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Was ist Influencer-Marketing? Funktion, Formen, Vorteile

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Das Grundprinzip des Influencer-Marketings ist keine Neuentdeckung. Es ist fast 90 Jahre her, dass man den Effekt der Beeinflussung Vieler durch Einzelne in sozialen Netzwerken erstmals wissenschaftlich untersucht hat. Damals ging es um die Gruppendynamik in Kinder-Cliquen. Auf digitale Medien angewendet, entfaltet dieses alte Prinzip allerdings eine sehr lukrative Macht. Influencer auf den heutigen sozialen Medien erreichen ihre Zielgruppe mit minimalem Streuverlust, hoher Authentizität und damit maximaler Wirkung.

In diesem Artikel erfährst du, wie.

Influencer-Marketing gibt es im Prinzip schon, seit es Menschen gibt. Vor langer Zeit sagte man dazu noch Empfehlung.

influencer-marketing gibt es schon lange

In diesem Artikel erfährst du:

  • Wie Influencer-Marketing grundsätzlich funktioniert
  • Was einen guten Influencer ausmacht
  • Welche verschiedenen Influencer-Typen es gibt
  • Wie Influencer bezahlt werden
  • Welche Vorteile dir Influencer-Marketing bietet
  • Wann Influencer-Marketing zu Schleichwerbung wird
  • Wie Influencer dein Produkt in ihren Content integrieren

Das Grundprinzip des Influencer-Marketings

Es ist eine altbekannte Weisheit: Wenn eine Person, die bei einer Gruppe ein hohes Ansehen genießt, dein Produkt positiv bewertet, wird diese Gruppe es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch positiv bewerten.

Früher sprach man auch von:

  • Testimonial-Werbung
  • Meinungsführen/Meinungsfolgern
  • Word-Of-Mouth, also Empfehlungsmarketing im sozialen Umfeld des Einzelnen

Testimonials wurden dazu genutzt, über Massenmedien verbreitete Werbung effektiver zu machen. Und zwar, indem man den Fernsehzuschauern und Magazinlesern zeigte, daß Ihr Idol auch ein bestimmtes Produkt oder Service nutzte. Man setzte in anderen Werbestrategien für neue Produkte gezielt darauf, mit besonderen Vertriebsstrategien Meinungsführer zu erreichen. Dies in der Hoffnung, daß mit den Meinungsführern verbundene Meinungsfolger zum Beispiel durch Word-Of-Mouth oder dem Abschauen des Konsumverhaltens das Produkt oder den Service selber kauften.

Durch soziale Medien, wie Facebook, Twitter, Instagram, aber auch LinkedIn oder XING, verschmelzen diese Ansätze zum Influencer-Marketing.

Es entsteht aus der Verschmelzung dieser Ansätze aber mehr als die Summe ihrer Einzelteile und der neue Begriff des Influencer Marketings ist aus Sicht der 121WATT mehr als gerechtfertigt.

Wie sieht der ideale Influencer aus?

Influencer heißt Beeinflusser. Ein Influencer ist jemand, der eine bestimmte Gruppe von Menschen in eine bestimmte Richtung lenken kann. Er suggerriert – absichtlich oder unabsichtlich – dass eine Sache entweder gut oder schlecht ist, gekauft oder ignoriert, unterstützt oder abgelehnt werden sollte.

Wie macht ein Influencer das?

Wenn es um das Thema „Beeinflussung“ geht, kommt man an Robert Cialdini und seinem Buch Influence nicht vorbei.

Er beschreibt darin den idealen Influencer als jemanden, dem die folgenden Eigenschaften zugeschrieben werden:

  • Sympathie: Man mag diesen Menschen.
  • Autorität: Dieser Mensch hat Ahnung von seinem Fach. Seinen Aussagen ist zu vertrauen.
  • Wertekonsistenz: Wenn man macht, was dieser Mensch vorschlägt, dann passt das zum eigenen Wertekompass. Man kann innerhalb der eigenen Komfortzone handeln.
  • Reziprozität: man schuldet diesem Menschen einen Gefallen. Vielleicht deshalb, weil er in der Vergangenheit nützliche Informationen kostenlos zur Verfügung gestellt hat.
  • Knappheit: Die Informationen, die dieser Mensch verbreitet, sind exklusiv. Man bekommt sie nicht überall, sondern nur bei ihm.
  • Social Proof: Das, was dieser Mensch gerade vorschlägt, passt zum Zeitgeist. Würde man der Empfehlung folgen, wäre man damit nicht allein.

Da haben wir es. Keine Magie, keine Hypnose, sondern eine ganz plausible Reihe von Eigenschaften, die Menschen dazu bringen, jemandem zu glauben.

Influencer-Marketing-Infografik

Vereint eine Person mehrere oder sogar alle dieser Eigenschaften in sich, haben wir es mit einem starken Influencer zu tun, der sein Publikum leicht beeinflussen kann.

Alte Muster greifen nicht mehr

Das Bild des perfekten Transporteurs von Markenbotschaften hat sich gewandelt. Denn es ist untrennbar mit dem Medium verbunden, über das der Influencer kommuniziert. Als Michael Jordan in den 80ern Coca-Cola-Sixpacks auf Baumhäuser gedunkt hat, wurden die Qualitäten eines bekannten Sportlers mit den damit verbundenen Attributen als ausreichend angesehen.

Auch wenn man den folgenden Satz damals für unaussprechbar gehalten hätte:

Das reicht nicht mehr.

Der ideale Influencer verfügt über eine klar umreißbare Gefolgschaft

Klar, mit Superlativen sollte man vorsichtig sein. Aber ich behaupte, in JEDER Branche gibt es bestehende und mögliche Influencer, die der jeweiligen Zielgruppe süße Botschaften ins Ohr flüstern können. Und nein, das Influencer-Universum besteht nicht nur aus Fashion und Lifestyle.

Kennst du zum Beispiel Klaus Weisskirchen? Klaus entwickelt und verkauft Lockinstrumente, mit denen man die verschiedensten heimischen Tiere aus Wald und Flur anlocken kann. Er gibt Seminare zum Thema, die regelrecht überrannt werden und Klaus ist in ganz Europa tausenden Menschen als der Lockinstrumentepapst aus Nürnberg bekannt.

Klar umreißbare Gefolgschaft: Naturfotografen, Förster und Jäger.

Es gibt unzählige weitere Beispiele für Menschen, die einer Zielgruppe bekannt sind und die oben genannte Eigenschaftenschaftsliste von Cialdini in sich vereinen.

Der ideale Influencer passt genau zu deinem Produkt

Wenn Klaus aus unserem Beispiel oben seiner Gefolgschaft nun einen Lidschatten empfehlen würde, wäre das wahrscheinlich nicht sehr wirksam. Klaus spricht vornehmlich mit Männern höheren Alters mit einem hohen bis sehr hohen Einkommen, die teuren Interessen nachgehen. Wenn dein Produkt also aus dem Bereich Outdoor (ähnliches Thema) oder Geländewagen (passendes Einkommensniveau) stammt, könnte Klaus dein idealer Influencer sein.

Influencer-Marketing: die Reichweite allein ist nicht entscheidend

Wenn du Fidget Spinner verkaufst, verhilft dir wahrscheinlich derjenige Influencer zu mehr Absatz, der eine riesige Gefolgschaft sein Eigen nennt. Wenn mehrere Millionen seine Empfehlung sehen, dann fällt es auch weniger ins Gewicht, dass er von allen Eigenschaften der Zielgruppe nur das ungefähre Alter bedienen kann. Fidget Spinner sind ein Massenphänomen, das eben hauptsächlich vom Alter bestimmt wird.

Dazu kommt, dass so ein Fidget Spinner Stand Mai 2017 nur ein paar Euro kostet. Es geht also um Masse, Masse und nochmals Masse.

Man könnte in diesem Fall auch sagen: Viel hilft viel.

Bist du Hersteller von High-End-Elektro-Downhill-Mountainbikes wie zum Beispiel Haibike, dann hilft dir unter Umständen auch ein Influencer, der nur eine kleine Gruppe mit Inhalten versorgt. Dafür müssen seine Follower durch Qualität und chirurgisch präzises, demografisches Matching bestechen. Denn wenn diese potenziellen Kunden mehr als 8.000,00 Euro für ein Fahrrad ausgeben sollen, müssen Influencer und Demografie zueinander passen.

Und zwar so richtig.

Ein weiteres gutes Beispiel für einen Influencer mit minimalem Streuverlust ist unser Dozent Simo Ahava. Wenn du Web-Analytics ernsthaft betreibst, dann kennst du ihn und seine großartigen Artikel.

Influencer Simo Ahava

Spricht eine sehr spezifische Zielgruppe passgenau an: Simo Ahava

Simo bedient ein Thema aus dem professionellen Bereich. Da entfällt schon einmal die Wahrscheinlichkeit, dass jemand ihm folgt, obwohl er eigentlich gar nicht am Thema interessiert ist. Wer zu Simos Inhalten gelangt, der hat danach gesucht oder ist im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit darauf gestoßen.

Simo übt vor allem in einem Bereich Einfluss aus: Er spricht und schreibt über die Möglichkeiten und die Bedienung des Google Tag Managers.

Influencer-Typen

Denkt man an Influencer, dann hat man dieser Tage ein stereotypes Bild im Kopf: Bibis, Lochis, Gronkhs, LeFloids und Dagi Bees. Hippe junge Leute, die abgefahrenes Zeug erzählen und durch grelle Farben, lustige Gesichtsausdrücke und hohe Lautstärke auffallen.

Ein Erklärungsversuch für dieses Vorurteil: Der Begriff Influencer-Marketing nimmt in der breiten Wahrnehmung erst Mitte 2014 an Fahrt auf. Er wird deshalb auch durch die Stars der Szene zu diesem Zeitpunkt geprägt.

Google Trends: Das Interesse an Influencer-Marketing seit 2004

Ein ähnliches Phänomen wie beim Content-Marketing. Auch das wird reflexartig mit dem Medium Internet in Verbindung gebracht, obwohl es eigentlich im 19. Jahrhundert von einem Schmied erfunden wurde.

Influencer sind also nicht nur YouTube-Stars oder Snapchat-Sternchen.

Influencer sind auch Journalisten und PR-Fachleute, wie unser Dozent Michael Praetorius die durch ihre Reichweite und den Trust ihres Mediums oder durch ihre Kenntnis der Zielgruppen punkten können.

Blogger, die für ein bestimmtes Thema stehen, sind ebenfalls in der Lage, eine lukrative Botschaft an ihre Gefolgschaft zu senden.

Sportler, Schauspieler und Musiker sind seit vielen Jahrzehnten beliebte Transporteure für Markenbotschaften. Einfach, weil sie so beliebt sind. Sie büßen ihre Wirkung aber Stück für Stück ein. Einfach, weil Bibi und Dagi Bee für ihre Zielgruppe authentischer Wirken als Angelina Jolie.

Unterschiede beim Influencer-Marketing für B2B und B2C

Mit Influencer-Marketing kann man nicht nur Kosmetika und Gadgets verkaufen. Theoretisch kann man mit dieser Marketing-Technik alles verkaufen, was man gegen Geld tauschen kann.

Grundsätzlich kann man aber eine wichtige Unterscheidung vornehmen:

  • Verkauft man an Consumer?
  • Oder verkauft man an ein Business?

Der grundlegende Mechanismus bleibt derselbe: Eine Person, die Einfluss auf die Zielgruppe hat, wirft diesen in die Waagschale, um ein Produkt zu platzieren.

Den Unterschied machen die beiden ersten Punkte unserer Cialdini-Liste von oben:

  • Sympathie: man mag diesen Menschen ganz einfach.
  • Autorität: dieser Mensch hat Ahnung von seinem Fach. Seinen Aussagen ist zu vertrauen.

influencer-marketing-b2b-b2c

Verkaufst du ein Produkt an den Consumer, ist die Sympathie in der Regel wichtiger, die dem Influencer von seiner Zielgruppe entgegengebracht wird.

Verkaufe ich ein Produkt an Geschäftsleute, zählt eher die Kompetenz, die dem Influencer von seiner Zielgruppe zugeschrieben wird.

Natürlich ist das nicht in jedem Fall so einfach. Ein Verbraucher wird kein Auto für 90.000,00 Euro kaufen, nur weil die Lochis sagen, dass es sich um ein tolles Ding handelt. Hier wäre eine Mischung aus Sympathie, Fachkompetenz und exaktem Zielgruppenmatching die bessere Wahl. Walter Röhrl zum Beispiel.

Und umgekehrt, kann man auch als CEO seine menschliche Natur nicht komplett unterdrücken, wenn ein tolles Produkt von einer zwar kompetenten, aber wahnsinnig unsympatischen Person angepriesen wird.

Influencer-Marketing richtet sich immer – wirklich ausnahmslos – an Menschen.

Wie werden Influencer bezahlt?

Wie so oft: kommt drauf an. Und zwar darauf, wie einflussreich der Influencer ist und was für ein Produkt du mit seiner Hilfe bewirbst.

Es gibt durchaus Influencer, die das Produkt selbst als Bezahlung akzeptieren. Die neue spiegellose Kamera, das Smartphone oder das teure Beauty-Gadget.

Je höher der Einfluss, desto wichtiger wird Geld. Hier gibt es zwei Möglichkeiten der Vergütung:

  • Performancebasiert: Je erfolgreicher der Influencer anhand (wichtig!) vorher vereinbarter KPI ist, desto mehr Honorar wird gezahlt.
  • Pauschale: Das bei Influencern deutlich beliebtere Modell. Für einen Post wird Summe X bezahlt. Wie viel richtet sich nach dem jeweiligen Einfluss.

Welche Vorteile bietet Influencer-Marketing?

AdBlocker umgehen

Das altbekannte Modell des Geldverdienens durch Werbung funktioniert online nicht mehr so gut wie einst. AdBlocker verbergen Anzeigen in Browsern auf dem Desktop und inzwischen auch mobil.

Influencer-Marketing transportiert Marketingbotschaften mit dem Content. Wer das Video oder den Blog-Post liest, dem wird auch das Produkt auffallen.

Glücklicherweise wäre es absolut sinnlos, auch noch Content zu blocken.

Werbung durch Vertrauen

Würdest du Elon Musk glauben, wenn er sagt, dass ein Tesla Model S P100D ein wirklich tolles Auto ist? Wahrscheinlich wärst du skeptisch. Der Mann ist zwar die Kompetenz in Person, aber so richtig neutral? Nein.

Wenn dir Jean Pierre Kraemer von JP Performance sagen würde, dass einTesla Model S P100D ein wirklich tolles Auto ist, würdest du das als Fan seines YouTube-Kanals wahrscheinlich erst einmal nicht infrage stellen, sondern wahrscheinlich erst einmal gespannt zuhören.

Jean Pierre ist ein echtes Pfund auf dem Gebiet des Autotunings, Protagonist einiger Fernsehsendungen und betreibt einen YouTube-Kanal mit fast einer Million Abonnenten und hunderten Millionen Views. Jean Pierre ist Autotuning.

Beim Influencer-Marketing sagt dir nicht die Marke selbst, wie großartig sie ist. Stattdessen übernehmen das Menschen, denen ihre Zielgruppe aus anderen Gründen bereits seit einiger Zeit vertraut.

Passgenauigkeit

Oben steht es schon: Ein Influencer will mit Bedacht ausgewählt sein. Er muss zu deiner Marke und deinem Produkt passen.

Marke und Produkt? Na klar. Das können zwei völlig verschiedene Dinge sein. Stell dir vor, du vermarktest Vorwerk und möchtest Influencer-Marketing betreiben. Dein Influencer für einen Kobold 150 ist mit Sicherheit nicht derselbe wie für den Thermomix. Einen Kobold VR 200 Saugroboter hingegen könnten wahrscheinlich beide Influencer gut verargumentieren.

Hast du deinen Influencer nun sorgfältig gewählt, passt er so genau zu deinem Produkt, dass er sogar die Sprache deiner Zielgruppe spricht. Die Art der Kommunikation bezieht sich dabei nicht nur auf die Sprache. Der ideale Influencer für dein Produkt vereint Duktus, Wording und Bildsprache zu einem Mix, der genau zu deiner Zielgruppe passt.

Klar, sonst würden sie ihm ja nicht folgen.

Eine so genaue Ansprache kann in dieser Form keine Agentur dieser Welt erarbeiten. Zumindest nicht schnell und mit einem irdischen Budget.

Influencer-Marketing schafft Inhalte mit langer Wirkungsdauer

Buchst du klassische Werbung – und dazu zählen wir an dieser Stelle der Einfachheit halber neben TV- und Radio-Spots auch Google AdWords, Facebook-Ads, Twitter-Ads et cetera – hat sie eine kurze Lebensdauer.

Sie dauert genau so lange, wie du für sie bezahlst.

Ein Video, in dem ein Influencer dein Produkt erwähnt, bleibt so lange sichtbar, wie deine Zielgruppe es in seiner Timeline sehen kann. Unter Umständen auch dann noch, wenn deine Zusammenarbeit mit diesem Influencer schon lange vorbei ist.

Diesen Vorteil genießt du vornehmlich auf YouTube und Blogs. Instagram und Snapchat sind schnelllebiger und deshalb auch nicht so nachhaltig wirksam.

Influencer sind auf genau den Kanälen vertreten, auf denen auch deine Zielgruppe ist

Influencer sind auf ihren Kanälen zuhause. Und weil sie diese Kanäle schon eine ganze Weile bespielen, wissen sie genau, wie sie das tun müssen, um Ergebnisse zu erzielen. Das ist ein Wissensschatz, den man sich als Außenstehender oder Agentur erst einmal aneignen muss. Muss ein Produkt schnell an die Frau oder den Mann, ist dafür oft keine Zeit.

Aber vor allem sind Influencer da, wo deine Zielgruppe ist. Denn sie haben dasselbe Problem wie du: sie wollen diese Zielgruppe bestmöglich erreichen.

Der Influencer löst also euer gemeinsames Problem aus eigenem Antrieb.

Win-Win in Reinkultur. Und schön bequem obendrein.

Influencer produzieren ihre Inhalte selbst

Wer einen Influencer bittet, seine Botschaft in die Welt zu tragen, bittet ihn damit, diese Botschaft in seine bestehende Kommunikation einzubetten. Das ist das Wesen des Influencer-Marketings – dieser Ach-Übrigens-Hier-Ist-Noch-Etwas-Interessantes-Für-Euch-Moment.

Das bedeutet auch, dass du dich nur wenig oder gar nicht um die Produktion kümmern musst. Denn das übernehmen die Influencer selbst.

Mit Influencer-Marketing springst du auf den Content-Zug auf. Dein Produkt wird in etwas anderes eingebettet, das genau zur Zielgruppe passt.

Genau so sieht der Online-Marketing-Himmel aus.

Influencer-Marketing liefert Reaktionen

Schalte mal einen TV-Spot und warte auf das Feedback deiner Zielgruppe.

Klar, es kann sein, dass während und nach der Ausstrahlung deines Spots der Server glüht und du mehr Verkäufe verzeichnest. Aber das ist nicht gemeint.

Es geht um echte, qualitative Reaktionen der Zielgruppe. Sie können bei diesem und den anderen klassischen – Radio und Print – schon wegen des fehlenden Rückkanals nicht zu dir gelangen.

Genau wie beim Content-Marketing bieten die Plattformen, auf denen Influencer-Marketing stattfindet, die Möglichkeit der Reaktion schon von Haus aus:

  • Interaktionen: Likes, Kommentare, Shares. Fallen sie extrem niedrig aus, kann das übrigens ein Hinweis auf eine gekaufte Community sein.
  • Eigenes Follower-Wachstum: Hat die Botschaft deines Influencers auf deine eigenen Kanäle abgefärbt? Hast du also dadurch dein Publikum vergrößern können?

Bedenke immer: Es geht bei der Erfolgsbewertung eines Kanals nicht primär um absolute Zahlen. Relationen zählen. Kleine Accounts, die 20 % Interaktionsrate erreichen, sind nach dieser Betrachtungsweise erfolgreicher als große Accounts mit 5 % Interaktionsrate.

Du denkst, dass am Ende nur Bares zählt? Da gebe ich dir prinzipiell recht. Aber da der kleine Account dich wahrscheinlich weniger kostet als der große, hast du am Ende einen höheren ROI. Womit wir wieder beim Baren wären.

Influencer-Marketing umgeht ein grundlegendes Problem herkömmlicher Werbung

Klassische Werbeformate genießen weniger Vertrauen als boomende Formate wie zum Beispiel Native Advertising oder Content-Marketing.

Und reden wir nicht drumherum: Diese Formate boomen, weil sie ihren Marketing-Charakter geschickt verschleiern. Erfolg scheint also auch an die Erkennbarkeit von Werbebotschaften geknüpft zu sein.

Influencer-Marketing kann dieser Werbemüdigkeit entgegenwirken. Ganz einfach, weil es nicht immer wie Werbung wirkt.

Ist Influencer-Marketing Schleichwerbung?

Wir hatten gerade das Thema „Verschleierung“. Der Gesetzgeber scheint die „neuen“ Medien noch nicht in seinen Schriften berücksichtig zu haben. Beschäftigt man sich also mit dem Thema Schleichwerbung, entsteht der Eindruck, dass die Vorschriften immer noch aus Zeiten stammen, in denen Steinplatten, Zeitung, Radio und TV die einzig verfügbaren Medien zur massenhaften Werbung waren.

Was Schleichwerbung ist und was nicht, wird von vielen Faktoren beeinflusst. Man müsste also von Fall zu Fall eine umfassende und genaue Prüfung – am besten durch einen Anwalt mit Marketingfokus – vornehmen oder eben vornehmen lassen.

Da wir aber über Influencer-Marketing reden und dabei eigentlich immer Geld fließt, sei besonders auf diesen einen aber wichtigen Umstand verwiesen:

Schleichwerbung liegt immer dann vor, wenn für die Präsentation eines Produkts oder einer Dienstleistung eine Gegenleistung erbracht wurde, ohne dass erwähnt wurde, dass es sich um eine Produktplatzierung handelt.

Der Dozent unseres Seminars „Online-Marketing- und Social-Media-Recht“, Rechtsanwalt Dr. Martin Schirmbacher, sagt dazu:

Influencer Marketing ist verbotene Schleichwerbung, wenn die Influencer eine Gegenleistung bekommen und sich deshalb positiv über die Brand oder das Produkt äußern. Das kann, muss aber nicht Geld sein.

Ist der Influencer bezahlt, sind seine Aktionen Werbung und müssen entweder als solche erkennbar sein oder gekennzeichnet werden. Erkennbar ist der kommerzielle Charakter aber meist gerade nicht.

Aber wie nun kennzeichnen? Auch dazu hat Martin einen Tipp:

Manche Gerichte verlangen, dass eine Kennzeichnung mit ‚Werbung‘ oder ‚Anzeige‘ erfolgt und halten ‚Sponsored‘ oder ‚Ad‘ nicht für ausreichend. Jedenfalls für ‚Sponsored‘ sehe ich das anders. Die Leute sind gerade in den sozialen Netzen gewohnt, englisch angesprochen zu werden. Wer ‚Sponsored‘ liest, weiß das es eine Gegenleistung gab.

Influencer und ihre Kunden sollten also immer darauf achten, dass eine blitzsaubere Kennzeichnung gesponserter Inhalte erfolgt. Im Zweifel lieber einmal zu viel kennzeichnen als einmal zu wenig.

Wie dein Produkt mit Influencer-Marketing präsentiert werden kann

Product-Placement beziehungsweise Post: Der Influencer zeigt dein Produkt und nur dein Produkt. Es steht im Mittelpunkt und wird durch eine Empfehlung des Influencers ergänzt.

https://www.instagram.com/p/BNoq5wGDLii/

Unboxings: Dein Produkt wird vom Influencer ausgepackt. Ganz einfach. Unboxing-Videos leben von der Neugier des Betrachters und seinem Bedürfnis, das Produkt selbst zu besitzen und auszupacken. Sie funktionieren über alle Altersgruppen und über viele Produktkategorien hinweg.

Gewinnspiele: Hier werden Follower dazu aufgerufen, selbst Content zu erstellen und zu taggen. Auf Instagram zum Beispiel mit einem uniquen Hashtag.

https://www.instagram.com/p/BVYru7tA9GZ/

Reviews: Ein Produkt wird einem Test unterzogen. Diese Form des Influencer-Marketings solltest du nur wählen, wenn du dir sicher bist, dass der Reviewer das Produkt auch gut bewertet. Denn – dessen solltest du dir bewusst sein – es gehört zu einem glaubwürdigen Influencer, dass er auch mal ein negatives Urteil abgibt.

Takeover: Hierbei übernimmt ein Influencer für eine limitierte Zeit einen deiner Social-Media-Kanäle. Da du ihn sorgfältig ausgewählt und auf Passgenauigkeit zur Marke geprüft hast, postet er Content, der deine Zielgruppe begeistert. Er treibt so das Engagement in die Höhe und versetzt deine Fans vielleicht schon durch seinen Prominentenstatus in Erstaunen.

Rabatte: Eine sehr simple, aber extrem gut messbare Form des Influencer-Marketings. Dein Influencer postet innerhalb seines Contents oder in der Description einen Rabattcode. Da du diesen für jeden Influencer und jeden Post individuell anlegen kannst, ist es sehr gut möglich, die Effektivität jedes einzelnen Posts anhand der Code-Nutzung zu messen.

Die 8 größten Vorteile des Influencer-Marketings

In diesen 8 Punkten geht Influencer-Marketing nach unserer Meinung deutlich über Ansätze der pre-digitalen Zeit hinaus. Ich fasse sie deshalb noch einmal in möglichst kurzer Form zusammen:

1. Vertrauensebene durch lebendige Beziehungen zwischen Fans und Influencern

Soziale Medien haben dazu geführt, dass Menschen (Testimonials, Meinungsführer, Influencer) eine große Anzahl an Inhalten für ihre Anhänger publizieren. Bestenfalls geben Sie ein realistisches Abbild des Influencers und prägen in ihrer so entstandenen Alltäglichkeit das Bild der jeweiligen Person bei ihren Fans. Ihr Alltagsleben wird transparent, soweit der Influencer dies zulässt. Gut gemacht sind diese Botschaften authentisch und stellen eine Beziehungs- und Vertrauensebene her, über die sich andere Botschaften gut vermitteln lassen.

2. Exakte Bestimmung der Zielgruppe

Influencer haben Fans oder-  im B2B-Kontext – auch Fachinteressiertes Publikum, das an Neuigkeiten der Influencer interessiert ist und sich über soziale Netzwerke mit ihnen verbindet. Diese Fans wiederum geben in sozialen Netzwerken eine Unzahl an Daten über sich selbst Preis. So entsteht eine komplett neue Qualität in der Definition der Zielgruppe. Das ermöglicht eine vorher nicht dagewesene Chance, vorab herauszufinden, ob das Netzwerk eines Influencers zur Zielgruppe eines Werbetreibenden passt.

3. Messbarkeit des Erfolgs

Durch die digitale Abbildung dieser Beziehungen und deren Intensität der Beschäftigung mit den von Influencern publizierten Inhalten ist es möglich, den Erfolg einer gesendeten Botschaft zu messen. Das kann auf klassischen Werbekanäle nur eingeschränkt oder zu sehr hohen Preisen realisiert werden.

4. Influencer sind selbst ein Medium

Inhalte die sie veröffentlichen erreichen Ihre Fans direkt über soziale Netzwerke und benötigen keine Massenmedien mehr.

5. Spitze Themen

Die von Influencern genutzten Medien ermöglichen es, Influencer-Marketing auf sehr spitze Themen bis in den B2B-Bereich mit sehr kleinen Zielgruppen anzuwenden. Menschen, die für bestimmte, sehr spezielle, Themen stehen, sind sehr leicht zu finden.

6. Longtail

Influencer-Kampagnen können über eine hohe Anzahl an Influencern gespielt werden. Jede für sich genommen mag dabei nur eine sehr kleine Anzahl an Menschen erreichen. In der Summe aber können sie eine hohe Reichweite erzielen.

7. Feedbackschleife und Eigendynamik

Fan-Beziehungen sind, obwohl digital, echte Beziehungen. Sie werden aber auch wieder gelöst, wenn Fans werden. Das geschieht insbesondere dann, wenn der Influencer und dessen Inhalte und Verhaltensweisen nicht mehr für den Fan relevant sind oder die Authentizität der Botschaft mit dem Sender der Botschaft verloren geht. Oder schlicht dann, wenn die Inhalte uninteressant sind oder werden.

Influencer-Marketing ist messbar. Wachstum, Schwund und Feedback werden dadurch sichtbar. Eine unmittelbare Feedbackschleife entsteht. Der Influencer merkt, wenn die Basis auf der er seine Werbeumsätze erzielt, kleiner oder größer wird und er Gefahr läuft, die ökonomische Basis seines wirtschaftlichen Erfolgs als Influencer zu verlieren. Das System reguliert sich selbt.

8. Verbesserte Werbewirkung

Fans erhalten einen intensiven Einblick in die Wertewelt eines Influencers. Sie entscheiden, ob diese Werte zu ihren eigenen passen. Die, die bleiben, sind folglich der harte Kern, der vom Influencer am besten beeinflusst werden kann.

Was also ist Influencer-Marketing?

Influencer-Marketing ist eine bewährte Technik, um Zielgruppen von einem Produkt zu überzeugen. Durch die Möglichkeiten des digitalen Marketings hat die Methode an Präzision gewonnen. Wo noch vor 30 Jahren Testimonials eine Marke gegen Geld mit viel Streuverlust lobten, können Influencer heute auch kleine und spezielle Gruppen mittels Social Media und Blogs um ein Vielfaches präziser und kostengünstiger ansprechen.

Was sind deine Erfahrungen mit Influencer-Marketing? Siehst du Aspekte dieses Artikels anders? Möchtest du etwas hinzufügen? Dann schreib es in die Kommentare.

Tools im Influencer Marketing: So findet man Influencer!

Es gibt wie im Online Marketing auch hier zahlreiche Tools, um interessante und wichtige Influencer zu identifizieren

  • Followerwonk ist ein Tool aus der gesamten Suite von MOZ, mit der man die „Biografie“ von Twitter Accounts recherchieren kann und auch den eigenen Account in Hinsicht auf Ort, Biografie und wer folgt wem analysieren kann
  •  ist ein im Wesentlich bezahtes Tool, kann aber auch in der Standardversion zum Beispiel Influencer zum Thema, Snapchat,  Google Analytics oder SEO und natürlich auch anderen Themen recherchieren
  • Mit Klout kann man seinen eigenen Einfluß analysieren, um damit zu sehen zu welchen Themen man selber einflußreich ist. Wir sind zum Beispiel nach Klout einflußreich zu den Themen Online Marketing, Google Analytics, SEO und Google AdWords. Das kommt auch sehr gut hin
  • ahrefs, insbesondere der Content Explorer ist recht interessant, wenn man eher Influencer analysieren möchte, die „Explorer Content“ schreiben, also Blogger. Das Tool erlaubt es unter Stichworten nach Inhalten zu recherchieren, die interessante Inhalte beigetragen haben. Besonders die Filtermöglichkeiten, über Sprache, Shares, Domain Ratings und das Veröffentlichungsdatum helfen zu den eigenen Themen interessante Influencer zu analysieren. Das Tool ist aber auch sehr interessant zum Thema Content Marketing und Ideenfindung.

Influencer-Marketing-Tipps von unserem Dozenten Daniel Zoll

Zum Schluss noch ein paar Quick-Tipps zum Thema von Daniel Zoll, dem Dozenten unseres Influencer-Marketing-Seminars:

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