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Traffic-Quellen in Google Analytics 4

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Besucher:innen kommen von den verschiedensten Orten aus auf deine Website. Einige kommen über die organische Suche, einige über die bezahlte Suche, manche finden dich über Social Media und wieder andere geben die URL deiner Seite direkt im Browser ein.

All das sind Traffic-Quellen.

Die Analyse dieser Traffic-Quellen kann dir wertvolle Informationen über deine Zielgruppe liefern. Du lernst sie besser kennen und verstehen und kannst damit deine Marketing-Performance verbessern.

Wir sehen uns heute verschiedene Traffic-Quellen an und zeigen dir, wie du diese in Google Analytics 4 (GA4) analysierst. Außerdem sehen wir uns an einem praxisbeispiel an, wie sich Maßnahmen aus den Analysen ableiten lassen. Grundlage für unseren Beitrag ist ein Artikel von SEMrush.

Was sind Traffic-Quellen in Google Analytics 4?

Traffic-Quellen geben an, über welchen Kanal Besucher:innen auf deine Website gekommen sind.

Diese Daten helfen dir, deine aktuelle Website-Performance besser zu verstehen, die Effektivität deiner Marketing-Kampagnen einschätzen zu können und Möglichkeiten zu finden, diese in Zukunft noch zu verbessern.

Folgende Informationen kannst du aus den Daten zu Traffic-Quellen in GA4 ableiten:

  • Welche Traffic-Quellen bringen die meisten Besucher:innen auf deine Seite?
  • Wie verhält sich der organische Suchtraffic im Vergleich zum bezahlten Suchtraffic?
  • Wie performen deine Marketing-Kampagnen?
  • Welche Quellen lösen die meisten / wenigsten Conversions aus?

Um die Traffic-Quellen in Google Analytics 4 zu verstehen, musst du zuerst über Metriken und Dimensionen Bescheid wissen und nachvollziehen können, wie diese zusammenarbeiten. Sie bilden nämlich am Ende die Traffic-Quellen.

Was sind Metriken?

In GA4 sind Metriken quantitative Messewerte. Eine Metrik kann zeitbasiert, umsatzbasiert oder numerisch sein, oder als Prozentsatz oder Verhältnis angegeben werden.

Ein einfaches Beispiel für eine Metrik in GA4 sind die „Nutzer“, also die absolute Anzahl an User:innen, die in einem bestimmten Zeitraum auf deine Seite gekommen sind. Ein weiteres Beispiel sind Sitzungen. Dabei kann ein Nutzer mehrere Sitzungen auslösen. Nutzer und Sitzungen werden allgemein als „Website Traffic“ bezeichnet. Wenn du mehr über die Definition von Sitzungen lernen möchtest, empfehlen wir dir den Artikel „Wie sind Sitzungen in Google Analytics 4 definiert?“ von Alexander Holl.

Für unseren Artikel verwenden wir die Daten der Beispiel GmbH. Als Analysezeitraum wählen wir die letzten 28 Tage. Wie du siehst, verzeichnet die Beispiel GmbH also für die letzten 28 Tage 32.664 Sitzungen von 20.595 Nutzern.

GA4: Nutzer und Sitzungen

Abbildung 1: Nutzer & Sitzungen

Jetzt willst du natürlich wissen, woher diese Sitzungen kommen. Um das zu beantworten, brauchst du Dimensionen.

Was sind Dimensionen?

Dimesionen sind Attribute, die deine Daten näher beschreiben sollen. Normalerweise sind diese Text-basiert und liefern zusätzliche Informationen über deine Metriken. Nachdem wir geklärt haben, was Dimensionen sind, sehen wir uns an, wo du die entsprechenden Berichte in GA4 findest.

Schau dir die 32.664 Sitzungen genauer an.

Du siehst, dass 22.434 der Sitzungen von Google kommen und Google damit die größte Traffic-Quelle darstellt. Kleinere Anzahlen an Sitzungen kommen von „direct“ (bedeutet, dass User:innen direkt auf deine Seite gekommen sind, z. B. über Eingabe der URL in den Browser) oder von „LinkedIn“.

GA4: Sitzung - Quelle (Beispiel)

Abbildung 2: Quellen der Sitzungen

In Abbildung 2 ist die Dimension „Sitzung – Quelle“ ausgewählt, um die Sitzungen genauer zu beschreiben. Du siehst, wie sie neue Informationen zu den Metriken „Nutzer“ und „Sitzungen“ liefert.

Die „Quelle“ ist ein Beispiel für eine Dimension des Traffics, es gibt aber noch weitere, die wir uns in diesem Artikel ansehen werden.

Info: Traffic-Quellen können sitzungsbasiert oder nutzerbasiert sein. Wenn es dich interessiert, findest du mehr über nutzerbasierte Dimensionen in diesem Google Support Artikel. Wir fokussieren uns in diesem Beitrag auf die gängigeren, sitzungsbasierten Dimensionen.

Wo finde ich den Bericht zu den Traffic-Quellen?

Du findest die Traffic-Quellen in den Standardberichten in GA4.

Klicke zunächst auf Berichte in der Linken Navigation (s. Abbildung 3).

Standardberichte in GA4

Abbildung 3: Standardberichte in GA4

Im Reiter Lebenszyklus gehst du anschließend auf den Bereich Akquisition und wählst den Bericht Neu generierte Zugriffe: Sitzung – Standard Channelgruppe (s. Abbildung 4).

Lebenszyklus > Akquisition > Neu generierte Zugriffe: Sitzung – Standard-Channelgruppe

Abbildung 4: Neu generierte Zugriffe: Sitzung – Standard-Channelgruppe

Über den kleinen Pfeil am oberen Linken Rand des Berichts kannst du die Gewünschte Dimension auswählen (Abbildung 5).

Dimensionen im BEricht auswählen

Abbildung 5: Dimensionen im Bericht auswählen

Tipp: Durch einen Klick auf die jeweilige Spalte, kannst du einen Bericht nach der Metrik, die in der Spalte steht, ordnen lassen. Standardmäßig wird der Bericht nach Nutzerzahlen geordnet

Wege, um Traffic Quellen in Google Analytics 4 zu klassifizieren

GA4 klassifiziert Traffic auf verschiedene Arten, um unterschiedliche Möglichkeiten für die Analyse zu schaffen. Diese Klassifizierungen werden über die Dimensionen vorgenommen.

Es gibt 5 Dimensionen für Sitzungen (= Traffic-Quellen), die du kennen solltest:

  • Sitzung – Quelle: Die spezifische Quelle, von welcher der Traffic kommt.
  • Sitzung – Medium: Die Art des Traffics.
  • Sitzung – Quelle/Medium: Eine Kombination der vorherigen beiden Dimensionen.
  • Sitzung – Kampagne: Traffic, der von einer spezifischen Kampagne aus kommt.
  • Sitzung – primäre Channelgruppe: Regelbasierte Dimension, die den Traffic in Gruppen clustert.

Bevor wir uns die einzelnen Dimensionen im Detail ansehen, müssen wir kurz über UTM-Parameter sprechen. Es gibt einige Ausprägungen, die GA4 standardmäßig mittrackt, beispielsweise die Quelle “google” oder “cpc”. Alle anderen Quellen und Medien, die du tracken möchtest, beispielsweise “email” oder “linkedin”, musst du über UTM-Parameter mitgeben. UTM-Parameter sind Textschnipsel, die einer bestimmten Form folgen und die du an eine URL anhängen kannst. Wenn du mehr über UTM-Parameter lernen wirst, legen wir dir den Artikel “UTM-Parameter in GA4 verwenden und auswerten” ans Herz.

Sehen wir uns jetzt alle Dimensionen an.

Quelle

Die Quelle gibt eine Website oder eine Plattform an, von welcher der Traffic kommt.

Gehen wir zurück zur Beispiel GmbH. Den Bericht zur Quelle hast du bereits oben gesehen: Der meiste Traffic kommt über Google, Platz 2 belegt “direct” Traffic und Platz drei Traffic von LinkedIn.

 

GA4: Sitzung - Quelle (Beispiel)

Abbildung 2: Quellen der Sitzungen

Die wichtigste Quelle für die Beispiel GmbH ist Google. Zusätzlich zum organischen Traffic schalten sie aber auch Google Ads. Aus dem Quelle-Bericht geht nicht hervor, ob der Traffic bezahlt oder organisch ist. Deswegen müssen wir einen Blick auf das Medium werfen.

Medium

Das Medium sagt dir mehr über die Art des Traffics, der auf deine Website kommt. Es ist in gewisser Weise eine andere Art, darüber zu denken, wie der Traffic auf deine Seite kommt.

Im Screenshot siehst du die gleichen 32.664 Sitzungen, dieses Mal klassifiziert nach „Sitzung – Medium“.

GA4: Bericht - traffic klassifiziert nach Medium

Abbildung 5: Traffic klassifiziert nach Medium

Das bedeuten die 5 Zeilen aus Abbildung 5:

  • Organic: unbezahlter Suchtraffic aus Suchmaschinen
  • cpc: bezahlter Traffic
  • (none): Traffic von User:innen, welche die URL direkt in den Browser eintippen oder über ein Lesezeichen kommen
  • email: Manuell klassifizierter Traffic (über UTM-Parameter), der aus einer E-Mail stammt
  • (not set): GA4 kann kein Medium zuordnen

Quelle/Medium

Google Analytics 4 kann Quelle und Medium des Traffic zu einer weiteren Dimension kombinieren. Diese heißt Quelle/Medium.

Beispiel: Quelle/Medium in Google Analytics 4

Abbildung 6: Beispiel für die Dimension Quelle/Medium in GA2

Wie du siehst, kombiniert GA4 in dieser Dimension Quelle und Medium, sodass du direkt sehen kannst, wo genau der Traffic herkommt. Während das Medium „organic“ nicht auf eine bestimmte Suchmaschine schließen lässt (vgl. Abbildung 1) wird hier klar, dass es sich um organischen Traffic von Google handelt.

Während „google / organic“ und „google / cpc“ automatisch kategorisiert werden, kommt der „beispiel / email“ Traffic aus einer E-Mail-Kampagne, welche die Beispiel GmbH versendet hat. Damit diese Kombination in GA4 angezeigt werden kann, mussten zuvor UTM-Parameter vergeben und in den Links aus der E-Mail platziert werden.

Kampagne

Du kannst die Dimension „Kampagne“ verwenden, um Traffic unterschiedlichen Kampagnen zuzuweisen.

Mit der Ausnahme von Google Ads Traffic (bei dem der Kampagnenname automatisch getrackt wird), wird Google Analytics die Kampagnen nicht automatisch reporten. Hier musst du UTM-Parameter verwenden, um deine Marketing-Kampagnen zu klassifizieren.

Etwa wie hier:

Beispiel: Sitzung - Kampagne in GA4

Abbildung 7: Sitzung – Kampagne in Ga4

In den Kampagnendaten der Beispiel GmbH werden in fünf Zeilen tatsächliche Kampagnen angezeigt. Vier davon wurden mit UTM-Parametern eingepflegt. Eine stammt aus der automatischen Klassifizierung von Google Ads.

  • (organic): Organischer Traffic von Suchmaschinen, etwa Google oder Bing. Eine „Kampagne“ im klassischen Sinne gibt es hier nicht.
  • (direct): Direkter Traffic. Hier haben User:innen die URL deiner Seite direkt in den Browser eingegeben oder bspw. ein Lesezeichen verwendet. Hier gibt es ebenfalls keine klassische (Marketing-)Kampagne.
  • dach.email.newsletter-product.q1.: Diese Kampagne stammt aus einer E-Mail- Da die UTM-Parameter gut gewählt wurden siehst du, dass es sich um den Produktnewsletter aus Q1 handelt.
  • Google Ads Lead Gen Search Compaign: Dies ist automatisch klassifizierter Traffic aus einer Google Ads Lead Kampagne.
  • (not set): Hier findest GA4 keine Daten zur Kampagne.
  • dach.fb.awareness.blog.: Dieser Traffic stammt aus einer Awareness-Kampagne bei Meta.
  • (referral): Hier kommt der Traffic von einer referenzierenden Website. Eine Kampagne gibt es nicht.
  • dach.sea.roi.whitepaper: Dieser Traffic stammt aus einer Google Ads Kampagne, bei der keine automatische Klassifizierung vorgenommen wurde, sondern eine manuelle Klassifizierung mit UTM-Parametern.
  • dach.sea.roi.digital-calendar.feed: Dieser Traffic stammt ebenfallsaus einer Google Ads Kampagne, bei der keine automatische Klassifizierung vorgenommen wurde, sondern eine manuelle Klassifizierung mit UTM-Parametern.

Nun wollen wir weitere Informationen über den Traffic erhalten, um ihn bestmöglich analysieren zu können. Dazu wollen wir jeweils eine weitere Dimension betrachten.

Um eine sekundäre Dimension hinzuzufügen, klicke auf das kleine blaue +-Zeichen.

Beginne dann, „Sitzung“ in das Suchfeld einzugeben und wähle „Sitzung – Quelle/Medium“ aus der Liste (s. Abbildung 8)

GA4: Sekundäre Dimension auswählen

Abbildung 8: Sekundäre Dimension auswählen

Jetzt kannst du alle Details sehen, die du benötigst, um Quelle und Medium deiner Marketing-Kampagnen einzusehen.

In Abbildung 9 siehst du beispielsweise, dass Google mehr organischen Traffic bringt als Bing.

Sekundäre Dimensionen in GA4 analysieren

Abbildung 9: Sekundäre Dimensionen analysieren

Primäre Channelgruppe

Traffic Channels sind regelbasierte Gruppierungen deiner Traffic-Quellen und -Medien. Damit soll nochmal ein anderer Blickwinkel auf die Traffic-Quellen ermöglicht werden.

Das klingt zunächst komplex, allerdings sind Channels das, was viele von uns unter den Haupt-Marketing Kanälen verstehen, die Traffic bringen (email, organische Suche etc.).

Primäre Channelgruppe in GA4

Abbildung 10: Primäre Channelgruppe in GA4

Einige Channel Gruppen sind identisch zu bestehenden Traffic Medien. Beispielsweise siehst du, dass der Channel „Organic Search“ fast gleichviele Sitzungen zählt, wie das Medium aus Abbildung 5. Kleine Unterschiede in den Zahlen sind immer möglich. Andere wiederum kombinieren verschiedene Quellen und Medien, um neue Gruppen zu kreieren, beispielsweise “Paid Social”, was an dieser Stelle LinkedIn und Facebook Ads kombiniert.

Sehen wir uns einige der wichtigen Traffic Channels an.

Traffic Channels verstehen

Viele Digital Marketer:innen analysieren und präsentieren Traffic Daten gerne auf Channel-Ebene. Das liegt daran, dass die Daten für Laien (z. B. Personen, vor denen sie präsentieren) einfacher zu verstehen sind, als die Quelle /Medium-Berichte.

Hier ist eine Übersicht über die Haupt-Channelgruppen.

Organic Search Traffic

Organischer Suchtraffic kommt über unbezahlte Links aus Suchmaschinen auf deine Seite. Google oder Bing stellen deine Website auf ihren Suchergebnisseiten (SERPs) dar und User:innen klicken darauf, wenn sie der Meinung sind, dass deine Seite zu ihrer Suchanfrage passt. So sieht ein Suchergebnis auf der SERP aus:

Beispiel für ein organisches Suchergebnis

Abbildung 11: Beispiel für ein organisches Suchergebnis

Interessant wird es, wenn du die URL betrachtest, mit der User:innen vom Suchergebnis auf die Seite gelenkt werden:

URl eines organischen Suchergebnisses

Abbildung 12: URL eines organischen Suchergebnisses

Wie du siehst, sind keine besonderen Parameter in der URL sichtbar. Es handelt sich um die blanke URL. GA4 erkennt trotzdem ,dass der link aus einem organischen Suchergebnis stammt.

Google Analytics klassifiziert Traffic im Channel „Organic Search“, wenn mindestens eine von zwei Bedingungen zutrifft.

  1. Die Quelle stimmt mit einer Liste an bekannten Suchmaschinen überein.
  2. Das Medium entspricht exakt „organic“.

Paid Search Traffic

Bezahlter Suchtraffic kommt über bezahlte Anzeigen bei Suchmaschinen wie Google und Bing auf deine Seite.

Hier siehst du ein Beispiel einer Google Ads Suchanzeige:

Beispiel für eine bezahlte Suchanzeige

Abbildung 13: Beispiel für eine bezahlte Suchanzeige

So sieht die URL aus:

Beispiel: URL einer bezahlten Suchanzeige

Abbildung 14: URL einer bezahlten Suchanzeige

Merke: Diese URL setzt sich aus manuell geschalteten UTM-Parametern zusammen. Wenn die automatische Klassifizierung durch Google Ads vorgenommen wird, kann der Link anders aussehen.

Google Analytics klassifiziert Traffic im Paid Search Channel, wenn die beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  1. Die Quelle stimmt mit einer Liste an bekannten Suchmaschinen überein.
  2. Das Medium entspricht exakt „ppc“, „cpc“ oder ausgewählten anderen Identifyern (diese kannst du hier nachlesen).

Referral

Referral Traffic kommt über unbezahlte Links auf anderen Websites (keine Suchmaschinen) auf deine Seite.

Beispielsweise Links, über die du auf anderen Blogs stolperst:

Beispiel für Referral-Links

Abbildung 15: Beispiel für Referral-Links

Die URL enthält keine besonderen Parameter. Dennoch erkennt Google Analytics, dass es sich um einen Referral handelt:

Beispiel für die URL eines Referrals

Abbildung 16: Beispiel für die URL eines Referrals

Eine Ausnahme kann vorliegen, wenn du eine Kooperation mit dem Inhaber oder der Inhaberin der referenzierenden Seite hast, oder es sich um einen Affiliate-Link handelt. In der Regel sind die Links in beiden Fällen dann auch mit speziellen Parametern versehen.

GA4 klassifiziert Traffic als “Referral”, wenn das Medium „referral“ oder „link“ oder „app“ entspricht.

Wenn du eine große Anzahl an Inbound Links hast, die auf deine Seite zeigen, siehst du vermutlich eine große Menge an Referral Traffic.

Organic Social

Organischer Social Traffic kommt über unbezahlte Links auf deine Seite, die in sozialen Netzwerken wie Facebook oder X gepostet wurden.

Unsere Trainerin Chrissy hat beispielsweise den Link zu ihrem Persona-Seminar bei LinkedIn geteilt:

Beispiel für einen Link bei Social Media

Abbildung 17: Beispiel für einen Link bei Social Media

LinkedIn ersetzt Links in Posts durch Shortlinks, damit der Post lesbarer bleibt. Dieser Shortlinkt führt aber direkt zur URL, die im Post eingefügt wurde, ohne sichtbare Parameter zu hinterlassen (s. Abbildung 18). Dennoch kann GA4 erkennen, dass es sich um einen Link aus einer Social-Media-Plattform handelt und teilt ihn deswegen dem Channel „Organic Social“ zu.

Beispiel für einen Link aus einer Social-edia-Plattfom

Abbildung 18: Link aus einer Social-Media-Plattform

Theoretisch könnte Chrissy in Absprache mit der 121WATT deren UTM-Parameter einsetzen, damit nachvollzogen werden kann, ob der Post zu guten Klicks auf der Website geführt hat. Mit den Dimensionen „Quelle/Medium“ und „Kampagne“ könnte eine Sitzung dann direkt au Chrissy’s Post zurückgeführt werden.

GA4 klassifiziert Traffic im Channel “Organic Search“, wenn mindestens eine der zwei Bedingungen erfüllt ist:

  1. Die Quelle stimmt mit einer Liste an bekannten Socia-Media-Seiten überein.
  2. Das Medium stimmt exakt mit „social“, „social-network“, „social-media“, „sm“, „social network“ oder „social media“ überein.

Paid Social

Paid Social Traffic kommt über bezahlte Anzeigen bei Instagram, Facebook und anderen Social-Media-Plattformen auf deine Seite.

So kann eine Anzeige bei Meta aussehen:

Beispiel für eine bezahlte Anzeige bei Meta

Abbildung 19: Beispiel für eine bezahlte Anzeige bei Meta

Folgende URL wird aufgerufen, wenn ein:e User:in den Call-to-Action der Anzeige klickt. Wie du siehst, wurden UTM-Parameter hinterlegt, damit die daraus entstandene Sitzung eindeutig Facebook Ads zugeordnet werden kann (s. Abbildung 20).

Beispiel für eine URL aus Meta Ads, die mit UTM-Parametern versehen wurde

Abbildung 20: Beispiel für eine URL aus Meta Ads, die mit UTM-Parametern versehen wurde

Google Analytics klassifiziert Traffic im Paid Social Channel, wenn beide dieser Bedingungen eintreffen:

  1. Die Quelle stimmt mit einer Liste an bekannten Social-Media-Plattformen überein.
  2. Das Medium lautet exakt „ppc“ oder „cpc“ oder stimmt mit einem anderen bestimmten Identifyer überein.

Direct Traffic

Direct Traffic schließt User:innen ein, welche die URL direkt in ihren Browser geben oder über ein Lesezeichen auf deine Seite kommen.

GA klassifiziert Traffic im Direct-Channel, wenn beide der folgenden Konditionen eintreffen:

– Die Quelle ist exakt „(direct)“.
– Das Medium ist exakt „(none)“ oder „(not set)“.

Pro Tip: Wenn du UTM-Parameter für deine E-Mail-Marketing-Kampagnen nutzt, kannst du utm_medium=email nutzen, sodass die Besuche aus E-Mails im „Email“ Channel gruppiert werden.

Eine komplette Liste mit allen Standard Channelgruppen findest du direkt beim Google Support.

Wie analysiere und interpretiere ich meine Traffic-Daten?

Die Daten zur Traffic-Quelle helfen dir, herauszufinden, über welche Seiten / Plattformen Nutzer:innen auf deine Seite kommen.
Du kannst verschiedene Fragen an die Daten stellen. Wir stellen diese Beispielhaft an die Daten der Beispiel GmbH.

1. Welche Quellen generieren den meisten Traffic?

Sehen wir uns den Bericht “Akquisition” an. Die primäre Dimension steht auf „Sitzung – primäre Channelgruppe“ und zeigt, welche Channels den meisten Traffic auf die Website bringen.

Primäre Channelgruppe in GA4

Abbildung 21: Primäre Channelgruppe

Du siehst, dass die organische Suche der Beispiel GmbH den meisten Traffic liefert. Der Channel “Organic Search” ist für rund 60 % des Traffics verantwortlich.

Mit diesen Informationen leitet die Marketingleiterin der Beispiel GmbH ab, dass Blog und SEO effizient arbeiten. Organisches Social Media bringt hingegen verhältnismäßig wenig Traffic.

Mit diesen Informationen ausgestattet, könnte die Marketingleiterin folgende Entscheidungen treffen:

  1. Sie entscheidet, SEO weiterhin zu priorisieren und zu überprüfen, welche Arten von Artikeln im Blog am besten abgeschnitten haben. Oder
  2. Sie denkt, dass Social Media eine bisher ungenutzte Chance ist, die sie kommenden Jahr ausschöpfen will, um noch mehr Traffic zu generieren. Sie entscheidet, die Insights aus dem bevorstehenden SEO-Content-Review zu nutzen, um einen passenden Social Media Content-Plan zu erstellen.

2. Welche Quellen bringen den hochwertigsten Traffic?

Einige Sitzungen sind qualitativ hochwertiger als andere. Sie spiegeln deine Marke wider und bringen Unser:innen näher zur Conversion. Andere können eine neutrale oder sogar negative Erfahrung für User:innen sein.

Du kannst herausfinden, welche Quellen hochwertige Besuche liefern. Du musst nur wissen, nach was du Ausschau halten musst.

Zunächst musst du wissen, dass Google Analytics sogenannte “Interaktionen” misst, analog dazu gibt es die Metrik “Sitzungen mit Interaktion”. Du kannst Sitzungen mit Interaktion als qualitativ hochwertiger ansehen als Sitzungen ohne Interaktion, da eine Interaktion bedeutet, dass sich der Nutzer zumindest oberflächlich mit deiner Seite beschäftigt hat.

Eine Sitzung beinhaltet dann eine Interaktion, wenn mindestens eine von drei Bedingungen zutrifft:
– Der Nutzer sieht sich während einer Sitzung mehrere Seiten an.
– Während der Sitzung ist eine Conversion passiert.
– Der Nutzer beschäftigt sich mit einer Seite länger als 10 Sekunden.

Der Anteil der Sitzungen mit Interaktion relativ zur gesamten Anzahl an Sitzungen wird mit der Interaktionsrate ausgedrückt. Diese kannst du gemeinsam mit der “Durchschnittlichen Interaktionsdauer pro Sitzung“ (die totale Menge an Zeit, die aktiv engagierte User:innen auf deiner Seite verbracht haben, geteilt durch die Gesamtanzahl an Sitzungen) betrachten, um zu sehen, welche Quellen den „besten“ Traffic liefern.

Wenn du dich tiefer in die Thematik der Interaktionsrate in GA4 einlesen möchtest, empfehlen wir dir den Artikel „Was ist die Interaktionsrate in Google Analytics 4 (GA4)“ von Alexander Holl.

Für diese Analyse änderst du die primäre Dimension im „Akquisition“-Bericht zu „Sitzung Quelle / Medium“ für deine detaillierte Übersicht.

Interaktionsrate in GA4

Abbildung 22: Interaktionsrate in GA4

Im Screenshot siehst du wieder die Daten der Beispiel GmbH. Die Marketingleiterin könnte folgende Entscheidungen treffen:

  1. Sie sieht, dass zumindest keiner der Kanäle (außer (not set)) total abfällt. Der schlechteste Kanal sind dennoch die E-Mails. Hier wird nun ein externes Team engagiert, das die E-Mail-Marketing-Aktivitäten der Beispiel GmbH auditiert. Das Team hilft dabei, herauszufinden, warum der Traffic aus den E-Mails schlechter performt und liefert mögliche Lösungsansätze.
  2. Der Traffic von Duckduckgo und einem Google Jobs Eintrag bringt besonders qualitativ hochwertige Sitzungen. Allerdings machen sie nur einen Bruchteil aller Sitzungen aus, weswegen sie hier nicht die wichtigste Quelle darstellen. Der Traffic, auf den die Beispiel GmbH das größte Augenmerk legen sollte, kommt von Google Ads. Eventuell macht es Sinn, weitere Anzeigen zu schalten, um noch mehr Traffic zu generieren.

3. Welche Quellen bringen die meisten Conversions?

Den gleichen Report kannst du verwenden, um herauszufinden, welche Quellen die höchste Conversion Rate haben.

In den Daten siehst du, dass die Beispiel GmbH insgesamt 186 Conversions gab. An dem Zusatz oben in der Spalte zu den Conversions erkennst du, dass es sich hierbei nur um die Conversion “Purchase” handelt. Über den kleinen Pfeil daneben kannst du andere Conversions auswählen, beispielsweise Leads, Newsletteranmeldungen oder auch Video Views. Es gibt einige Conversions, die GA4 standardmäßig tracken kann. Andere musst du manuell anlegen.

Converiosns in GA4 analysieren

Abbildung 23: Conversions im Quelle/Medium Bericht in GA4

Die Analyse mit der Dimension Sitzung Quelle / Medium zeigt, dass 61 dieser Conversions aus der organischen Google Suche kamen, 23 von Google Ads und 65 entstanden aus direktem Traffic.

Die Anzahl der Conversions und Sitzungen kannst du nun für jede Quelle vergleichen, um für jede Quelle-Medium-Kombination die Conversion Rate zu berechnen. So kannst du herausfinden, welche Quelle am effektivsten funktioniert.

Die Tabelle oben zeigt deutlich, dass mehr Conversios über die organische als über die bezahlte Suche zustande kommen. Die Beispiel GmbH kann daraus 3 Thesen ableiten, die dabei helfen könnten, mehr Conversions zu generieren:

  1. Die Seite bekommt viel organischen Traffic mit einer Conversion Rate von 0,33 % (-> 61 Conversions / 18.926 Sitzungen). Also wird entschieden, die Top-Landingpages zu hinterfragen und sichtbare CTAs einzusetzen, um es Nutzer:innen einfacher zu machen, zu konvertieren.
  2. Die beste Conversion Rate liefert der direkte Traffic (1,77 %), gefolgt von der organischen Bing Suche (0,99 %) und Google Ads (0,71 %). Diese Kanäle gilt es zu stärken und sukzessive zu verbessern.

Fazit

Traffic-Quellen in Google Analytics 4 sind relativ einfach zu analysieren: Du benötigst keinen benutzerdefinierten Bericht und selbst in den Standardberichten gibt es einige Möglichkeiten, die Ergebnisse zu clustern und auf verschieden tiefen Ebenen zu betrachten.

Die Traffic-Quellen können dir eine Menge Aufschluss darüber geben, wie deine Kanäle und Kampagnen im Vergleich zueinander performen, wo vielleicht noch Potenziale stecken und wo nicht.

Aus dem Englischen von SEMrush.

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