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SMX München 2019: Recap und Key Learnings

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Jetzt ist sie vorbei – die SMX 2019 in München, eine der wichtigsten deutschen Konferenzen zu SEO und SEA. Zwei Tage prall gefüllt mit Wissen, mit Handlungsanleitungen, Inspirationen und neuen Denkanstößen, vermittelt von Online-Marketing-Größen wie Rand Fishkin, Jim Sterne, Karl Gilis und John Müller. Für alle die nicht mit dabei waren, haben wir hier zehn der Tracks zusammengefasst:

  • Rand Fishkin | Die vier Reiter der Online-Marketing-Apokalypse
  • Jim Sterne | Diesmal wird es ernst: die Roboter kommen und alles wird sich ändern
  • Karl Gilis | Wenn die Technologie unser Leben bestimmt – Überlebensstrategien für eine neue Ära
  • Alexander Holl | SEO-Strategien 2019
  • Marcus Tober | Erste Erkenntnisse zum Google März 2019 Core Update und Nichts geht ohne Daten: Dekonstruktion, Kreation und Einsatz von gutem Content
  • Fionn Kientzler | Was haben die anderen, was ich nicht habe? Die Macht der vergleichenden Content-Analyse – Benchmarking und Tools
  • Yannick Lott | Recruiting 2020: Storytelling & Branding mit Social Ads
  • Kirsty Hules | Durchdachte Kreativität: Ein Prozess für bessere Ideen, Content und Ergebnisse
  • Shalini Sukumar | Produktentwicklung mit Machine Learning und KI: Chancen und Herausforderungen
  • Michaela Engelshowe | Von 0 auf 60 Mio Views – YouTube Kanäle, die funktionieren
  • Dr. Martin Schirmbacher | Zielgruppenansprache in einer datenschutzorientierten Welt

 

Keynote | Rand Fishkin: Die vier Reiter der Online-Marketing-Apokalypse

Die diesjährige SMX wird wieder von Rand Fishkin, Founder von SparkToro und weltbekannter SEO-Experte, eröffnet. Er spricht in seiner Keynote über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Web-Marketing und über Strategien, wie diese Herausforderungen gemeistert werden können, um auch in Zukunft im Markt zu bestehen.

Key Learnings:

  • Der organische Traffic über Google sinkt seit ein paar Jahren kontinuierlich. Das liegt daran, dass Google immer öfter die Antwort auf eine Query direkt selbst liefert. User brauchen gar keine Website mehr zu besuchen, um eine Antwort auf ihre Suchanfrage zu finden, sondern erhalten alle relevanten Informationen direkt bei Google selbst.
  • Auch der organische Traffic, den Webseiten über Social-Media-Plattformen erhalten, sinkt seit einiger Zeit. Das liegt daran, dass soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram & Co ebenfalls daran interessiert sind, Nutzer möglichst lange bei sich zu behalten und nicht auf andere Websites weiterzuleiten.
  • Sehr viele Unternehmen investieren höhere Budgets in Suchmaschinenwerbung, während der Return On Investment dieser Werbemaßnahmen sinkt. Offensichtlich legen viele Unternehmen den Fokus mehr auf Wachstum als auf Profit. Der Wettbewerb um die obersten Positionen wird also härter und es werden höhere Gebote fällig, um mit den Anzeigen weiterhin sichtbar zu bleiben.
  • Influencer müssen nur selten Zahlen über Engagement etc. liefern. Dadurch ist es schwer nachvollziehbar, ob Influencer wirklich erfolgreich für ein Unternehmen aktiv sind.

Um trotz dieser Herausforderungen weiterhin erfolgreich zu bleiben, sollten Unternehmen sich darauf konzentrieren, eine starke Brand aufzubauen und Kunden beispielsweise direkt über E-Mail-Marketing anzusprechen.

Und hier auch noch die Präsentation von Rand auf slideshare

The Next Era of Web Marketing: 2019 & Beyond from Rand Fishkin

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  • Wir berichten regelmäßig über die wichtigsten Branchen-Events und aktuelle Seminare.
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Keynote | Jim Sterne: Diesmal wird es ernst: die Roboter kommen und alles wird sich ändern

„The robots are coming, marketing is getting weird”, eröffnet Jim Sterne, Co-Founder der Digital Analytics Association, die Keynote. Gemeinsam mit dem Publikum wagt er einen Blick in unsere Zukunft und gibt erst einmal Entwarnung: Er glaube nicht, dass die Roboter in den nächsten Jahren zu Bewohnern unserer Erde werden – das sei Science Fiction. Was jedoch immer stärker kommen wird, ist maschinelles Lernen und das wird unsere Berufe verändern, jedoch auf eine positive Art und Weise – maschinelles Lernen wird uns dabei unterstützen, unsere Arbeit noch besser zu machen. Die Roboter werden also FÜR uns arbeiten. Wir werden nicht völlig ersetzbar. Denn auch wenn Maschinen sehr gut darin sind, Korrelationen und Muster zu erkennen und Daten einzuordnen, so ist für Bewertungen, Interpretationen der Ergebnisse und Kreativität immer noch das menschliche Gehirn am geeignetsten. Dennoch wird sich in naher Zukunft einiges verändern, vor allem im Bereich des Konsums und Marketings.

Key Learnings:

  • Zukünftig sollten wir unsere Inhalte nicht nur für Web Search optimieren, sondern auch für Voice Search, Augmented Reality, Facial Recognition, etc.
  • Unsere Kunden werden sich in immer unterschiedlicheren Umgebungen mit unseren Inhalten auseinandersetzen, beispielsweise per Sprachsteuerung in Autos.
  • Der Nutzer wird immer weniger selbst tun müssen: Stattdessen schickt ihm Amazon zum Beispiel ungefragt ein Paket mit Dingen, die ihm in naher Zukunft fehlen werden.
  • Auch neue Partnerschaften zwischen Unternehmen werden zu immer mehr Bequemlichkeit führen: Wie wäre es beispielsweise, wenn Netflix wüsste, dass dir in deinem Kühlschrank die Snacks für den Serienabend ausgehen?
  • Vor allem aber sagt Sterne voraus, dass sich im Umgang mit den eigenen Daten etwas ändern wird: Er glaubt, dass jede Person in Zukunft einen zentralen Container haben wird, in dem sämtliche persönliche Daten gespeichert sind und auf den die unterschiedlichen Services wie Amazon, Facebook & Co. dann zugreifen.
  • Im Gegensatz zu den Unternehmen ist die zentrale Daten-Ablage sicher und vertrauenswürdig. Und sie ermöglicht es jedem Konsumenten einen persönlichen Assistenten zu besitzen, der alles über die jeweilige Person weiß und für sie arbeitet.

Keynote | Karl Gilis: Wenn die Technologie unser Leben bestimmt – Überlebensstrategien für eine neue Ära

52 % der Fortune-500-Unternehmen, die es 2000 gab, existieren heute nicht mehr. Und weitere 40 % der Unternehmen werden in den nächsten 10 Jahren dem digitalen Wandel zum Opfer fallen. Doch ist wirklich der digitale Wandel Grund für das Scheitern der Unternehmen? Das stellt Karl Gilis, Co-Founder AGConsult, stark in Frage. Für ihn liegt die Schuld bei den Unternehmen selbst: „You don’t care about your customers. Most companies just care about themselves.“ Die Lösung liegt für Gilis darin, den Kunden und seine Probleme wieder ins ZENTRUM VON ALLEM zu stellen.

Key Learnings:

  • Unternehmen sollten sich die Frage stellen, warum Kunden von ihnen kaufen, welche Probleme das eigene Produkt lösen kann und vor allem warum manche potenziellen Kunden eben nicht bei ihnen kaufen.
  • Gilis empfiehlt die richtige Frage zur richtigen Zeit zu stellen. Anstelle von langen Feedback-Umfragen, also eine, maximal zwei, kurze und dafür zielgerichtete Fragen zu ganz bestimmten Momenten. Beispielsweise dann, wenn ein Kunde die Seite verlässt oder das Ende einer Seite erreicht hat.
  • Nicht nach Meinungen oder zukünftigem Verhalten fragen.
  • Ausgefallene Fragen stellen: „Wenn wir Ihr Carport morgen kaputt machen würden, was würden Sie am meisten vermissen?“  Die hier aufgezählten Gründe sind die Hauptargumente für den Kauf. Kommuniziere diese auf deiner Seite. Bringe den Kunden zum Nicken. Zum Zustimmen. Er soll sich verstanden fühlen.
  • Warum kaufen potenzielle Kunden nicht bei dir? Greife deren Begründung auf. Nimm den potenziellen Kunden ihre Ängste und Hürden. Kommuniziere das.
  • Klarheit bedeutet nicht immer Minimalismus, sondern eine klare Aussage.

Verändere deine Denkweise und Website weg von „Was ist das Ziel meiner Website?“ hin zu „Was ist das Ziel meines Kunden?“

 

Alexander Holl: SEO-Strategien 2019

Der Vortrag von Alexander Holl, CEO der 121WATT, beschäftigt sich mit der Frage, welche Fehler bei der Keyword-Recherche gemacht werden können und wie eine durchdachte Keyword-Strategie aussehen kann. Der Recherche von Suchbegriffen sollte eine bedeutende Rolle eingeräumt werden, da Keywords die Sichtbarkeit, die Rankings, den Qualitätsfaktor und das Budget stark beeinflussen können.

So sollten Keyword-Daten nicht nur gesammelt werden, sondern auch bereinigt und kategorisiert. Für die Datensammlung gibt es mehrere Tools, so zum Beispiel den Google Ads Keyword Planner, Google Trends, Google Suggest, Google Correlate sowie kostenpflichtige Tools wie zum Beispiel Ryte oder Hypersuggest. Dadurch haben wir eine Vielzahl an Daten, bei denen zunächst die Übersichtlichkeit hergestellt werden muss. Eine erste Maßnahme hierfür ist das Deduplizeren der Daten. Dies geht zum Beispiel in Google Spreadsheets mit der Funktion „unique“. Der nächste Schritt ist die Datenbereinigung. Hier empfiehlt sich die Unterteilung in informationale (Magazin / Blog), navigationale (Startseite / Produktseiten / FAQ) und transaktionale Keywords (Produktkategorien / Produktdetailseiten). Darauf kann die Entwicklung einer strategischen Keywordstrategie aufgebaut werden: Hierbei wird zwischen dem taktischen Keywording und dem strategischen Keywording unterschieden. Beim taktischen Keywording wird ein einzelnes Keyword analysiert und mehrere Kombinationen oder weitere Suchanfragen zu diesem Thema / dieser Betrachtung werden hinzugezogen. Ein Beispiel hierfür ist die „shimano Schaltung“, worunter auch Suchbegriffe wie „shimano versus sram“ oder „Shimano XT“ fallen. Im Rahmen des strategischen Keywordings wird dagegen der gesamte Suchverlauf betrachtet. Ein Beispiel hierfür wäre dann die gesamte Mountainbike-Bestellung: Zu Beginn sucht der Nutzer nach „Mountainbike“ und möchte dann die Unterscheidung zwischen „hardtail oder fully“ herausfinden. Die Customer Journey schließt dann zum Beispiel mit dem Suchbegriff „Mountainbike online kaufen“ ab.

Die Datenbereinigung & -kategorisierung kann auch wie folgt untergliedert werden:

  1. Keywordplanner in Google Ads verwenden und ein neues Keyword ermitteln
  2. Im Keyword-Planner filtern und kategorisieren (z. B. durchschnittliche Suchanfragen pro Monat)
  3. In Google Spreadsheets eine Pivot Tabelle definieren, damit zum Beispiel das Durchschnittsgebot für eine Suchanfrage herausgefunden werden kann
  4. Redaktionsplan entwickeln
  5. Das Budget in Google Ads definieren

Mit einer Keywordstrategie können die folgenden Vorteile erzielt werden:

  1. Einführung eines strategischen Contentplans
  2. Relevante Nutzer identifizieren
  3. Die relevante Sichtbarkeit erhöhen
  4. Das Google Ads Budget festlegen

Keywordrecherche, Keywordstrategien und Keywordtools – SMX 2019 from 121WATT GmbH

 

Marcus Tober: Erste Erkenntnisse zum Google März 2019 Core Update und Nichts geht ohne Daten: Dekonstruktion, Kreation und Einsatz von gutem Content

Der Vortrag von Marcus Tober, CTO und Gründer von Searchmetrics, beschäftigt sich mit der Datenanalyse zum Google März Core Update und er vergleicht, welche Seiten und welche Faktoren sich geändert haben. Bereits im Jahr 2018 gab es ein Update, welches die SEO Visibility beeinflusst hat. Hier hat der Referent die Website medicine.net mit der verywellhealth.com verglichen. Bevor das Core Update 2018 durchgeführt worden ist war medicine.net deutlich stärker als verywellhealth.com. Mit dem Update haben sich die Verhältnisse umgekehrt. Das Core Update im März 2019 hat die Verhältnisse wieder geändert und die SEO Visibility von medicine.net ist wieder deutlich stärker als die von verywellhealth.com. Als Begründung für die Veränderungen des Core Updates 2018 sah Marcus die Tatsachse, dass die Seite verywellhelth.com 13mal mehr Traffic produzierte, obwohl sie weniger Keyword Rankings produzierte. Außerdem sah er die User Experience auf der Seite von verywellhealth.com als besser an, da die Seite cleaner aufgebaut war und der Nutzer nicht mit zu vielen Fenster (z. B. Newsletter-Anmeldung) überfordert worden ist. Daraus folgt die Begründung, dass UX ein wichtiger Bestandteil des Google Updates ist. Deshalb sollte die Optimierung im Bereich von UX, Tech und Business durchgeführt werden. Eine weitere Erkenntnis war, dass die Wortanzahl keine Bedeutung auf die Google Rankings hat.

Das Google Core Update im März 2019 hat jedoch eine Veränderung hervorgebracht und hat die Verhältnisse mal wieder verändert. Nach dem Update war die SEO Visibility von medicinenet.com besser, als die von verywellhealth.com. Somit kommt es wohl doch nicht auf UX an, wenn man strikt nach den Daten geht. Daher sind weiterhin viele Fragen offen und es nicht ganz klar, wie die Rankings nach dem Google März 2019 Core Update beeinflusst werden können.

Key Learnings:

  • Der User ist der Schlüssel für gute Rankings.
  • Ranking-Faktoren müssen zum jeweiligen Geschäft passen.
  • Kontrolliere deine Seite mit Google Lighthouse (Entwicklerkonsole – dort findet ihr es unter „Audits“).

Neben alle Aspekten rund um das Thema Google Core Update, findet Ihr in diesem Artikel einen Ausblick zu den aktuellen SEO-Trends

 

Fionn Kientzler: Was haben die anderen, was ich nicht habe? Die Macht der vergleichenden Content-Analyse – Benchmarking und Tools 

Für den Aufbau und die Optimierung einer Website im Hinblick auf SEO und Content Marketing ist es hilfreich, sich den Wettbewerb einmal genauer anzusehen. Hierfür gibt Fionn Kientzler, Managing Partner von Suxeedo Tipps für geeignete Tools und Bewertungsansätze. Er macht dabei vor allem deutlich, dass der Fokus der Analyse nicht auf dem Text allein, sondern ebenso auf dem Kontext liegen sollte.

Key Learnings:

  • Text: Eine WDF*IDF-Optimierung der eigenen Texte mit dem Tool Termlabs.io ist eine gute Möglichkeit, um sich im Ranking zu verbessern und in die TOP 10 zu gelangen. Für die TOP 1 ist eine WDF*IDF-Optimierung allein nicht ausreichend.
  • Kontext: Entscheidend für eine TOP-1-Position sind die Nutzersignale, wie Klickrate, Absprungrate, Verweildauer sowie die Erfüllung der Nutzerintention. Die Nutzerintention stellt dabei den Kontext dar: Was erwartet der Nutzer bei der Eingabe dieses Keywords? Wo befindet er sich im Funnel? Will er einen langen, ausführlichen, beratenden Text oder lediglich eine knappe glossarische Antwort.
  • Um Texte allumfassend zu bewerten sollte man sich mit Blick auf die Konkurrenz qualitative Variablen für eine bestimmte Textkategorie überlegen und die einzelnen Texte dieser Kategorie dann anhand der Variablenliste scoren.

Ebenso ist es hilfreich einmal den Blick über den Tellerrand zu wagen: Statt also nur die Inhalte der Konkurrenz zu kopieren, könnte man sich Seiten ansehen von Organisationen, die für ein Spezialthema gut ranken. Ein Beispiel: Beim Thema „Umweltfreundliche Ferienhäuser“ sehe ich mir also nicht Konkurrenzseiten wie Urlaubsguru an, sondern vielleicht die Seite des Bundesministeriums für Umwelt und Naturschutz.

 

Yannick Lott: Recruiting 2020: Storytelling & Branding mit Social Ads

Yannick ist Business Unit Leiter und Creative Director bei der Berliner Agentur Torben, Lucie und die gelbe Gefahr. Er beginnt seinen Vortrag mit einer sehr persönlichen Geschichte – und schafft damit den perfekten Einstieg in das Thema „Storytelling“. Er spricht über die Herausforderungen, die Unternehmen heutzutage in Bezug auf das Recruiting neuer Mitarbeiter haben und zeigt auf, wie sie es mithilfe cleverer Strategien dennoch schaffen können, im War of Talent zu bestehen.

Key Learnings:

  • Heutzutage reichen herkömmliche Stellenanzeigen oft nicht mehr aus. Um Bewerber von sich zu überzeugen, sollten Unternehmen authentische Werte kommunizieren und auf Augenhöhe mit den potenziellen Mitarbeitern sprechen. Im Idealfall wird die gleiche Nachricht über alle verschiedenen Kommunikationskanäle hinweg verbreitet, um ein authentisches Bild nach außen zu senden.
  • Nähe ist für die (meist) junge Zielgruppe normal und erwünscht. Unternehmen sollten den potenziellen Bewerbern daher direkte Einblicke in den Arbeitsalltag gewähren.
  • Ob Inhalte für einen User relevant sind, hängt vom jeweiligen Kontext und Timing ab. Unternehmen sollten also sicherstellen, dass sie ihre Zielgruppe genau kennen und diese im richtigen Moment ansprechen (Beispiel: Wenn ich gerade total glücklich in meinem Job bin, brauche ich keine neuen Jobangebote zu erhalten, da die Chance, dass ich darauf reagiere, relativ gering ist).

 

Kirsty Hules: Durchdachte Kreativität: Ein Prozess für bessere Ideen, Content und Ergebnisse

Die SEO-, Content- und PR-Expertin Kirsty Hules spricht in ihrem inspirierenden Vortrag darüber, dass der Überfluss an Informationen potenzielle Nutzer und Kunden schnell überfordern kann. Es gibt immer mehr Werbeanzeigen und Inhalte, mit denen wir Menschen konfrontiert werden. Dadurch wird es für viele Unternehmen zunehmend schwieriger, ihre Zielgruppe zu erreichen. Ein guter Weg, um in der Masse doch noch aufzufallen, ist es, kreative Inhalte zu erstellen. Und Kirsty überzeugt ihr Publikum dank verschiedener wissenschaftlicher Studien davon, dass Kreativität kein angeborenes Talent ist, sondern jeder Mensch das Potenzial hat, kreativ zu sein.

Key Learnings:

  • Jeder hat das Potenzial, Kreativität zu erlernen bzw. zu trainieren und jeder ist selbst dafür verantwortlich. Wer gerne kreativer werden möchte, muss dafür einiges an Zeit investieren, doch schrittweise wird es einfacher, da sich das Gehirn an kreative Denkprozesse gewöhnen kann.
  • In den meisten Unternehmen gilt Brainstorming als ein praktisches Tool, um gemeinsam neue und kreative Ideen zu generieren. Tatsächlich funktioniert Brainstorming aber besser alleine als im Team – die Mitarbeiter werden bei der individuellen Arbeit nicht von außen beeinflusst und können ihren Gedanken zunächst freien Lauf lassen. Anschließend werden die Ideen zusammengetragen.

Nicht nur die persönliche Einstellung, sondern auch das äußere Umfeld hat einen wichtigen Einfluss auf die Kreativität. Es hilft, öfter mal die Routine zu durchbrechen und etwas Neues auszuprobieren oder unbekannte Orte zu besuchen, um dem Gehirn neue Reize zu geben.

 

Shalini Sukumar: Produktentwicklung mit Machine Learning und KI: Chancen und Herausforderungen

Shalini Sukumar, Product Owner Data Science bei Booking.com, zeigt am Beispiel des Unternehmens was Machine Learning bereits alles im Bereich Produktentwicklung ermöglicht und welche Herausforderungen durch die neuesten Entwicklungen entstehen.

Key Learnings:

  • Durch die Masse an verfügbaren Daten ist es für Unternehmen heutzutage ein Leichtes, die Präferenzen individueller Kunden zu erkennen. Das kann genutzt werden, um Usern personalisierte Angebote zukommen zu lassen.
  • Natürlich verhalten sich User aber nicht immer nach einem bestimmten Muster. Die Kundenbedürfnisse sind immer auch situationsabhängig. Machine Learning ermöglicht es, das jeweils beste Suchergebnis für eine bestimmte Situation anzuzeigen.
  • Wenn genug Daten über verschiedene User vorliegen, besteht außerdem die Möglichkeit, übergreifende Muster und Gemeinsamkeiten zu erkennen. Dadurch können einem User neue Inhalte angezeigt werden, die möglicherweise von Interesse sind, obwohl nicht aktiv danach gesucht wurde.
  • Trotz all der Möglichkeiten der Automatisierung und Personalisierung von Suchergebnissen, sollten Kunden weiterhin die Möglichkeit haben, ihre Suche selbst anzupassen und eigene Kriterien/Filter zu setzen. User sollten in der Lage sein, ihre Suche selbst zu kontrollieren.

 

Michaela Engelshowe: Von 0 auf 60 Mio Views – YouTube Kanäle, die funktionieren

Wie bringt man seinen YouTube-Kanal organisch zum Wachsen? Mit dieser Frage hat sich Michaela Engelshowe, Gründerin von Die Netz WG, in ihrem Vortrag auseinandergesetzt. Sie selbst hat bereits zahlreiche Kanäle innerhalb kürzester Zeit groß gemacht – von 0 auf 1 Millionen Views und das innerhalb von drei Wochen. Ihr Geheimnis: Hero-Videos, mehr Beachtung des Thumbnails und Anpassung an den Algorithmus.

  • Hero-Videos: Ein erfolgreicher Kanal besteht aus Help-, Hub- und Hero-Videos.
    • Viele Help-Videos zu gefragten Keywords, die mindestens wöchentlich hochgeladen werden und für das durchgehende Grundrauschen sorgen. Klassische Help-Videos sind How-To-Formate zu Themen, nach denen Nutzer auf YouTube suchen.
    • Außerdem braucht ein Kanal Hub-Videos, die Inspirationen bieten und versuchen, einmalige Zuschauer in Abonnenten zu verwandeln. Hub-Videos sind z. B. Formate, die es nur auf deinem Kanal gibt.
    • Entscheidend für den großen Erfolg eines Kanals sind jedoch Hero-Videos. Bereits eines von diesen Hero-Videos kann für den entscheidenden Kanalboost sorgen. Es treib die Views innerhalb kürzester Zeit rasant nach oben. Dabei wirkt sich der Effekt sowohl auf die vergangenen als auch auf alle zukünftigen Videos des Kanals aus. Ein Hero-Video sollte sich mit einem für die Zielgruppe extrem relevanten Ereignis befassen. So z.B. ein Unboxing-Video zum Erscheinen des neuen Thermomix.
  • Thumbnail: Das Thumbnail, also das kleine Vorschaubild ist laut Michaela Engelshowe extrem wichtig, denn es ist der Hauptfaktor, warum ein Video in den Suchergebnissen geklickt wird oder nicht. Seit YouTube die CTR als entscheidenen Rankingfaktor eingeführt hat, entscheidet das Thumbnail also indirekt darüber, ob YouTube dein Video an guter Position ausspielt und aktiv vorschlägt. Durch eine Anpassung des Thumbnails hat die Referentin bereits eine Steigerung von 200 auf 70 000 monatliche Views erreicht. Ihre Tipps:
    • Reale Bilder, die wirken wie Shots aus dem Video, die jedoch selbst erstellt wurden.
    • Kein Text.
    • Zoom und die komplette Fläche ausnutzen.
    • Einfach und selbst erklärend.
    • Beim Zeigen von Gesichtern sollte an die Augen herangezoomt werden.
  • Algorithmus: YouTube arbeitet mit verschiedenen Algorithmen, die darüber entscheiden, welche Videos in der Suche, auf der Startseite, in den Videovorschlägen, im Abofeed und in den Trends angezeigt werden. Um dem YouTube-Algorithmus zu gefallen, empfiehlt Michaela Engelshowe die Orientierung an der mathematischen Erfolgsformel: Watchtime + CTR + Zuschauerbindung = Views
    • Watchtime: Diese sollte bei 4 – 8 Minuten liegen, je nach Gesamtlänge des Videos
    • CTR: Hier liegt ein guter Wert bei über 10 %
    • Zuschauerbindung: Sie sollte bei mind. 60 % liegen und abgesehen vom Einstieg (hier darf man 25 % der Zuschauer verlieren) eine relativ gerade Kurve ergeben.

 

Dr. Martin Schirmbacher: Zielgruppenansprache in einer datenschutzorientierten Welt

Der Vortrag von Dr. Martin Schirmbacher, Fachanwalt für IT-Recht, beschäftigt sich mit der aktuellen Situation der Zielgruppenansprache und wie sich die datenschutzrechtlichen Änderungen im Tracking und Targeting auf die Möglichkeiten der Zielgruppenansprache und des Remarketings auswirken. Die Verarbeitung personenbezogener Daten ist u.a. dann erlaubt, wenn die Einwilligung des Betroffenen vorliegt, ein Vertrag oder eine ähnliche Verbindung besteht oder die berechtigten Interessen des Unternehmens überwiegen. Das berechtigte Interesse liegt dann vor, wenn zum Beispiel das Unternehmensinteresse im Bereich des Direktmarketings vorliegt, dieses Direktmarketing notwendig für die Zweckerfüllung des Unternehmens ist und wenn die Interessen des Nutzers nicht überwiegen. Im Bereich des Targetings ist das klassische Re-Targeting zulässig. Die Grenze liegt jedoch bei dem Cross-Device-Targeting, da der Nutzer nicht mit einer geräteübergreifenden personalisierten Werbung rechnet. Targeting über Facebook ist ebenfalls über das berechtigte Interesse zulässig, jedoch muss hier zwischen dem Facebook-Pixel und Audiences anhand von E-Mail-Adressen unterschieden werden. Das klassische Facebook-Pixel ist zulässig, jedoch muss für das Hochladen von E-Mail-Adressen die Einwilligung des Nutzers eingeholt werden.

Im Übrigen muss darauf geachtet werden, dass bei den Targeting-Maßnahmen eine Widerspruchsmöglichkeit, wie zum Beispiel in Form eines Opt-outs, angeboten wird.

Key Learnings:

  • Das Direktmarketing kann auf die berechtigten Interessen gestützt werden.
  • Die Notwendigkeit des Direktmarketings muss im Einzelfall bestimmt werden.
  • Facebook Pixel ist im Einzelfall zulässig. Dies muss aber ausreichend begründet sein.
  • Das Hochladen von E-Mail-Adressen in Facebook ist nicht erlaubt.

Weitere Präsentationen der SMX 2019 hier auf Slideshare

Dich hat ein anderer Vortrag interessiert? Hier findest du weitere Recaps zur SMX München 2019:

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3 Kommentare zu “SMX München 2019: Recap und Key Learnings”

  1. Avatar

    Janosch Siebert

    05.04.2019 um 12:43 Uhr

    Danke für diese prägnante Zusammenfassung und die Bereitstellung der Folien der Keynote. Wieder mal spitze!

  2. Avatar

    Jim Sterne

    08.04.2019 um 02:46 Uhr

    Alexander and Christoph, I don’t know how you do it! SO many notes, captured in such an INTENSE couple of days. Wonderful!

    However, I feel the need to make a small correction about my vision of the future. A tiny shift in description, that makes a large difference. I do not see „a central container in which all personal data is stored and to which the various services such as Amazon, Facebook & Co. then access.“ Rather, I see individual containers where each consumer stores their own data and allows various levels of access to various vendors. Perhaps it was just a misunderstanding of the page translator, but I felt a responsibility to clarify.

    Thanks again for a great SMX and see you at the Marketing Analytics Summit in Berlin in November!

    • Avatar

      Alexander Holl

      08.04.2019 um 15:54 Uhr

      Hi Jim, great hearing from you. It was a pleasure moderating your Keynote on SMX 2019. We will correct, accordingly to your input. I did not know that you speak german 🙂
      Best regards
      Alexander

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