Der Google Ads Optimierungsfaktor löst kontroverse Diskussionen aus. Die einen schwören auf ihn, die anderen sehen ihn als Instrument von Google, um noch mehr Geld zu verdienen. Wir erklären dir heute genau, was der Optimierungsfaktor ist und was er nicht ist.
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Der Google Ads Optimierungsfaktor löst kontroverse Diskussionen aus. Die einen schwören auf ihn, die anderen sehen ihn als Instrument von Google, um noch mehr Geld zu verdienen. Wir erklären dir heute genau, was der Optimierungsfaktor ist und was er nicht ist. Wir erklären dir außerdem, was hinter den Empfehlungen von Google steckt und welche du annehmen solltest und welche lieber nicht. Außerdem haben wir unseren Google-Ads-Experten Marc befragt, was er dir zum Optimierungsfaktor rät.
Marc Stürzenberger: “Ein 100%iger Optimierungsfaktor sollte nicht das oberste Ziel sein. Dieser Wert basiert auf automatisierten Google-Empfehlungen, die nicht zwingend mit den individuellen Geschäfts- und Marketingzielen übereinstimmen. Entscheidend ist eine strategische Betrachtung: Relevante KPIs wie Conversion-Rate, Return on Ad Spend (ROAS) und tatsächlicher Geschäftserfolg sollten im Mittelpunkt stehen.
Die Empfehlungen sollten stets, hinsichtlich der eigenen Google Ads Ziele hinterfragt und bei Bedarf auch abgelehnt werden. Eine Umsetzung der Empfehlungen kann erfolgen, wenn sie zur Kampagnenstrategie passen. Der Optimierungsfaktor kann eine hilfreiche Orientierung bieten, aber auch mögliche Potenziale aufdecken. Als alleiniger Erfolgsmaßstab sollte er allerdings nicht dienen. Viel wichtiger ist ein kontinuierlicher Prozess aus Testen, Analysieren und Anpassen, um langfristig erfolgreiche Google Ads-Kampagnen zu gewährleisten.”
Der Optimierungsfaktor ist ein Schätzwert, der den Optimierungsgrad deiner Google Ads auf einer Skala von 0 bis 100 % bewertet. Ein Wert von 100 % bedeutet, dass du das maximale Potenzial ausschöpfst. Der Wert wird in Echtzeit basierend auf verschiedenen Faktoren wie der bisherigen Performance, verschiedenen Kontoeinstellungen, dem Suchvolumen und aktuellen Trends berechnet. Der Optimierungsfaktor wird sowohl übergreifend auf Konto-Ebene als auch für einzelne Kampagnen berechnet.
Wichtig ist dabei zu verstehen, dass eine Kampagne nicht zwingend besonders gut performen muss, wenn sie einen sehr hohen Optimierungsfaktor hat. Gleichzeitig kann eine Kampagne mit niedrigem Optimierungsfaktor auch sehr gut performen. Der Optimierungsfaktor gibt „lediglich“ an, wie viel Optimierungspotenzial es noch gibt. Läuft eine Kampagne nicht nach deinen Erwartungen, hat aber einen Optimierungsfaktor von 98 %, dann ist hier nicht mehr viel rauszuholen und es gibt keine großen Hebel mehr, die du drücken kannst, um die Performance deiner Kampagne zu verbessern. Hat eine bereits gut laufende Kampagne einen Optimierungsfaktor von 60 %, ist hier noch viel Potenzial für Optimierungen vorhanden und die Kampagne könnte noch viel besser laufen.
Du findest den Optimierungsfaktor in deinem Konto unter Kampagnen > Empfehlungen.

Der Optimierungsfaktor basiert auf deinen Geschäftszielen. Google wählt dazu eine Metrik, die ihrer Meinung nach zu deinem Geschäft passt. Das können beispielsweise Conversions, der Anteil an möglichen Impressionen oder Klicks sein. Nach Maßgabe dieser Grundmetrik berechnet Google deinen Optimierungsfaktor. Auch die Gebotsstrategie spielt dabei eine Rolle. Wenn du eine Smart Bidding-Strategie anwendest, lässt Google diese in die Berechnung mit einfließen. Wendest du keine Smart Bidding-Strategie an, verwendet Google zur Berechnung die dir empfohlene Smart Bidding Strategie.
Im Zusammenhang mit dem Optimierungsfaktor liefert dir Google individuelle Empfehlungen, um deine Kampagnen zu verbessern. Die Empfehlungen können beispielsweise Änderungen bei Keywords, Anzeigentexten oder Gebotsstrategien umfassen. Sie lassen sich in folgende Kategorien einteilen:

Neben jeder Empfehlung wird dir angezeigt, um welchen Prozentsatz sich dein Optimierungsfaktor verbessern würde, wenn du die Empfehlung umsetzt bzw. annimmst. Summierst du den Wert aller Empfehlungen und addierst sie zu deinem bestehenden Optimierungsfaktor, kommst du wahrscheinlich auf einen Wert größer als 100 %. Das liegt daran, dass einige Empfehlungen im Zusammenhang zueinander stehen und ungültig werden können, wenn eine andere umgesetzt wird.
Eine vollständige Aufzählung aller Empfehlungen findest du bei Google.
Theoretisch würdest du also einen Optimierungsfaktor von 100 % erlangen, wenn du einfach alle Empfehlungen annimmst. Das solltest du aber nicht tun.
Die Empfehlungen, die Google zu deinen Kampagnen macht, basieren auf Simulationsdaten, Hochrechnungen und Algorithmen. Du solltest sie stets kritisch reflektieren und im Kontext deiner aktuellen Situation überdenken. Ein durchdachter Umgang mit dem Optimierungsfaktor hilft, Kampagnen effizienter zu gestalten, die Klickrate zu erhöhen, Kosten pro Klick zu senken und letztendlich mehr Conversions zu erzielen. Du solltest nicht alle Empfehlungen einfach blind annehmen.
Es gibt Empfehlungen, die eher unkritisch gesehen werden und die du in der Regel guten Gewissens umsetzen kannst. Dazu zählen unter anderem:
Es gibt aber auch Empfehlungen, die du unbedingt hinterfragen musst und bei denen du auf Konto- oder Kampagnen-Ebene immer neu entscheidest, ob du sie annehmen möchtest.
Dazu zählen beispielsweise:
Besonders hinterfragen solltest du also Empfehlungen, die in die gesamte Kontostruktur eingreifen oder mit zusätzlichen Kosten verbunden sind.
Du hast auch die Möglichkeit, Empfehlungen abzulehnen. Lehnst du eine Empfehlung ab, fragt Google dich nach dem Grund. An dieser Stelle solltest du eine kurze Beschreibung abgeben, damit Google dein Konto besser verstehen und aus der Erkenntnis lernen kann. Um eine Empfehlung abzulehnen, klickst du auf Empfehlungen anzeigen > Alle ablehnen.

Das Ablehnen von Empfehlungen führt nicht dazu, dass sich dein Optimierungsfaktor verschlechtert. Die Prozentzahl, die für die Empfehlung angegeben war, wird beim Ablehnen trotzdem auf den Optimierungsfaktor angerechnet. Indem du mit der Maus über deinen Optimierungsfaktor hoverst, kannst du einsehen, wie viel % des Optimierungsfaktors durch abgelehnte Empfehlungen zustande gekommen sind.

In deinem Google Ads Konto findest du den Button Automatisch anwenden. Über diesen gelangst du zu einer Übersicht, in der du Empfehlungen automatisch akzeptieren lassen kannst. Wähle hier mit Bedacht, ob du Empfehlungen überhaupt automatisch anwenden möchtest und wenn ja, welche. Wir bei der 121WATT haben beispielsweise nur die Empfehlungen „Optimierte Anzeigenrotation verwenden“ und „Keywords ohne Anzeigenauslieferung entfernen“ automatisiert.

Hier gibt es eine klare Antwort: NEIN! Zumindest nicht dann, wenn es dir lediglich darum geht, die Zahl auf 100 % zu kriegen, statt reale Optimierungsmaßnahmen vorzunehmen. Lieber liegt dein Optimierungsfaktor unter 100 %, als dass du einfach alle Empfehlungen annimmst. Du solltest dir stattdessen bei jeder Empfehlung überlegen, ob sie deinen Anzeigen tatsächlich einen Mehrwert bringt. Am Ende darfst du nicht vergessen, dass Google auch ein Unternehmen ist, welches mit deinen Anzeigen Geld einnehmen möchte.
Beispielsweise wird in vielen Konten die Empfehlung gegeben, mehr Budget auf die Kampagnen zu geben. Selbst, wenn du dein vom Unternehmen gegebenes Budget noch nicht ausgeschöpft hast, sollte es nicht immer gleich die Lösung sein, einfach das Budget zu erhöhen.
Der Optimierungsfaktor hat nichts mit dem Qualitätsfaktor zu tun. Dieser ist zwar auch ein Wert in Google Ads, beschreibt aber etwas völlig anderes. Der Qualitätsfaktor ermittelt, wie gut die Qualität deiner einzelnen Anzeigen im Vergleich zum Wettbewerb ist.
Quellen: klickwert, trafficdesign, Google, Search Engine Land
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