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Braucht dein Unternehmen eine Grounding Page?

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Erschienen in Feb I 2026 | Künstliche Intelligenz, SEO
Level: Advanced

„Wir verlieren Anfragen an Wettbewerber, die vorher nie auf unserem Radar waren. Ein Kunde hat gemeint, ChatGPT hätte sie empfohlen.“

Willkommen im „Great Decoupling“. Die große Entkopplung. Die Entkopplung von Suche und Klick durch KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini, Perplexity, Claude und viele weitere. Kunden fragen nicht mehr Google, sondern die KI: „Welcher Anbieter in X ist spezialisiert auf Problem YZ?“ Die KI liefert eine fertige Antwort mit drei, vier Namen und Begründung. Nicht das Google-Ranking entscheidet hier über deine Sichtbarkeit, sondern ob KI dein Unternehmen als vertrauenswürdige Quelle identifiziert und empfiehlt.

Suchanfrage innerhalb von ChatGPT zu Anbietern von Wärmepumpen

In diesem Kontext taucht seit kurzer Zeit ein neues Konzept auf: Grounding Pages. Diese speziell strukturierten Webseiten sollen dafür sorgen, dass KI-Systeme Fakten über dein Unternehmen korrekt wiedergeben können, statt sie sich aus Wahrscheinlichkeiten zusammenzureimen. Doch wie bei vielen neuen Ansätzen gibt es berechtigte Argumente dafür und dagegen. In diesem Artikel bekommst du eine fundierte Einführung in das Thema, damit du selbst entscheiden kannst, ob und wann es für dich relevant wird.

Was sind Grounding Pages genau?

Im Kern: eine HTML-Seite, die als Faktenquelle für KI-Systeme dienen soll. Klingt erstmal nicht sonderlich kompliziert. Sie liegt meistens unter einer eigenen URL (bspw. /facts/ oder /grounding/) und enthält verifizierte Fakten über deine Entität: ein Unternehmen, eine Person, ein Produkt, ein Konzept etc.

Der wichtigste Unterschied zu einer normalen Landingpage: Grounding Pages verzichten bewusst auf emotionales Marketing, menschliche Formulierungen oder Werbesprache. Stattdessen setzen sie auf extrem hohe Informationsdichte und faktische Sprache.

Der Grounding Page Standard definiert dabei derzeit drei essentielle Bereiche:

  • Erstens eine stabile Definition, also eine kurze, verifizierbare Aussage darüber, um was es geht.
  • Als zweites eine klare Abgrenzung, die definiert, was die Entität nicht ist, um Verwechslungen zu verhindern (Beispiel: Amazon ist ein US-amerikanisches E-Commerce- und Cloud-Computing-Unternehmen, gegründet 1994 von Jeff Bezos. Nicht: Der Fluss Amazonas in Südamerika, Nicht: Das Amazonas-Regenwaldgebiet, Nicht: Die mythologischen Kriegerinnen (Amazonen)).
  • Drittens eine konsistente, maschinenlesbare Struktur auf Basis von HTML-Definitionslisten und JSON-LD. Das Format ist tatsächlich ähnlich zu schema.org: Beide nutzen JSON-LD für strukturierte Daten. Der Unterschied liegt im Zweck und Inhalt. Schema.org strukturiert vorhandene Geschäftsinformationen (Öffnungszeiten, Preise, Bewertungen) für Google Snippets. Grounding Pages liefern Fakten für LLMs. Wenn du beides mischt, verwässerst du die Grounding Page.

Von SEO zu GEO: Was sich gerade verschiebt

Um zu verstehen, warum Grounding Pages überhaupt diskutiert werden, hilft ein Blick auf den größeren Wandel. Das Ziel der klassischen SEO ist es natürlich, in den obersten Google-Ergebnissen zu landen. Die neue Disziplin Generative Engine Optimization (GEO) fragt stattdessen, ob du von KI-Systemen als Quelle zitiert wirst.

Diese Verschiebung ist lange nicht mehr nur ein Gefühl oder Theorie.

  • Im September 2025 kam eine Studie der University of Toronto heraus: KI-Suchmaschinen bevorzugen systematisch strukturierte, maschinenlesbare Primärquellen. Außerdem zeigen sie eine deutliche Präferenz für Earned Media, also Drittquellen wie Fachpublikationen und unabhängige Berichte.
  • Eine weitere wichtige Studie der NBER analysierte die Nutzungsmuster von ChatGPT weltweit. Die Kategorien „Practical Guidance“, „Seeking Information“ und „Writing“ machen rund 80 % aller Konversationen aus. Wir nutzen KI also längst als Informationsquelle für unsere Entscheidungen.

Was für Grounding Pages spricht

Die Befürworter von Grounding Pages argumentieren auf drei Ebenen: Kontrolle, Effizienz und Zukunftssicherung.

  1. Souveränität über die eigene Markenidentität: Wer keine Grounding Page erstellt und kontrolliert, überlässt die Definition seiner Marke einfach dem Zufall der Wahrscheinlichkeitsrechnung des KI-Modells. Sie rekonstruieren Fakten aus Billionen von Parametern. Wenn dein Unternehmen dort nicht klar definiert ist, entsteht ein Vakuum und das Modell füllt es mit dem, was es für plausibel hält. Das kann natürlich stimmen, muss es aber nicht.
  2. Optimierung für die „Citation Economy“: Die Sichtbarkeit ist untrennbar mit technischer Lesbarkeit verknüpft. Grounding Pages trennen bewusst die emotionale Verkaufsseite von der faktischen Informationsebene und bedienen damit beide Zielgruppen: Mensch und Maschine.
  3. Investition ins KI-Gedächtnis von morgen: Befürworter sehen Grounding Pages nicht nur als Quick-Win für heute, sondern als Investition in das, was KI-Systeme in den kommenden Jahren über dich „wissen“ werden. Wenn strukturierte Informationen heute verfügbar sind, fließen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in das Training zukünftiger Modelle ein. Das Proof of Concept lässt sich hier nachlesen.

Was gegen Grounding Pages spricht

Trotz der technologischen Argumente gibt es Kritikpunkte. Wer die Diskussion ernst nehmen will, muss auch diese Seite kennen.

  1. Sichtbarkeit ist nicht gleich Vertrauen:
    In einer KI-Antwort zitiert zu werden, bedeutet nicht automatisch, dass der Kontext stimmt. Laut dem NewsGuard AI Report vom Mai 2025 wiederholen die KI-Modelle Falschinformationen in bis zu 35% der Fälle.GEO-Maßnahmen können deine Marke zwar in die Antwort bringen, bieten aber keine Kontrolle darüber, in welchem Kontext sie dort auftaucht. Ein Beispiel: Deine Grounding Page funktioniert perfekt, KI-Modelle kennen dein Unternehmen. Aber dann wirst du in einer Antwort direkt neben einer unersiösen Vergleichsseite oder Fake-Reviews zitiert.Grounding Pages bringen dir vielleicht die Sichtbarkeit, aber nicht das Vertrauen. Durch klassische Reputationsarbeit musst du dafür sorgen, dass dein Name online in seriösen Kontexten auftaucht, nicht einfach irgendwo.
  2. Das „Zero-Click“-Paradoxon:
    Hier liegt ein ökonomisches Dilemma: Wenn eine Grounding Page dazu führt, dass die KI eine perfekte Antwort liefert, sinkt natürlich der Anreiz für Nutzer:innen, deine Website im Stadium der Informationssuche überhaupt zu besuchen. Sollte der Kauf irgendwann auch über ChatGPT & Co. möglich sein, fällt auch dieser Teil weg.
  3. Die Illusion der technischen Kontrolle:
    LLMs bleiben Black Boxes. Auch eine perfekte Grounding Page kann nicht garantieren, dass ein Modell nicht zufällig eine andere Quelle auswählt. Du kannst nur die Wahrscheinlichkeit erhöhen, zitiert zu werden. Garantieren kannst du es nicht.
    Skeptiker:innen fordern deshalb, dass die KI-Strategie nicht allein bei Technikern liegen sollte, sondern zwingend bei PR-Teams und in der strategischen Kommunikation verankert wird. Am Ende geht es nicht um perfektes JSON-LD, sondern um Vertrauen.
  4. Parallelen zum Keyword-Stuffing der 90er Jahre:
    „Das hört sich an, wie ‚Hidden Text‘ in modern. In den 90ern haben Black-Hat-SEOs weiße Keywords auf weißem Hintergrund versteckt. Grounding Pages sind Seiten ausschließlich für KI gemacht…. kaum ein Mensch wird sie lesen. Technisch ist das zwar ein Upgrade, aber für mich hört sich das wie Black-Hat-GEO an: Wir produzieren Inhalte ausschließlich für Bots. Und wenn wir nur noch für Maschinen schreiben, ist der Mensch irgendwann wirklich nur noch Mittel zum Zweck.”
    Dr. Christoph Röck

 

Für wen ist das Thema jetzt schon relevant?

Grounding Pages sind kein Allheilmittel, und die Panik-Implementierung bringt niemandem was. Die Relevanz hängt von einigen konkreten Faktoren ab:

  • Hohe Relevanz für dich besteht, wenn dein Unternehmen oder deine Marke regelmäßig in KI-generierten Antworten auftauchen sollte, bspw. weil deine Kundschaft KI-Systeme für Produktvergleiche, Dienstleistersuche oder Informationsrecherche nutzt. Das betrifft insbesondere B2B-Unternehmen mit erklärungsbedürftigen Produkten, Bildungseinrichtungen, E-Commerce-Anbieter mit technischen Spezifikationen und Expert:innen.
  • Weniger dringend ist es, wenn dein Geschäftsmodell hauptsächlich auf lokaler Laufkundschaft, Empfehlungen oder geschlossenen Netzwerken basiert. Auch wenn dein Bereich so nischig ist, dass KI-Systeme ihn kaum abdecken, kann ein schlichtes Beobachten eher sinnvoll sein.
    Auch wenn du dich gegen eine sofortige Implementierung entscheidest, lohnt es sich, das Thema im Blick zu behalten. Was heute noch optional wirkt, kann in 12 Monaten essentiell werden.

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Verantwortung statt Manipulation

Mit der Grounding Page kontrollierst du deine eigene Wahrheit. Das bringt natürlich auch ein gewisses Missbrauchspotenzial mit sich. Drei Prinzipien, die du also beachten solltest:

  • Verifizierbare Fakten statt Marketing: Wenn du schreibst „gegründet 1998″, muss das stimmen. „Marktführend“ gehört nur auf eine Grounding Page, wenn du es auch belegen kannst.
  • Kein Cloaking: Der KI andere Inhalte zeigen als menschlichen Besuchern? Wird zunehmend erkannt. Google schmeißt dich dafür aus dem Knowledge Graph. Das Risiko lohnt sich nicht.
  • Menschen müssen kontrollieren: Automatisch generierte Grounding Pages ohne Review? Gefährlich. Prüf unbedingt, ob die Wahrheit zur Realität passt.

Im Kern geht es darum, ehrlich zu sein, auch wenn niemand hinsieht.

Beobachten, verstehen und dann entscheiden

Grounding Pages sind kein Hype, aber auch kein Allheilmittel. Menschen fragen zunehmend ChatGPT statt Google und wenn die KI dich nicht kennt, existierst du für diese Anfragen nicht. Wer jetzt auf der anderen Seite panisch eine Grounding Page bastelt, ohne zu verstehen wofür, verschwendet Zeit und Geld. Oder riskiert es schlimmstenfalls, dass die eigene Marke in fragwürdigen Kontexten auftaucht.

Nach diesem Artikel hast du verstanden, was Grounding Pages sind, welche Vor- und Nachteile es gibt und ob sie für dein Geschäftsmodell Relevanz haben. Beobachte, ob deine Zielgruppe tatsächlich KI für Recherche nutzt. Wenn ja: Überlege, ob du eine Grounding-Page wirklich anlegen möchtest. Die Art, wie Menschen Informationen finden, ändert sich massiv. Ob Grounding Pages die finale Lösung sind, ist nicht bekannt.

Natürlich haben wir auch unseren KI-Experten Alexander Holl zu Grounding Pages befragt – hier ist seine Einschätzung:

„Viele “Über uns”-Seiten waren schon immer für Nutzer wichtig. Das habe ich schon früher in meinen Google-Analytics-Seminaren gezeigt: Diese Seite ist oft ein entscheidender Trust-Faktor vor der Conversion. Referenz für die Optimierung war dabei oft dieser Artikel. (inzwischen gibt es hier eine neue Version unter Berücksichtigung von KI – siehe hier)

Doch jetzt gibt es seit ~2023 die KI-Suche (GEO). Was für den Nutzer “Vertrauen” aufbaut (Storytelling, Teamfotos, weiche Werte), ist für eine KI wie ChatGPT oder Perplexity oft nur “Marketing-Fluff”. Perplexity & Co. fühlen keine Emotionen bei deiner Gründungsgeschichte. Relevant sind hier strukturierte Fakten (Entities), klare Definitionen und Abgrenzungen (“Was seid ihr NICHT?“).

Das Dilemma: Optimieren wir die “Über uns”-Seite radikal für die KI (nüchterne Faktenlisten, Entitäten), ist das für den Nutzer langweilig. Bleiben wir beim reinen Storytelling, versteht die KI uns nicht und ordnet unser Unternehmen vielleicht falsch zu (“Semantic Drift”).
Der Test für Euch: Ich habe hier mal einen Prompt gebaut. Damit könnt Ihr (ohne Gewähr) Eure “Über uns”-Seite aus zwei Perspektiven simulieren lassen (P1 = Nutzer, P2 = KI-Suche) und sehen, wo es schon jetzt Potenziale für eine “Grounding Page” gibt.“  Alexander Holl

Hier der Prompt:
# Der Duale Auditor: Du nimmst nacheinander zwei gegensätzliche Rollen ein, um den folgenden “Über uns”-Text zu bewerten.

# URL ZUR ANALYSE:[Gib hier deine URL ein]

# AUFGABE 1: Die UX-Perspektive (Der Mensch)Agiere als Senior Brand Experte.– Wie emotional ansprechend ist der Text?– Baut er Vertrauen auf (Storytelling, Werte)?– Würdest du als Mensch hier kaufen? (Skala 1-10)

# AUFGABE 2: Die RAG-Perspektive (Die Maschine)Agiere als strikter Knowledge Graph Engineer und RAG-Optimierungs-Algorithmus für eine KI-Suchmaschine.– Scanne den Text NUR nach harten Fakten (Entity Extraction: Wer? Was? Wo? Seit wann? Was nicht?).– Ignoriere alle Adjektive, Visionen und Marketing-Floskeln (“Noise”).– Bewerte die “Informationsdichte”: Wie viel % des Textes sind nutzbare Daten vs. Marketing-Rauschen?

# FAZIT & VERGLEICHErstelle eine Gegenüberstellung:1. Was liebt der Mensch an diesem Text?2. Was verwirrt die Maschine (oder fehlt ihr)?3. Empfehlung: Welche 3 harten Fakten fehlen der KI, die wir auf einer separaten “Grounding Page” (technische Daten-Seite) ergänzen müssten, ohne den schönen Marketing-Text zu zerstören?

„Wie geht es weiter? Wenn ihr mal eine “Grounding Page” angelegt habt, versucht den “Perplexity-Test”: Ändern sich die Antworten über Euer Unternehmen nach z.B. 4 Wochen? Versteht die KI nun besser “Was du bist?” und  “Was du nicht bist”?Mein Fazit: Deswegen finde ich das Konzept von Hanns Kronenberg extrem interessant, eine separate Grounding Page anzulegen. Besonders relevant ist das für kleinere Unternehmen, B2B-Tech, Nischen-Player oder Personenfirmen, die bei einer KI vielleicht noch nicht so fest verankert sind wie eine Adidas oder BMW“ Alexander Holl

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Dieser Artikel wurde KI-unterstützt erstellt und durch menschliche Fachkenntnis überarbeitet und optimiert.

 

 

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