
Ich definiere einen Website-Relaunch so:
Eine signifikante Veränderung der User-Experience und Funktionsweise einer Website im Sinne des Unternehmensziels
Trifft das auf deinen Website-Relaunch zu? Dann frisch ans Werk. Du scheinst einen validen Grund gefunden zu haben.
Ansonsten hier mal ein paar echte Gründe, die mir bisher begegnet sind:
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Wenn du nicht fertig bist, dann bist du nicht fertig. Und wenn du nicht fertig bist, kannst du nicht mit voller Kraft in Richtung Unternehmensziel rennen.
Wie kommt es nun dazu, dass Websites gelauncht werden, die noch nicht fertig sind?
Deadlines sind die hässliche Antwort. Aber warum sind Deadlines bei Website-Relaunches ein Problem?
Und das kannst du tun, um dennoch rechtzeitig fertig zu sein:
Und wenn du trotz allem dennoch nicht rechtzeitig fertig wirst, dann verschiebe deinen Website-Relaunch.
Denn den folgenden Satz wird am Ende keiner deiner Kunden sagen: „Miese Website – aber der Website-Relaunch war immerhin pünktlich.“

Jeder hat eine Meinung. Manche haben sogar mehrere.
Bei einem Website-Relaunch aber sollten die Meinungen den Fakten Platz machen.
Hier kommt die harte Wahrheit:
Ob die Website dir oder deinem Chef gefällt, ist vollkommen egal.
Auch in anderen Kontexten ist es eine gute Idee, persönlichen Geschmack und Geltungssucht herunterzuschlucken. Design muss funktionieren. Es soll nicht dich zufrieden machen, sondern deine Kunden.
Du hast zwei Möglichkeiten, um dafür zu sorgen, dass die Ästhetik nicht zum Selbstzweck wird:

Wenn der Website-Relaunch durch ist, hat deine Seite sehr wahrscheinlich auch ein neues, schickes Design erhalten. Ob das nur Fassade ist, kannst du selbst bestimmen. Indem du vor dem Website-Relaunch auch deinen Content prüfst und anpasst. Damit optische Wirkung und Substanz eine Einheit werden.
Ein neues Design schafft keine guten Inhalte.
Der Website-Relaunch zwingt dich, alle Aspekte deiner Website zu prüfen. Das gilt auch für den Content. Wenn du also schon einmal dabei bist, ergreife die Gelegenheit und mach einen Content-Audit.
Und so geht es:
Bei Punkt 3 helfen dir diese Fragen:

Die Kollegen bei Amazon wissen ziemlich gut, wie der Hase läuft. Richtig? In den letzten 10 Jahren haben sie Erträge in Höhe von 483.050.000.000,00 Dollar erwirtschaftet.
Wenn Amazon also einen One-Click-Buy-Button verwendet – solltest du den dann bei deinem Website-Relaunch auch einplanen?
Dazu eine Frage: Genießt du bei deiner Zielgruppe denselben Trust, wie ihn Amazon seit 1994 mit Investments in Milliardenhöhe aufgebaut hat?
Wenn ja, könnte der Plan vielleicht funktionieren. Denn es hängen noch viele andere Faktoren vom Erfolg dieses Buttons ab. Andernfalls sind die Chancen eher gering.
Löse einzelne Features niemals aus einer Website und löse eine Website niemals aus ihrem Kontext. Denn kein Feature funktioniert ohne einen Kontext.
Kopiere niemals, wirklich NIEMALS ein Feature, ohne GENAU zu prüfen, ob es auch wirklich bei DEINER Zielgruppe funktioniert.
Sonst baust du vielleicht eine Funktion in deine neue Website ein, die selbst gerade getestet wird. Wenn du Pech hast, ist es die schlechter funktionierende Variante eines A/B-Tests, die dir in der Folge eine Menge Misserfolge beschert.

Es gibt einen alten Design-Grundsatz:
Form follows function
Danach soll sich die Gestalt einer Sache aus ihrem Zweck ableiten. Logisch – solange es sich nicht um Kunst handelt, ist etwas, das schick aussieht, aber nicht funktioniert, schlicht unbrauchbar.
Dieser Grundsatz greift nicht, sobald die Form die Funktion beeinflusst. Zum Beispiel bei Websites und anderen Interfaces. Hier bestimmt die Form – also Farben, Schriftgrößen und Formen – wesentlich die Funktion.
Der Grundsatz wird dann zu:
Form is function
Einen Teil darf man aber nie aus der Gleichung herausnehmen. Egal wie man es dreht und wendet. Die Funktion muss immer gegeben sein. Sie hat einen höheren Stellenwert als die Form. Sobald die Form eine Gestalt annimmt, die Funktionen negativ beeinflusst, hat sie ihre Kompetenzen überschritten.
Im Fall einer Website bedeutet das:
Ästhetisches Empfinden kann die Form so beeinflussen, dass sie der Funktion übergeordnet wird. Die Form darf der Funktion aber immer nur unterstützend zur Seite stehen. Niemals darf sie zum Selbstzweck werden.
Oder anders: Nur, wer deine Website bedienen kann, kann auch dein Kunde werden.
Du findest den Call-To-Action in schwarz schöner, weil er zum Logo passt? Du magst ultradünne und kleine Schriftarten? Du stehst auf starke Kontraste? Alles legitim.
Aber funktioniert das auch bei deiner Zielgruppe?
Nein? Dann weise dein Ego in seine Schranken und finde heraus, was wirklich funktioniert.

Okay. Ihr habt also eine Agentur beauftragt. Wenn Ihr das Thema Website-Relaunch nicht inhouse lösen könnt, ist das eine sehr gute Idee. Es ist unter gewissen Umständen selbst dann eine gute Idee, wenn Experten im Haus sitzen. Denn der Blick von außen macht vieles sichtbar, was Betriebsblindheit unter einem Haufen Routine begraben hat.
Aber Obacht:
Nehmt Euch nicht aus der Gleichung heraus.
Einen Dienstleister zu beauftragen heißt nicht, die Verantwortung komplett abzugeben. Vertraue nicht darauf, dass jemand, der euch erst seit ein paar Tagen oder Wochen kennt, im Alleingang funktionierende Lösungen für euer Unternehmen entwickelt.
Deshalb ist es auch so wichtig, dass du bei der Auswahl deiner Agentur ganz besonders sorgfältig vorgehst.
Hierauf würde ich achten:

Wenn du schon mal ein WordPress-Theme gekauft hast, wird es dir bekannt vorkommen: das Staunen darüber, wie toll so eine Website aussehen kann, wenn man genau dieses WordPress-Theme verwendet.
Dasselbe gilt für die Screens vom Designer, die er für deinen Website-Relaunch entworfen hat. Zumindest dann, wenn er dafür von dir keine Inhalte bekommen hat, die auch wirklich auf der fertigen Website zu finden sein werden. Denn dann wird er Platzhalter-Content verwenden. Wahrscheinlich ist das Content, der sein Design unterstützen wird. Nicht, um dir etwas vorzugaukeln, wo nichts ist, sondern einfach, weil er zeigen will, wie das Ganze wirken kann.
Wird das Design dann so von dir abgenommen und letztlich mit echten Inhalten gefüllt, ist die Ernüchterung möglicherweise groß.
Hier ein Beispiel. Die freundlich wirkende junge Frau lässt diese Service-Page sehr gut wirken. Man fühlt sich sofort gut aufgehoben.

Wenn nun aber in Wirklichkeit ich den Service in diesem Unternehmen übernehmen sollte und nur dieses eine Bild von mir existiert und dieses Bild dann auch tatsächlich verwendet wird, weil das Geld für einen Fotografen nicht ausgegeben werden soll. Dann, ja dann wirkt das Ganze auf einmal nicht mehr ganz so gemütlich.

Die Lösung dieses Dilemmas ist ganz einfach:
Stelle deinem Designer immer Inhalte zur Verfügung, die nach dem Website-Relaunch auch wirklich auf der Website zu finden sein werden. Wenn diese Inhalte am Ende das schönste Design zerstören, musst du leider etwas Geld für neue Inhalte locker machen. Sonst war alle Designmühe für die Katz.

Der Website-Relaunch ist nicht der Prozess bis zum Umlegen des Schalters. Der Website-Relaunch ist das Umlegen des Schalters.
Ob du es glaubst oder nicht: Danach geht es erst richtig los.
Deshalb brauchst du einen Monitoring-Prozess, der hilft, technische Prozesse und Web-Analyse-Metriken im Auge zu behalten.
Neben der akribischen Überprüfung deiner Google-Analytics-Metriken in einem engen Abstand solltest du auch diese Dinge im Auge behalten:
Viele Tools, die dir dabei helfen, findest du auf unserer Webpage über Online-Marketing- und SEO-Tools.

Seltsamerweise fällt immer erst kurz vor dem Start auf, dass man ja auch noch mal über die Redirects gucken muss. Ach, und vielleicht schaut man sich in dem Zuge auch noch mal die Meta-Descriptions an. Moment… vielleicht gibt es da ja noch mehr…
Wenn es euch nicht so gehen soll, wie einst der tz aus dem obigen Beispiel, dann holt von Anfang an einen SEO mit ins Website-Relaunch-Boot. Ja, vielleicht ist diese Wahl noch wichtiger, als die des Designers. Denn wenn niemand eure schicke, neue Website sieht, dann nützt euch auch das schönste Design herzlich wenig.
In unserem SEO-Aufbau-Seminar erzählen wir dir mehr über die Stellschrauben, die dir hierzu zur Verfügung stehen:
Und hierauf solltest du mindestens achten, wenn du die SEO zum Website-Relaunch ernst nimmst:
Mehr zum Thema Website-Relaunch erfährst du in unserem Seminar mit Kai Radanitsch:
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