Hast du Fragen?
FAQ
đź“ž 089 416126990

Suche schließen

So kommunizierst du Nachhaltigkeit

Keine Artikel mehr verpassen? Jetzt Newsletter abonnieren »

Erschienen in Okt II 2022 | E-Commerce
Level: Beginner

Nachhaltigkeit ist aktuell eines der wichtigsten gesellschaftlichen, politischen und unternehmerischen Themen. Seit längerer Zeit beobachten wir, dass die Nachhaltigkeit ein wichtiger Faktor für die Kaufentscheidung ist. In diesem Artikel lernst du, wie du das Thema Nachhaltigkeit im richtigen Verhältnis optimal auf deiner Website kommunizierst. Als Quelle hierfür nutzen wir einen Artikel von konversionsKraft. Außerdem haben wir exklusiv für dich ein Statement von unserem Trainer für Conversion-Optimierung Philipp Spreer eingeholt. Er beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit in der CRO.

“Grüne” Produkte sind mehr als nur ein Trend. Drastisch gesagt: Wenn wir unseren Planeten weiterhin bewohnbar halten möchten, kommen wir nicht um nachhaltige Produkte herum. Das wissen Verbraucher:innen und achten bei (Online-)Käufen immer mehr auf Nachhaltigkeit. Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit wächst und so reicht es nicht mehr, nur “nachhaltig” oder “ökologisch” auf das Produkt zu schreiben. Erkläre deinen Kundinnen und Kunden, was an dem Produkt ökologisch ist und wie sie persönlich davon profitieren.
Dazu verwendest du sogenannte MVP-Ketten: Merkmale, Vorteile, persönlicher Nutzen

Konkret bedeutet das: Kommuniziere das Merkmal, den Vorteil und den persönlichen Nutzen. Letzterer hat in der Regel am meisten Auswirkungen auf die Kaufentscheidung.

Das MVP-Modell in der Nachhaltigkeitskommunikation: Merkmal = Okay, Voteil = Gut, persönlicher Nutzen = am Besten
Beispiel:
Festes Shampoo
Merkmal: Kein Mikroplastik
Vorteil: Gut fĂĽr die Umwelt
Persönlicher Nutzen: Weniger Müll im Haushalt + es kann nicht auslaufen → Ideal zum Verreisen

⚠️ Achtung Greenwashing: Das, was du ĂĽber die Nachhaltigkeit deiner Produkte behauptest, muss zu 100 % zutreffen. Ein weiterer Faktor, der Greenwashing befeuert, sind unklare und vage Aussagen. Versuche, bei deiner Vorteilskommunikation so konkret wie möglich zu sein, um keinen Spielraum fĂĽr Interpretation zu lassen.

Folgende fünf Tipps kannst du beachten, wenn du die Nachhaltigkeit deiner Produkte auf der Website kommunizieren möchtest:

  1. Verwende “grüne” Farben
    Farben lösen – wenn du sie richtig einsetzt – bestimmte GefĂĽhle im Unterbewusstsein deiner Verbraucher:innen aus. Dein Ziel ist es, die Nachhaltigkeit der Produkte in den Vordergrund zu stellen. Verwende daher sanfte und natĂĽrliche Farben, die eine gewisse Verbundenheit mit der Erde signalisieren.
  2. Vorteil fĂĽr die Verbraucher:innen hervorheben
    Was haben Käufer:innen von deinem Produkt? Kommuniziere den Vorteil, also den Reason Why, den der Kunde oder die Kundin mit deinem Produkt erhält. Beim Thema Nachhaltigkeit zählt hier auch der Grund “gutes Gewissen”. Wenn mit deinem Produkt Plastikmüll vermieden wird, solltest du das präsent auf deiner Seite kommunizieren.
    Als Beispiel: Du informierst in deinem Newsletter ĂĽber Nachhaltigkeit. Locke neue Abonnentinnen oder Abonnenten an, indem du pro Anmeldung 5 € fĂĽr einen guten Zweck spendest. Dein Slogan könnte dann heiĂźen “Gemeinsam fĂĽr die Umwelt – fĂĽr deine Anmeldung spenden wir 5 € an XY”.
  3. Steigere deine GlaubwĂĽrdigkeit
    Sei authentisch! Nicht zu viel und nicht zu wenig. Du hast einen Slogan, der die Nachhaltigkeit deines Unternehmens bestärkt? Super! Verwende diesen immer wieder und binde ihn in alle Unternehmensprozesse ein. Dadurch zeigst du deiner Kundschaft, dass du an deinen eigenen Prinzipien festhältst und dass du sowohl dir selbst als auch deinen Kundinnen und Kunden treu bleibst.
  4. Storytelling
    Ebenso wie du deinen Kundinnen und Kunden einen Reason Why für den Kauf gibst, hast du sicher auch einen eigenen Grund, warum dein Unternehmen so ist, wie es eben ist. Wie kam es dazu, dass du mit deinem Unternehmen nachhaltiger arbeiten und verkaufen wolltest? Geschichten bleiben eher in den Köpfen der Verbraucher:innen hängen. Erzähle deinen Kundinnen und Kunden deine Geschichte und sorge so dafür, dass du im Gedächtnis bleibst.
  5. KĂĽmmere dich auch nach dem Kauf um deine Kundschaft
    Setze nicht nur auf nachhaltige Produkte, sondern auch auf nachhaltige Betreuung deiner Kundschaft. Begleite deine Kundinnen und Kunden auch nach dem Kauf. Zeige zum Beispiel, dass du dich um alte Produkte kĂĽmmerst, Upcycling- oder Recycling anbietest.

Hier bekommst du eine exklusive Einschätzung unseres Experten Dr. Philipp Spreer zum Thema Nachhaltigkeit im Handel:
blank
„’Verkaufen mit Nachhaltigkeit‘ – klingt schön. Fast zu schön, um wahr zu sein. Wie also mĂĽssen wir auf das Thema blicken? Zunächst einmal ist es zu begrĂĽĂźen, wenn sich mehr Unternehmen Nachhaltigkeitsziele setzen und ihre Produkte entsprechend aufladen. Es steigert die Awareness bei Kund:innen und kann dazu beitragen, dass diese kĂĽnftig bessere Produkte einfordern und nachfragen.

Jetzt das „Aber“: So wie das Thema aktuell präsentiert wird, wird der zweite Schritt vor dem ersten gemacht. Die Vermarktung und Growth stehen im Vordergrund, nicht die reale Verbesserung der Nachhaltigkeitsbilanz. Greenwashing wird als unangenehme Klippe gesehen, die es geschickt zu umschiffen gilt. Das Risiko: Moralische Lizenzierung. Sowohl Unternehmen als auch Kund:innen haben durch den (Ver-)Kauf nachhaltig eingefärbter Produkte den Gefühl, bereits ausreichend für den Planeten getan zu haben – und erlauben sich in der Folge, bei anderen Entscheidungen weniger ethisch zu agieren. So wird Nachhaltigkeitskommunikation zum Boomerang, der das Problem netto gesehen eher vergrößert.

Gerade in Zeiten schrumpfender Konsumbudgets (die die Präferenz fĂĽr nachhaltige Produkte jĂĽngst halbiert haben, wie Deloitte diese Woche zeigte) mĂĽssen wir uns auf die MaĂźnahmen besinnen, die wirklich einen Impact haben. Dort beginnt das Spiel. Viele Unternehmen feilen schon intensiv an der Vermarktung, bevor Nachhaltigkeit strategisch eingeordnet ist. Ohne die richtigen Weichenstellungen beim Sourcing, Produktportfolio, Vertriebssystem aber auch der Sensibilisierung der Mitarbeitenden wird das nichts. Mein Plädoyer: Fangen wir deshalb vorn an und begreifen zunächst Nachhaltigkeit als ganzheitliche strategische Transformation – das richtige Sales-Framing ist dann taktisches Handwerkszeug, das sich viel stringenter herleiten lässt.“

🔍 Weitere Tipps zur Nachhaltigkeit in Online Shops findest du bei konversionsKRAFT. Dort findest du auch Ansätze, die du befolgen kannst, wenn du dein Unternehmen nachhaltiger gestalten möchtest.