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Digitale Souveränität: Tool-Check – LibreOffice

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Erschienen in Mar II 2026 | Digitale Souveränität: Tool-Check
Level: Beginner

Digitale Dokumente, Tabellen und Präsentationen gehören zu den Grundwerkzeugen fast jeder Organisation. Texte werden erstellt, Budgets kalkuliert, Präsentationen vorbereitet und Daten ausgewertet. Gleichzeitig wächst in vielen Unternehmen das Bewusstsein dafür, wie stark diese alltäglichen Arbeitsprozesse von wenigen großen Softwareanbietern abhängen. Vor diesem Hintergrund rücken offene und europäisch geprägte Alternativen stärker in den Fokus. Ein Beispiel dafür ist LibreOffice, eine Office-Suite, die weltweit genutzt wird und vollständig auf Open-Source-Technologie basiert. Entwickelt wird sie von einer internationalen Community rund um die gemeinnützige Organisation The Document Foundation, die ihren Sitz in Europa hat.

Was ist LibreOffice?

LibreOffice ist eine kostenlose Office-Suite, die Programme für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationen, Diagramme, Formulare und Datenbanken umfasst. Viele Funktionen sind vergleichbar mit bekannten Office-Paketen wie Microsoft Office oder Google Workspace.

Die Software kann lokal installiert werden und funktioniert offline, ohne dass Dokumente automatisch in eine Cloud übertragen werden. Das macht sie besonders interessant für Organisationen, die stärker kontrollieren möchten, wo ihre Daten verarbeitet werden.

Tool-Steckbrief: LibreOffice

Name / Herkunft: LibreOffice – entwickelt von The Document Foundation (gemeinnützige Stiftung, Europa)
Kategorie: Office-Suite (Textverarbeitung, Tabellen, Präsentationen, Datenbanken)
Für wen? Teams, öffentliche Einrichtungen, Bildungseinrichtungen und Unternehmen mit Fokus auf Open Source, Kostenkontrolle und digitale Souveränität
Was macht’s besonders? LibreOffice ist vollständig Open Source, kostenlos nutzbar und basiert auf offenen Dokumentstandards. Organisationen behalten volle Kontrolle über Installation, Datenhaltung und Weiterentwicklung.

Wofür eignet sich das konkret?

LibreOffice deckt viele typische Büroaufgaben ab und kann in zahlreichen Szenarien eingesetzt werden.

In der Textverarbeitung lassen sich Berichte, Konzepte, Leitfäden oder Protokolle erstellen.

Mit der Tabellenkalkulation können Budgets geplant, Marketingzahlen analysiert oder einfache Datenmodelle aufgebaut werden.

Für Präsentationen lassen sich Schulungsunterlagen, Pitch-Decks oder interne Projektupdates erstellen.

Gerade in Organisationen, in denen Dokumente langfristig archiviert werden müssen, etwa in Behörden, Bildungseinrichtungen oder NGOs, spielt auch der Einsatz offener Formate eine wichtige Rolle.

Warum ist LibreOffice aus europäischer Sicht relevant?

LibreOffice steht exemplarisch für einen Ansatz, bei dem Software nicht von einem einzelnen Konzern kontrolliert wird. Stattdessen basiert die Entwicklung auf einer offenen Community und einer gemeinnützigen Organisation.

Ein zentraler Aspekt ist dabei die Nutzung des Open Document Format (ODF). Dieses offene Dateiformat ist ein internationaler Standard und kann von verschiedenen Programmen gelesen werden. Dadurch wird vermieden, dass Dokumente langfristig an ein bestimmtes Produkt gebunden sind.

Auch aus Sicht der digitalen Souveränität ist das interessant. Organisationen können LibreOffice vollständig lokal betreiben oder mit eigenen IT-Lösungen kombinieren. Dadurch bleibt die Kontrolle über Daten und Infrastruktur weitgehend im eigenen Haus.

Vergleich zu großen US-Anbietern

Der Vergleich ist weniger eine Frage von „besser oder schlechter“, sondern eher davon, welche Prioritäten eine Organisation setzt.

Open-Source-Office wie LibreOffice: Wo liegen die Stärken?

Der größte Vorteil liegt in Unabhängigkeit und Transparenz. Die Software kann frei genutzt, angepasst und überprüft werden.

Typische Pluspunkte:

  • Keine Lizenzkosten für die Nutzung
  • Offene Dateiformate und geringere Anbieterbindung
  • Installation und Betrieb vollständig unter eigener Kontrolle möglich
  • Besonders geeignet für Organisationen mit Open-Source-Strategie

Gerade in öffentlichen Einrichtungen oder Organisationen mit hohen Anforderungen an Datenhoheit wird dieser Aspekt häufig als strategischer Vorteil gesehen.

US-Office-Plattformen wie Microsoft 365: Warum sie oft gesetzt sind

Microsoft hat im Office-Bereich einen sehr starken Marktstandard aufgebaut. Viele Teams arbeiten bereits seit Jahren mit Word, Excel oder PowerPoint.

Typische Vorteile:

  • Sehr verbreitete Dateiformate und hohe Kompatibilität
  • Große Auswahl an Integrationen und Cloud-Funktionen
  • Enge Verzahnung mit Kollaborationstools wie Teams oder SharePoint

Für Unternehmen mit stark cloudbasierten Arbeitsprozessen kann das Ökosystem ein entscheidender Faktor sein.

Die realistischen Trade-offs

Auch hier lohnt sich ein nüchterner Blick auf die Unterschiede.

Open-Source-Lösungen wie LibreOffice bieten mehr Kontrolle und Unabhängigkeit, gleichzeitig können Funktionen rund um Cloud-Kollaboration oder Echtzeit-Zusammenarbeit weniger ausgeprägt sein.

Kommerzielle Plattformen wie Microsoft 365 bieten ein sehr integriertes Arbeitsumfeld, bringen aber eine stärkere Bindung an einen einzelnen Anbieter und dessen Infrastruktur mit sich.

Am Ende geht es weniger um „Open Source oder kommerziell“, sondern um Fragen wie:

  • Wie wichtig sind offene Standards für unsere Organisation?
  • Wie stark setzen wir auf Cloud-basierte Zusammenarbeit?
  • Wie groß soll unsere Abhängigkeit von einzelnen Softwareanbietern sein?

🇪🇺 Europäische / Open-Source-Alternative: LibreOffice

Vorteile

  • Kostenlos nutzbar und vollständig Open Source
  • Nutzung offener Dokumentstandards (ODF)
  • Installation lokal möglich – volle Kontrolle über Daten und Infrastruktur
  • Strategisch interessant für Organisationen mit Fokus auf digitale Souveränität

Nachteile

  • Teilweise geringere Kompatibilität bei komplexen Microsoft-Office-Dokumenten
  • Weniger integrierte Cloud- und Kollaborationsfunktionen
  • Manchmal zusätzlicher Schulungs- oder Umstellungsaufwand für Teams

🇺🇸 US-Plattform: Microsoft 365

Vorteile

  • Sehr verbreiteter Standard in Unternehmen
  • Starkes Cloud-Ökosystem mit Kollaboration, Dateiablage und Kommunikation
  • Hohe Kompatibilität innerhalb vieler Organisationen und Partnernetzwerke

Nachteile

  • Stärkere Bindung an einen Anbieter und dessen Infrastruktur
  • Lizenzkosten und laufende Abhängigkeit von der Plattform
  • Daten- und Governance-Fragen müssen im Cloud-Kontext besonders berücksichtigt werden

 

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