Anzeigeninhalt bereit.


Praxistipp: Prüfe alle paar Monate, was in Unassigned landet, und ordne es per eigener Gruppe zu. Weil die Gruppe auch für historische Daten gilt, stimmen danach auch ältere Auswertungen. Details zeigt das Insight Custom Channel Gruppen in GA4.
Damit neue Daten gar nicht erst unordentlich werden, brauchst du eine feste Konvention für UTM-Parameter. Ein getaggter Link sieht so aus:
https://www.121watt.de/seminare/google-analytics-seminar/?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=2026-11_newsletter_ga4-seminar&utm_content=button-oben
GA4 unterstützt utm_source, utm_medium, utm_campaign, utm_id, utm_term, utm_content, utm_source_platform, utm_creative_format und utm_marketing_tactic; die letzten beiden erscheinen derzeit nicht in Standardberichten. Bewährt hat sich diese Konvention:

Für Google Ads aktivierst du das Auto-Tagging und verknüpfst GA4 mit Google Ads. Zusätzliche UTMs brauchst du nicht. Ohne Auto-Tagging landen Anzeigenklicks als google/organic.

Öffne Berichte > Lebenszyklus > Akquisition > Neu generierte Zugriffe mit der Dimension „Sitzung primäre Channelgruppe“. Aktiviere in der Zeitraumauswahl den Vergleich mit dem vorherigen Zeitraum. Achte auf Verschiebungen zwischen Kanälen: Wächst Direct, während Email schrumpft, fehlen vielleicht UTMs im Newsletter.

Schau im selben Bericht auf „Sitzungen mit Interaktionen“, „Interaktionsrate“ und die durchschnittliche Interaktionszeit. Eine Sitzung mit Interaktion dauert länger als 10 Sekunden, hat mindestens 2 Seitenaufrufe oder ein Schlüsselereignis. Die Interaktionsrate ist ihr Anteil und das Gegenteil der Absprungrate.
Wähle im Dropdown der Spalte „Schlüsselereignisse“ das relevante Ereignis, etwa eine Anfrage oder einen Kauf, und vergleiche die Schlüsselereignisrate. Betrachte immer absolute Zahl und Rate zusammen. Wie du Schlüsselereignisse sauber einrichtest, zeigt das Insight GA4 Conversions richtig messen. Erst wenn du auf ein einzelnes Schlüsselereignis filterst, ist die Schlüsselereignisrate pro Kanal aussagekräftig.
Lege in Standardberichten einen Vergleich an, etwa Gerätekategorie mobile gegen desktop, oder ergänze über das Plus-Zeichen eine sekundäre Dimension wie „Sitzung Quelle/Medium“ innerhalb von Organic Search.
Dann nutzt du eine Exploration im Format Freiform. Segmente gibt es nur dort, in Standardberichten heißen sie Vergleiche. Für regelmäßiges Reporting eignet sich Looker Studio. Unsere Faustregel: Standardbericht für die schnelle Frage, Exploration für die Tiefe, Looker Studio fürs Reporting.
Praxistipp: Willst du einen Standardbericht dauerhaft anpassen, etwa mit deiner eigenen Channelgruppe, kopiere ihn über die Bibliothek und ändere die Kopie. Das Original bleibt für alle anderen unverändert.
„Neu generierte Zugriffe“ rechnet fest nach dem letzten nicht direkten Klick, „Nutzergewinnung“ nach der ersten Nutzerinteraktion. Unter Werbung > Attribution arbeiten die Berichte „Attributionsmodelle“ (mit Modellvergleich) und „Schlüsselereignispfade“ mit dem eingestellten Modell. 2027 gibt es drei Modelle: datengetrieben (Standard), Letzter Klick (bezahlte und organische Channels) und Letzter Klick (bezahlte Google-Channels). Erster Klick, Linear, Zeitverlauf und Positionsbasiert gibt es seit Ende 2023 nicht mehr.
Unter Verwaltung > Datenanzeige > Ereignisse > Attributionseinstellungen legst du auch die Lookback-Fenster fest: für Akquisitions-Schlüsselereignisse (first_open, first_visit) 7 oder 30 Tage (Standard 30), für alle anderen 30, 60 oder 90 Tage (Standard 90).

Im Beispiel sieht jemand eine Instagram-Anzeige, klickt später auf Google Ads und kauft nach einem Newsletter-Klick für 500 €. Beim letzten Klick gehen die 500 € an E-Mail, ein datengetriebenes Modell verteilt den Wert auf alle drei Kontakte. Die Werte in der Grafik sind illustrativ.
Dazu kommt: GA4 vergibt ein Schlüsselereignis pro Journey über alle Kanäle, Google Ads und Meta rechnen sich die Conversion jeweils selbst zu. Die Summe der Plattform-Conversions liegt deshalb oft deutlich über dem Wert in GA4.
„Nutzergewinnung“ zeigt den Kanal des ersten Besuchs (Präfix „Erste Nutzerinteraktion“), „Neu generierte Zugriffe“ die Herkunft jeder Sitzung (Präfix „Sitzung“). Für laufende Kampagnen ist meist der zweite Bericht der richtige.
Meist fehlen Herkunftsinformationen, etwa bei Links aus Apps, Messengern oder PDFs oder bei ungetaggten Newslettern. UTMs für alle eigenen Kampagnen und QR-Codes senken den Anteil.
Seit Mai 2026 im Kanal AI Assistant. Da nicht alle Tools erkannt werden, ergänzt du am besten eine eigene Channelgruppe mit einem KI-Kanal per regulärem Ausdruck.
Nein. Du kannst aber eine eigene Gruppe erstellen oder die Standardgruppe kopieren und anpassen. Eigene Gruppen gelten auch für historische Daten.
GA4 vergibt ein Schlüsselereignis pro Journey über alle Kanäle, Google Ads rechnet sich jede Conversion selbst zu (mehr im Abschnitt Kanalbericht und Attribution).
Welcher Kanal etwas bringt, beantwortet GA4 erst, wenn die Zuordnung stimmt. Feste UTM-Regeln, eine eigene Channelgruppe für KI, Print und Altlasten und der Blick aufs Präfix machen aus verwirrenden Zahlen belastbare Aussagen.
Wenn du tiefer einsteigen willst: Die Grundlagen von Berichten, Dimensionen und Schlüsselereignissen übst du im GA4-Seminar für Einsteiger:innen, Explorationen und Attribution im GA4-Seminar für Fortgeschrittene. Strukturiert und mit Zertifikat lernst du GA4 im Lehrgang Google Analytics 4 Professional. Die Einrichtung eigener Gruppen zeigt dir das Insight Custom Channel Gruppen in GA4, und zum KI-Traffic passt unsere Podcast-Folge GA4 und KI-Traffic.
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