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In der deutschen Oberfläche von ChatGPT heißen sie Benutzerdefinierte Anweisungen und sind ein Teil des Einstellungsbereichs Personalisierung.
Was sind Custom Instructions von ChatGPT, wie fügen sie sich in die Personalisierung ein, was kannst du damit machen und wo liegen die Grenzen? All diese Fragen möchte ich dir in diesem Artikel beantworten.
Custom Instructions sind dauerhafte Anweisungen, die einmal in deinem Konto hinterlegt werden und danach in jedem Chat automatisch mitlaufen. Du gibst ChatGPT also deine individuellen Ziele, Wünsche oder Präferenzen einmalig mit, im Standard für jeden Prompt.
Drei Rahmenbedingungen sind dabei wichtig:
Der Unterschied zu einem Prompt ist entscheidend: Ein Prompt gilt für eine Aufgabe, die benutzerdefinierten Anweisungen gelten für dein Konto. OpenAI beschreibt sie als das Festlegen deines standardmäßigen Arbeitsstils. Dauerhafte Präferenzen gehören dorthin, die konkrete Aufgabe bleibt im Chat.
Die benutzerdefinierten Anweisungen sind der wichtigste, aber nicht der einzige Hebel. Alle Einstellungen dazu liegen gebündelt an einer Stelle: in den Einstellungen im Bereich Personalisierung. Dort legst du auch den grundsätzlichen Stil fest, hinterlegst Angaben zu deiner Person und entscheidest, ob ChatGPT aus deinen Chats lernt.

Wie diese Einstellungen zusammenspielen und was in welches Feld gehört, klären die nächsten Abschnitte.
Mit den benutzerdefinierten Anweisungen lässt sich die Kommunikation mit ChatGPT dauerhaft auf die eigenen Themen zuschneiden. Im Marketing kann das der Hintergrund zur eigenen Rolle, zur Firma, zur Zielgruppe, zur Tonalität oder zum gewünschten Outputformat sein.
Das überschneidet sich auf den ersten Blick mit den Voreinstellungen für Stil und Ton, der Unterschied liegt aber in der Genauigkeit. Ein Grundstil wie Professionell ist eine grobe Richtung, und OpenAI weist ausdrücklich darauf hin, dass sich diese Einstellung nicht auf die Fähigkeiten von ChatGPT auswirkt. Sie steuert Ton und Struktur, nicht Inhalt oder fachliche Genauigkeit. In den benutzerdefinierten Anweisungen legst du dagegen konkret fest, dass geduzt wird, dass Füllwörter vermieden werden oder dass jede Antwort mit einer Zusammenfassung beginnt.
Um das Beste aus den Custom Instructions zu machen, nehmen wir als Beispiel die 121WATT. Die beiden entscheidenden Felder liegen direkt untereinander und arbeiten zusammen: “Über dich” liefert den Kontext, die benutzerdefinierten Anweisungen steuern das Verhalten.
Der Bereich ist strukturiert und besteht aus drei Feldern:
Das dritte Feld ist bewusst offen gehalten. Im beruflichen Einsatz ist der relevanteste Kontext meist das Unternehmen, für das du arbeitest. Diese Fragen helfen beim Formulieren:
Mein Tipp: Vielleicht gibt es bei dir in der Firma ein “Wir über uns”. Ich habe mir die wichtigen Informationen zur 121WATT in einem separaten Dokument gespeichert, sodass ich immer wieder darauf zugreifen kann. Das sind insbesondere:

Hier legst du fest, wie ChatGPT reagieren soll:

Eine Anweisung, die OpenAI selbst empfiehlt und die in der Praxis viel bringt: Lass ChatGPT nachfragen, wenn eine Anforderung unklar ist. Das spart mehr Korrekturschleifen als jede Tonalitätsvorgabe.
Ein weiterer wichtiger Hinweis: Formuliere keine Wunschliste. Anweisungen wie “kurz und ausführlich”,” locker und präzise” heben sich gegenseitig auf. Widersprüche im eigenen Text sind der häufigste Grund dafür, dass benutzerdefinierte Anweisungen wirkungslos bleiben.
OpenAI formuliert es in der Erinnerungsübersicht selbst so: Benutzerdefinierte Anweisungen sind für Informationen, die immer berücksichtigt werden sollen. Erinnerungen entstehen dagegen aus der Nutzung, ohne dass du sie hinterlegst. Über die Schaltfläche “Verwalten” siehst du, was gespeichert wurde, und kannst dort aufräumen.

Nur eingeschränkt. Projekte haben eigene Anweisungen, und diese überschreiben deine globalen Vorgaben innerhalb des Projekts. Ein Custom GPT ist ein abgeschlossener Raum, die dort hinterlegten Instructions wirken nicht in Chats außerhalb dieses GPT. In temporären Chats gelten deine Anweisungen dagegen weiter, Erinnerungen nicht.
Auf Kontoebene bleibt es dabei bei einem einzigen Satz Anweisungen. Wer regelmäßig zwischen mehreren Kontexten wechselt, legt deshalb besser Projekte an oder baut ein Custom GPT, statt die globalen Vorgaben ständig umzuschreiben.
Ein häufig übersehener Grund steht direkt im Personalisierungs-Bereich: die Einstellung “Schnelle Antworten”. Ist sie aktiv, kann ChatGPT bei einfachen Fragen auf Allgemeinwissen zurückgreifen. Diese Antworten sind laut OpenAI nicht personalisiert und nutzen deine Erinnerungen nicht. Wer durchgehend personalisierte Antworten möchte, schaltet die Option ab.
Der zweite Grund sind widersprüchliche Vorgaben aus verschiedenen Ebenen. Seit Mai 2026 lässt sich das nachvollziehen: Über das Quellen-Symbol unter einer Antwort siehst du, welche Erinnerungen, früheren Chats und Anweisungen sie beeinflusst haben, und kannst direkt korrigieren.
Nein, und das ist auch nicht nötig. In der API übernimmt die Developer-Rolle diese Aufgabe, sie hat ab den o1-Modellen die frühere System-Rolle abgelöst. In der Responses API kannst du sie alternativ über den Parameter instructions setzen.
Laut OpenAI werden Informationen aus der Nutzung benutzerdefinierter Anweisungen auch verwendet, um die Modellleistung zu verbessern. Du kannst der Verwendung deiner Inhalte in den Datenkontrollen widersprechen. Für ChatGPT Business, Enterprise und Education findet standardmäßig kein Training statt. Unabhängig davon gilt: keine Betriebsgeheimnisse und keine personenbezogenen Daten in dieses Feld. Was dort steht, geht in jeden Chat mit ein.
Die Custom Instructions sind nach meiner Einschätzung weiterhin ein wirksames Mittel, um die Qualität der Outputs deutlich zu steigern, und sie kosten einmalig eine halbe Stunde. Gleichzeitig muss man sich hier immer sehr genau überlegen: Was ist relevanter Kontext und wie lässt er sich kurz und präzise beschreiben?
Die Anhebung auf 5.000 Zeichen ändert daran weniger, als man denkt. Mehr Platz verführt dazu, eine Firmenbroschüre zu hinterlegen statt einer Arbeitsanweisung. Präzision schlägt Länge, daran hat sich nichts geändert.
Ausblick: Personalisierung verlagert sich zunehmend weg von diesem einen Feld, hin zu Voreinstellungen, Erinnerungen und projektspezifischen Anweisungen. Die benutzerdefinierten Anweisungen bleiben dabei die Basis, auf der alles andere aufsetzt. Wer sie sauber pflegt und zweimal im Jahr seine Erinnerungen durchsieht, hat ein System, das er auch in einem Jahr noch versteht.
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