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Facebook 360: alles über das neue Video-Format

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Facebook 360 ist das Video-Format, mit dem Marketer ihrer Zielgruppe bewegte Bilder mit echten Rundumblick präsentieren können. Es wurde 2015 eingeführt und wird inzwischen von vielen Brands genutzt, um ihren Kunden eine völlig neue Betrachtungsweise auf Produkte und Orte zu ermöglichen. Erfahre hier, wie Facebook 360 funktioniert und was es von Virtual Reality und Augmented Reality unterscheidet.

Der Begriff „Virtual Reality“ ist zur Mutter aller Buzzwords geworden. Sprichst du es aus – in welcher Situation auch immer – und kannst auch noch ein, zwei Fakten beisteuern, bist du flugs von interessierten Menschen umringt, die dich fragen, wie das so ist und was man damit machen kann.

Jeder spricht darüber, aber nur wenige haben Virtual Reality bisher wirklich erlebt.

Was allerdings viele schon gesehen und vielleicht sogar mit einem Google Cardboard oder Samsung Gear VR erfahren haben, sind 360-Grad-Videos.

360-Grad-Videos werden oft als Virtual Reality bezeichnet, weil sie ein ähnliches Erlebnis bieten. Sie haben mit der virtuellen Realität allerdings nur die sphärische Betrachtungsweise gemeinsam. Einsatzzweck und Erlebnis unterscheiden sich fundamental.

Über Facebook 360 sind 360-Grad-Videos schon seit Ende 2015 verfügbar. Das soziale Netzwerk war damit allerdings erst das zweite Massenmedium, das diese Form des Bewegtbilds verbreitet hat. Google hat damit über YouTube schon ein halbes Jahr vorher begonnen.

Facebook hat 2014 Oculus VR gekauft, um nach eigenen Angaben technologisch den nächsten Schritt zu gehen und seinen Nutzern neue Erlebnisse bieten zu können. Damit haben sie das Unternehmen gekauft, das die Virtual Reality nach über 20 Jahren aus der Mottenkiste derjenigen Technologien geholt hat, deren Zeit noch nicht gekommen war.

Durch die Verbreitung des Mediums und die Verfügbarkeit von Consumer-Kameras wie der Samsung Gear 360 ist das Thema „360-Grad-Video“ kurz vor dem Sprung in den Mainstream. Höchste Zeit also für Online-Marketer, sich mit dem Thema „360-Grad-Videos auf Facebook“ auseinanderzusetzen.

Was ist ein 360-Grad-Video?

Ein 360-Grad-Video ermöglicht dir einen vollständigen Rundumblick. Rechts, links, oben unten – 360 Grad eben.

Im Gegensatz zu einem normalen Video, das zweidimensional auf einer rechteckigen Fläche abgespielt wird, platziert dich ein 360-Grad-Video innerhalb einer Sphäre, deren Inneres zur Leinwand wird.

So kannst du dich zu allen Seiten umsehen, indem du entweder ein VR-Headset zur Betrachtung verwendest und deinen Kopf drehst oder an einem herkömmlichen Screen mit Maus oder Finger in alle Richtungen wischst, um das Bild zu bewegen.

Durch stereoskopische Darstellung kann das betrachtete Szenario mit einem VR-Headset außerdem dreidimensional wirken.

Was ist der Unterschied zwischen 360-Grad-Videos und Virtual Reality?

Ein 360-Grad-Video ermöglicht dir, einen Ort zu betrachten, indem du dich vom Standpunkt der 360-Grad-Kamera aus umsiehst. In der Virtual-Reality (VR) kannst du mit virtuellen Objekten und der Umgebung interagieren.

VR-Anwendungen sind vollständig berechnete Simulationen, die zu 100 Prozent aus gerenderten 3D-Objekten bestehen. Deshalb kommt VR auch vorrangig in Spielen oder sogar in der Therapie zum Einsatz. Ihre Produktion ist um ein Vielfaches aufwendiger.

Das Erlebnis ist entsprechend intensiver.

Facebook 360 ist keine Virtual Reality

Der dritte Ansatz der digitalen Realitätsmodifikation ist die Augmented Reality. Hier wird die reale Umgebung einbezogen und mit digitalen Objekten und Funktionen angereichert. Ganz vorn dabei ist hier Microsoft mit HoloLens.

360-Grad-Videos sind in dieser virtuellen Dreifaltigkeit die Variante mit der geringsten Einstiegshürde und den geringsten Content-Produktionskosten. Schon mit einem relativ günstigen Kameramodell können hier Inhalte produziert werden, in welche die Zielgruppe mit günstigen VR-Headsets eintauchen kann.

Darum ist Facebook 360 für Marketer so interessant

Facebook hat mehr als 1.500.000.000 Nutzer. Das Reichweiten-Argument wäre damit ausreichend dargestellt.

Facebook 360 macht es dir außerdem leicht, 360-Grad-Videos zur Verfügung zu stellen. Der Upload-Prozess ist einfach und erfordert – anders die Post-Production von professionell erstellten 360-Grad-Videos – kein besonderes Fachwissen.

Die wahren Vorteile aber werden offensichtlich, wenn du dir ansiehst, wie Facebook die Videos ausliefert.

Facebook 360: das steckt technisch dahinter

Üblicherweise sind 360-Grad-Videos sehr groß, damit sie auch auf größeren Displays im Vollbild-Modus abgespielt werden können. Um Bandbreite zu sparen und die Videos auch mobil schnell abspielen zu können, werden sie von Facebook komprimiert.

Um die Dateigröße weiter zu reduzieren, werden 360-Grad-Videos durch Facebook 360 nicht wie üblich als Sphäre dargestellt, sondern auf das Innere einer kubischen Form gelegt. Jede der 6 Seiten des Würfels stellt eine andere Perspektive dar. Facebooks Technologie bringt diese Seiten für die Betrachtung perspektivisch so korrekt zusammen, dass für dich als Betrachter keine Verzerrungen entstehen.

VR-Headsets wie das Oculus Rift bieten mit 2160 x 1200 pro Auge eine höhere Auflösung als herkömmliche Monitore oder gar ultrahochauflösende Smartphone-Screens. Das Galaxy S7 zum Beispiel, das zusammen mit dem Gear VR das erste echte Consumer-Headset bildet, muss seine 1440 x 2560 Pixel auf zwei Augen verteilen. Zieht man die Ränder ab, die entstehen, um die Sichtfelder einzugrenzen, bleiben pro Auge weniger als 1250 x 1400 Pixel übrig.

360-Grad-Videos, die auf den hochauflösenden Displays von Oculus Rift und HTC Vive laufen, benötigen also eine Menge Bandbreite. Facebook hat hier einen cleveren Workaround geschaffen, um diese Bandbreite zu reduzieren. Die Filme werden in diesem Fall in Segmente unterteilt, von denen nur die abgespielt werden, die sich gerade in deinem Sichtfeld befinden. Warum soll man auch Teile abspielen, die gerade überhaupt nicht betrachtet werden können?

Hier erfährst du mehr über Facebooks technischen Ansatz zur Auslieferung von 360-Grad-Videos.

So stellst du ein Facebook-360-Video ein

Ein 360-Grad-Video kann auf Facebook ebenso leicht zur Verfügung gestellt werden, wie ein herkömmliches Video. Du wählst beim Erstellen eines neuen Beitrags Foto/Video und lädst dein Rundumvideo hoch.

Facebook 360 Video einstellen Schritt 1

Nun musst du nur eine Sache beachten, damit das Ganze funktioniert. Im darauffolgenden Dialog bekommst du unter Umständen eine Checkbox angeboten, die dir ermöglicht, Facebook mitzuteilen, dass es sich um ein 360-Grad-Video handelt.

Facebook 360 Video einstellen Schritt 2

 

Dazu muss man wissen, dass 360-Grad-Videos nur dann als solche erkannt werden, wenn sie in ihren Metainformationen über einen entsprechenden Eintrag verfügen. Üblicherweise wird dieser Eintrag von den am Markt erhältlichen 360-Grad-Kameras hinzugefügt. Hier ist eine Liste der Kameras, die das bereits tun. Die Samsung Gear 360 tut es natürlich ebenfalls.

Wenn du also ein Video hochlädst, dass diese Metainformation nicht enthält – zum Beispiel, weil es sich um ein professionell erzeugtes Video handelt, dass mit einem professionellen Rig hergestellt wurde – kannst du sie an dieser Stelle hinzufügen. Und danach dem ausführenden Produzenten eine freundliche Erinnerung schreiben, Videos in der Zukunft vernünftig zu taggen.

Es geht auch unbeweglich: Facebook 360 Photos

Facebook hat im zweiten Schritt auch 360-Grad-Fotos eingeführt. Sie können genauso betrachtet werden, wie wir es schon von 360-Grad-Videos kennen. Zumindest dann, wenn sie von einer Kamera mit echter 360-Grad-Optik aufgenommen wurden.

Es gibt nämlich auch die Möglichkeit, Bilder mit einem Smartphone aufzunehmen. In diesem Fall wird das Telefon hochkant gehalten und horizontal im Kreis bewegt. Ähnlich, wie man es von den Panoramafunktionen der meisten Smartphone-Kameras kennt.

Natürlich kommen bei dieser Do-It-Yourself-Variante keine echten 360-Grad-Bilder zustande. Es handelt sich lediglich um 180-Grad-Videos, die vom Betrachter mit einer horizontalen Wischgeste oder durch das Neigen des Telefons bewegt werden können. Der Blick nach oben und unten entfällt.

Um echte 360-Grad-Bilder über Facebook 360 Photos zur Verfügung zu stellen benötigt man also professionelles Equipment oder eine Consumer-Kamera mit vollständiger 360-Grad-Optik wie die Samsung Gear 360.

Warum setzt Facebook so stark auf 360-Grad-Content?

Über 1,5 Milliarden Menschen nutzen Facebook. Und die meisten von ihnen tun das über ein mobiles Gerät. 360-Grad-Content betrachtet man am besten über ein Smartphone. Entweder per Wischen, indem man es vor seinen Augen bewegt oder mit einem VR-Headset.

Netzwerk, Nutzungsart und Technologie treffen hier mit dem nächsten großen Ding  zusammen. Und als genau das darf man das tiefe Eintauchen in Bilder, Videos und virtuelle Realitäten auch bezeichnen. VR wird uns als Online-Marketer, Offline-Marketer und Konsumenten noch lange beschäftigen.

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