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Markensichtbarkeit in ChatGPT: Was 7 Analysen über Quellenverweise und Markennennungen zeigen

ChatGPT verlinkt deine Website als Quelle, aber dein Markenname wird nicht erwähnt? Genau dieses Muster haben mehrere Untersuchungen zu ChatGPT, Google AI Overviews und anderen KI-Systemen dokumentiert. Wir haben sieben Analysen für dich eingeordnet: Was... » weiterlesen

Carla Ritz Autor:in Carla Ritz

ChatGPT verlinkt deine Website als Quelle, aber dein Markenname wird nicht erwähnt? Genau dieses Muster haben mehrere Untersuchungen zu ChatGPT, Google AI Overviews und anderen KI-Systemen dokumentiert. Wir haben sieben Analysen für dich eingeordnet: Was messen sie, was zeigen sie und wo liegen ihre Grenzen?

Stell dir vor, eine potenzielle Kundin fragt ChatGPT: „Welche Weiterbildung im Online-Marketing lohnt sich?“ Die Antwort nennt drei Anbieter. Deine Marke ist nicht dabei, obwohl deine Website vielleicht sogar als Quelle verlinkt wird. Damit entsteht neben der klassischen Trefferliste ein neuer Ort, an dem Anbieter entdeckt, verglichen und in die Vorauswahl aufgenommen werden.

Allein ChatGPT zählte laut OpenAI im Februar 2026 mehr als 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer:innen. Zu der Frage, wie Marken in diese Antworten kommen, gibt es inzwischen erste große Datensätze. Sie stammen überwiegend von Tool-Anbietern und haben methodische Grenzen. Trotzdem lassen sich einige klare Muster erkennen.

Eines davon ist für die weitere Einordnung besonders wichtig: Als Quelle sichtbar zu sein und als Marke genannt zu werden, sind zwei unterschiedliche Dinge.

Zwei Währungen: Quellenverweis und Markennennung sind nicht dasselbe

Fast alle aktuellen Studien unterscheiden zwei Signale. Diese Unterscheidung ist der Schlüssel zum ganzen Thema:

  • Quellenverweise (Citations): ChatGPT verlinkt deine Website als Quelle unter oder innerhalb der Antwort.
  • Markennennungen (Brand Mentions): ChatGPT nennt deinen Markennamen direkt im Antworttext, zum Beispiel: „Anbieter wie X und Y sind hier etabliert.“

Warum ist das wichtig? Zum Klickverhalten gibt es bislang vor allem Daten für Google AI Overviews. Das Pew Research Center hat 2025 untersucht, wie Nutzer:innen mit den KI-Zusammenfassungen umgehen. Das Ergebnis: Nur bei rund 1 Prozent der Seitenaufrufe mit KI-Zusammenfassung wurde auf einen Quellenlink innerhalb der Zusammenfassung geklickt.

Ob sich dieses Klickverhalten auf ChatGPT und andere KI-Systeme übertragen lässt, wurde bislang nicht vergleichbar untersucht. Eine Markennennung steht dagegen direkt sichtbar im Antworttext. Nutzer:innen müssen dafür keinen zusätzlichen Link öffnen.

Quellenverweise schaffen also die Chance auf zusätzlichen Traffic. Markennennungen machen deine Marke direkt in der Antwort sichtbar und können dazu beitragen, dass sie bei der Auswahl eines Anbieters überhaupt berücksichtigt wird. Die Daten zeigen außerdem: Eine Website kann als Quelle dienen, ohne dass die dazugehörige Marke automatisch im Text genannt wird.

Schaubild 1: Quellenverweis und Markennennung sind zwei unterschiedliche Sichtbarkeitssignale in KI-Antworten. 

Die sieben Analysen im Überblick

Damit du die folgenden Zahlen richtig einordnen kannst: Die sieben Untersuchungen unterscheiden sich deutlich bei Plattform, Datenbasis und Belegkraft. Unter den hier betrachteten Arbeiten ist die GEO-Studie von Aggarwal et al. die einzige peer-reviewte wissenschaftliche Untersuchung mit einem experimentellen Studiendesign. Die übrigen Untersuchungen sind Anbieteranalysen beziehungsweise im Fall von 5WPR eine Zusammenfassung bereits veröffentlichter Datensätze. Alle weiteren im Text genannten Quellen dienen als ergänzender Kontext.

Die Semrush-Studie: Wie weit trägt thematische Autorität?

Eine besonders aufschlussreiche Untersuchung dazu haben Semrush und Kevin Indig von Growth Memo im August 2026 veröffentlicht. Sie baut auf einer Vorgängerstudie mit mehr als 50.000 Marken auf. Diese hatte bereits gezeigt, dass KI-Sichtbarkeit nicht anhand eines einzelnen Prompts bewertet werden sollte, sondern auf Themenebene. Nur weil eine Marke bei einer einzelnen Frage auftaucht, bedeutet das noch nicht, dass sie für das gesamte Thema als relevant wahrgenommen wird.

Für die weiterführende Analyse wurden 1.094 US-Themenkategorien untersucht, die von Januar bis Juni 2026 monatlich in ChatGPT getrackt wurden. Pro Kategorie wurden jeweils fünf typische Nutzerfragen verwendet. Insgesamt flossen mehr als 283.000 Citation-Beobachtungen und rund 76.000 Markennennungen von 1.458 Marken in die Auswertung ein.

Die zentrale Frage lautete: Wenn eine Marke in einem Thema etabliert ist, hilft ihr das auch bei verwandten Themen? Drei Ergebnisse sind dabei besonders interessant.

Befund 1: Nähe zum Kernthema entscheidet über die Nennung

In Kategorien nahe am eigenen Kernthema wurden die untersuchten Marken bei 74 Prozent ihrer Auftritte als Quelle zitiert und bei 44 Prozent namentlich genannt. In thematisch weiter entfernten Kategorien fielen die Werte auf 50 beziehungsweise 25 Prozent.

Noch deutlicher wird der Unterschied beim direkten Vergleich: Von den Quellenverweisen in themenfernen Kategorien gingen nur 18 Prozent auch mit einer Markennennung einher. In themennahen Kategorien waren es 46 Prozent und damit mehr als doppelt so viele.

Schaubild 2: Eine Marke kann auch außerhalb ihres Kernthemas relativ häufig als Quelle auftauchen. Die Wahrscheinlichkeit einer zusätzlichen Markennennung ist in themennahen Kategorien jedoch deutlich höher. Datenquelle: Semrush/Growth Memo (2026).

Was bedeutet das für dich? Mit Inhalten zu angrenzenden Themen kannst du zusätzliche Quellenpräsenz aufbauen. Wenn ChatGPT aber auch deinen Markennamen nennen soll, scheint eine klare Verbindung zwischen deiner Marke und dem jeweiligen Thema besonders wichtig zu sein.

Befund 2: Tiefe schlägt Breite

Semrush hat jede Kategorie mit fünf unterschiedlichen Fragen getestet. Dadurch konnte nicht nur untersucht werden, ob eine Marke in einem Thema auftaucht, sondern auch, wie regelmäßig sie bei unterschiedlichen Fragen zu diesem Thema sichtbar ist.

Dabei zeigte sich ein Unterschied zwischen Quellenverweisen und Markennennungen. Für einen Quellenverweis konnte es bereits reichen, bei einer einzelnen Frage aufzutauchen. Bei Markennennungen war eine punktuelle Präsenz deutlich weniger aussagekräftig. Erst wenn eine Marke bei mehreren Fragen innerhalb einer Kategorie präsent war, zeigte sich eine stärkere Sichtbarkeit auf Themenebene.

Für deine Content-Strategie bedeutet das: Wenn du in 20 Themen jeweils nur eine einzelne Frage beantwortest, hast du zwar viele Themen angeschnitten, aber keines davon wirklich umfassend besetzt. Sinnvoller kann es sein, zunächst ein relevantes Themenfeld über mehrere Fragestellungen hinweg abzudecken. Dazu gehören zum Beispiel Grundlagen, typische Probleme, Vergleiche, Auswahlkriterien und konkrete Kaufentscheidungen.

Ein Thema umfassend abzudecken kann also wertvoller sein, als möglichst viele Themen nur oberflächlich zu behandeln.

Befund 3: Die Branche verändert die Spielregeln

Die Ergebnisse unterscheiden sich außerdem je nach Branche. Besonders in den Bereichen Recht und Gesundheit scheint die Hürde für zusätzliche Sichtbarkeit höher zu sein.

Eine breite Abdeckung verschiedener Themen führte dort zu weniger zusätzlichen Quellenverweisen als beispielsweise in den Bereichen Finanzen oder Immobilien. Noch deutlicher zeigt sich der Unterschied bei den Markennennungen. Selbst wenn eine Marke bei allen fünf untersuchten Fragen präsent war, wurde sie nicht automatisch häufiger namentlich genannt.

Viele Quellenverweise bedeuten in diesen Bereichen also nicht automatisch mehr Sichtbarkeit für die Marke. Das zeigt auch, dass sich GEO-Empfehlungen nicht ohne Weiteres von einer Branche auf die nächste übertragen lassen.

Was hängt mit Markennennungen zusammen? Die Ahrefs-Zahlen

Die Semrush-Studie zeigt vor allem, in welchem thematischen Umfeld Markennennungen entstehen. Sie beantwortet aber nur begrenzt die Frage, welche Faktoren mit diesen Nennungen zusammenhängen. Genau hier setzt eine Untersuchung von Ahrefs an.

Ahrefs analysierte 75.000 Marken und untersuchte, welche SEO- und Markensignale besonders stark mit Markennennungen in KI-Antworten zusammenhängen. Die ursprüngliche Auswertung aus dem Jahr 2025 bezog sich auf Google AI Overviews. Im Dezember 2025 wurde sie um ChatGPT und Google AI Mode erweitert.

Wichtig beim Lesen: Die Werte unterscheiden sich je nach Plattform. Das folgende Schaubild zeigt deshalb ausschließlich die Werte für ChatGPT.

Schaubild 3: Markenerwähnungen auf YouTube und im Web hängen in der Ahrefs-Analyse deutlich stärker mit Markennennungen in ChatGPT zusammen als viele traditionelle SEO-Signale. Zu diesen Signalen gehören zum Beispiel die Stärke des Backlinkprofils, die Anzahl der Backlinks oder das Marken-Suchvolumen. Dargestellt sind die ChatGPT-spezifischen Werte. Für Google AI Mode und Google AI Overviews ergeben sich teilweise andere Werte. Datenquelle: Ahrefs, 75.000 Marken, Dezember 2025.

Das Ergebnis ist interessant, weil einige bekannte SEO-Kennzahlen deutlich schwächer mit Markennennungen zusammenhängen als die Präsenz einer Marke auf anderen Plattformen.

Besonders stark war der Zusammenhang bei Erwähnungen der Marke auf YouTube. Für ChatGPT lag die Korrelation bei rund 0,74. Auch Markenerwähnungen im Web insgesamt zeigten mit rund 0,66 einen vergleichsweise starken Zusammenhang.

Deutlich schwächer war dagegen der Zusammenhang mit dem Domain Rating von Ahrefs. Das Domain Rating, kurz DR, ist eine eigene Kennzahl von Ahrefs. Sie bewertet auf einer Skala von 0 bis 100, wie stark das Backlinkprofil einer Website im Vergleich zu anderen Websites ist. Je höher der Wert, desto stärker ist nach dieser Metrik das Linkprofil der Website.

Für ChatGPT lag die Korrelation zwischen Domain Rating und Markennennungen bei rund 0,27. Bei der Anzahl der Website-Seiten waren es nur rund 0,19.

Für die Einordnung sind zwei Punkte wichtig.

Erstens: Korrelation bedeutet nicht Kausalität. Darauf weisen auch die Ahrefs-Autor:innen hin. Ein neuer YouTube-Kanal führt also nicht automatisch dazu, dass deine Marke häufiger von ChatGPT genannt wird.

Die Daten zeigen lediglich, dass Marken, die häufiger auf YouTube und im Web erwähnt werden, tendenziell auch häufiger in KI-Antworten vorkommen. Warum dieser Zusammenhang besteht, lässt sich aus der Untersuchung nicht eindeutig ableiten.

Zweitens: ChatGPT zeigte in der Ahrefs-Untersuchung bei vielen traditionellen SEO- und Markensignalen schwächere Zusammenhänge als Google AI Mode. Ahrefs sieht darin einen möglichen Vorteil für kleinere Marken. ChatGPT könnte für sie einen zugänglicheren Einstieg in die KI-Sichtbarkeit bieten, während Google AI Mode stärker mit bereits vorhandener Markenautorität zusammenhängt.

Auch das ist allerdings eine Interpretation der Daten und kein Beweis dafür, dass kleinere Marken bei ChatGPT grundsätzlich leichter sichtbar werden.

Wen zitiert ChatGPT überhaupt? Reddit, Wikipedia und große Domains

Zwei weitere Untersuchungen schauen stärker auf die Quellen, die KI-Systeme für ihre Antworten verwenden.

Otterly.ai hat mehr als eine Million Quellenverweise über verschiedene KI-Plattformen hinweg analysiert. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Systemen. Nach der Klassifikation von Otterly entfielen bei Google AI Overviews knapp 60 Prozent der Quellenverweise auf Markenwebsites. Bei ChatGPT waren es rund 45 Prozent und bei Perplexity rund 29 Prozent.

Gleichzeitig tauchen Plattformen wie Reddit, Wikipedia und Nachrichtenseiten in den untersuchten Datensätzen häufig als Quellen auf.

Für Marken ist das aus einem einfachen Grund interessant: KI-Sichtbarkeit entsteht nicht nur auf der eigenen Website. Auch Inhalte auf Medienseiten, Community-Plattformen und anderen Websites können beeinflussen, in welchem Kontext eine Marke im Web vorkommt.

Was die 5WPR-Auswertung ergänzt

Die PR-Agentur 5WPR hat im Mai 2026 mehrere große öffentlich verfügbare Datensätze in einem Report zusammengeführt. Dazu gehört auch eine Profound-Auswertung mit rund 680 Millionen Quellenverweisen.

Wichtig zur Einordnung: 5WPR hat diese Daten nicht selbst erhoben. Der Report fasst verschiedene Originalstudien zusammen. Die Zahlen stammen deshalb aus unterschiedlichen Zeiträumen und Messverfahren und können nicht wie die Ergebnisse eines einzigen Experiments miteinander verglichen werden.

Drei Ergebnisse sind trotzdem interessant.

Erstens: In einem der ausgewerteten Datensätze nennt ChatGPT Marken ungefähr 3,2-mal häufiger im Antworttext, als es sie gleichzeitig über einen Link als Quelle referenziert.

Das zeigt noch einmal, warum wir Quellenverweise und Markennennungen getrennt betrachten sollten. Eine Marke kann im Antworttext auftauchen, ohne dass ihre eigene Website verlinkt wird. Gleichzeitig kann eine Website als Quelle dienen, ohne dass der Markenname prominent in der Antwort erscheint.

Zweitens: Ein relativ kleiner Kreis großer Domains erhält einen beträchtlichen Anteil der Quellenverweise. Wikipedia ist dafür ein gutes Beispiel. Innerhalb der zehn meistzitierten ChatGPT-Quellen entfielen laut den ausgewerteten Profound-Daten rund 48 Prozent des dort gemessenen Anteils auf Wikipedia. Im gesamten Datensatz lag Wikipedias Anteil dagegen bei 7,8 Prozent.

Die beiden Werte widersprechen sich nicht. Sie beziehen sich lediglich auf unterschiedliche Grundgesamtheiten. Der erste Wert betrachtet nur die zehn größten Quellen. Der zweite betrachtet alle Quellen im Datensatz.

Auch Reddit gehört über mehrere KI-Systeme hinweg regelmäßig zu den häufig zitierten Domains.

Drittens: Solche Quellenmuster können sich schnell verändern. Im Jahr 2025 sank der Anteil von Reddit-Quellen in einer Semrush-Auswertung innerhalb weniger Wochen deutlich. Als mögliche Erklärung wurde eine Veränderung bei ChatGPT diskutiert. Nachgewiesen ist diese Ursache allerdings nicht.

Für deine Strategie ist deshalb vor allem eines wichtig: Verlasse dich bei deiner KI-Sichtbarkeit nicht auf eine einzige externe Plattform.

Welche Inhalte werden zitiert? Format und Struktur

Jetzt bleibt noch die Frage, wie Inhalte aussehen, die von KI-Systemen als Quellen verwendet werden.

Das Wix Studio AI Search Lab hat dafür 75.000 KI-Antworten mit insgesamt mehr als einer Million Quellenverweisen ausgewertet. Gut die Hälfte aller untersuchten Quellenverweise entfiel auf drei Content-Typen:

  • Listenartikel: 21,9 Prozent
  • Fach- und Informationsartikel: 16,7 Prozent
  • Produktseiten: 13,7 Prozent

Zusammen kommen diese drei Formate auf rund 52 Prozent.

Daraus solltest du aber nicht einfach ableiten, dass du jetzt möglichst viele Listenartikel produzieren musst. Die Untersuchung zeigt auch, dass die Absicht hinter der Frage einen wichtigen Einfluss darauf hat, welche Art von Inhalt als Quelle verwendet wird.

Bei informationsorientierten Fragen können klassische Fachartikel sinnvoll sein. Bei Vergleichen und kommerziellen Fragen kommen dagegen häufiger Listen und Übersichtsseiten zum Einsatz.

Das passende Content-Format hängt also stark davon ab, welche Frage du beantworten möchtest.

Eine Analyse von AirOps (Dezember 2025) ergänzt die technische Perspektive. 87 Prozent der in ChatGPT zitierten Seiten verwendeten genau eine H1. Rund zwei Drittel folgten einer sauberen Überschriftenstruktur.

Klare Überschriften, logisch aufgebaute Inhalte und passende strukturierte Daten können es Suchmaschinen und KI-Systemen erleichtern, Inhalte zu erfassen. AirOps weist allerdings nicht nach, dass diese Merkmale tatsächlich die Ursache für die höhere Zitatrate sind.

Der wissenschaftliche Unterbau: die Princeton-Studie

Fast alle bisher genannten Untersuchungen stammen von Tool-Anbietern. Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage liefert die Studie „GEO: Generative Engine Optimization“ eines Forschungsteams um Pranjal Aggarwal von Princeton, Georgia Tech, dem Allen Institute for AI und weiteren Forschungseinrichtungen.

Die Arbeit erschien schon 2024 bei der ACM SIGKDD und hat den Begriff Generative Engine Optimization maßgeblich geprägt. Die Forschenden entwickelten mit GEO-bench einen Benchmark mit rund 10.000 Suchanfragen und untersuchten verschiedene Methoden, mit denen sich die Sichtbarkeit von Quellen in generierten Antworten verbessern lässt.

Dazu gehörten beispielsweise das Ergänzen von Statistiken, Quellenangaben und Zitaten. Einzelne Optimierungsmethoden konnten die gemessene Sichtbarkeit im Experiment um bis zu 40 Prozent steigern.

Bei dieser Zahl sind zwei Einschränkungen wichtig.

Erstens: Die 40 Prozent sind ein Spitzenwert und kein durchschnittlicher Effekt aller untersuchten Maßnahmen.

Zweitens: Untersucht wurde ein experimentelles Generative-Engine-Setting und nicht die heutige Version von ChatGPT.

Du kannst daraus also nicht ableiten, dass ein paar zusätzliche Statistiken oder Quellenangaben deine Sichtbarkeit in ChatGPT automatisch um 40 Prozent steigern. Die Studie zeigt vielmehr, dass die Gestaltung und Aufbereitung von Inhalten einen Einfluss darauf haben kann, wie sichtbar Quellen in generierten Antworten werden.

Was du bei der Einordnung der Studien beachten solltest

Vier Einschränkungen solltest du im Hinterkopf behalten:

1. Interessenlage

Semrush, Ahrefs, Otterly, AirOps und Wix bieten selbst Produkte oder Dienstleistungen rund um SEO beziehungsweise AI Search an. Das macht ihre Daten nicht automatisch schlechter. Trotzdem solltest du berücksichtigen, dass Fragestellung und Interpretation aus dem jeweiligen Unternehmenskontext heraus entstehen.

2. Korrelation statt Kausalität

Die meisten Marktstudien zeigen Zusammenhänge. Wenn Marken mit vielen YouTube-Erwähnungen häufiger in ChatGPT genannt werden, bedeutet das nicht automatisch, dass die YouTube-Erwähnungen die Ursache dafür sind.

Die wissenschaftliche GEO-Studie unterscheidet sich hier, weil verschiedene Optimierungsansätze systematisch miteinander verglichen wurden. Ihre Ergebnisse lassen sich allerdings ebenfalls nicht eins zu eins auf das heutige ChatGPT übertragen.

3. Unterschiedliche Messgrößen

„Citation“, „Brand Mention“, „AI Visibility“ oder „Citation Share“ klingen ähnlich, werden von den Anbietern aber unterschiedlich definiert und gemessen. Teilweise bleibt außerdem offen, mit welcher Modellversion oder Suchkonfiguration ChatGPT abgefragt wurde.

Die Zahlen verschiedener Studien lassen sich deshalb nicht einfach miteinander verrechnen.

4. Viele Daten stammen aus den USA

Ein großer Teil der Datensätze ist englischsprachig und US-lastig. Für den deutschsprachigen Markt gibt es bislang deutlich weniger vergleichbare Untersuchungen.

Der SEO-Berater Udo Raaf weist außerdem auf einen wichtigen Unterschied hin: Informationen in KI-Antworten können aus dem bereits vorhandenen Modellwissen stammen oder über eine aktuelle Websuche abgerufen werden. Beide Wege funktionieren unterschiedlich. Viele Tracking-Tools machen diese Unterscheidung bislang nicht transparent.

So testest du deine eigene KI-Sichtbarkeit

Gerade weil für den deutschsprachigen Markt noch belastbare Vergleichswerte fehlen, lohnt sich eine eigene Messung. Dafür brauchst du nicht unbedingt ein kostenpflichtiges Tool.

Mit diesem einfachen Ablauf kannst du innerhalb von vier Wochen erste Muster erkennen:

  1. Lege eine feste Testumgebung fest. Nutze möglichst dasselbe Modell, denselben Suchmodus, dieselbe Sprache, denselben Standort und denselben Loginstatus. Starte möglichst neue Chats ohne vorherigen Gesprächskontext. Sonst vergleichst du möglicherweise unterschiedliche Testbedingungen statt deiner tatsächlichen Sichtbarkeit.
  2. Definiere zehn kaufnahe Fragen. Konzentriere dich zunächst auf ein bis zwei Kernthemen und formuliere Fragen so, wie deine Kund:innen sie tatsächlich stellen würden. Zum Beispiel: „Welche SEO-Weiterbildung mit Zertifikat ist empfehlenswert?“
  3. Teste jede Frage mehrfach. Formuliere jede Frage in zwei Varianten und stelle jede Variante mindestens dreimal. Verteile die Tests über zwei bis drei Wochen. KI-Antworten können sich unterscheiden. Ein einzelner Test ist deshalb noch kein belastbarer Messwert.
  4. Erfasse Quellenverweise und Markennennungen getrennt. Notiere für jede Antwort, ob deine Website als Quelle verlinkt wurde, deine Marke genannt wurde, beides passiert ist oder deine Marke gar nicht vorkam.
  5. Werte die Ergebnisse nach Themen aus. Ein Quellenverweis ohne Markennennung kann darauf hindeuten, dass dein Content als Informationsquelle relevant ist, deine Marke aber noch nicht eindeutig mit dem Thema verbunden wird. Keine Sichtbarkeit kann verschiedene Gründe haben, zum Beispiel fehlende Inhalte, wenige externe Erwähnungen oder technische Probleme. Behandle solche Erklärungen zunächst als Hypothesen.
  6. Schließe die wichtigsten Lücken. Identifiziere pro Kernthema zwei bis drei wichtige Fragen, bei denen du noch nicht sichtbar bist. Optimiere deine Inhalte gezielt und wiederhole nach vier Wochen denselben Test.

Fazit: Drei Dinge, die du mitnehmen solltest

1. Miss Quellenverweise und Markennennungen getrennt

Prüfe bei deinen wichtigsten kaufnahen Fragen, ob deine Marke als Quelle verlinkt, namentlich genannt oder auf beide Arten sichtbar wird.

Wenn dein Content regelmäßig als Quelle verwendet wird, deine Marke aber kaum im Antworttext auftaucht, kann das ein Hinweis darauf sein, dass deine Inhalte relevant sind, die Verbindung zwischen deiner Marke und dem Thema aber noch nicht stark genug ist.

2. Baue Tiefe vor Breite auf

Konzentriere dich zunächst auf ein bis zwei Themen, die für dein Unternehmen besonders wichtig sind. Decke dort unterschiedliche Fragen ab, zum Beispiel Grundlagen, Probleme, Vergleiche, Auswahlkriterien und konkrete Kaufentscheidungen.

Mit „Tiefe vor Breite“ ist also gemeint: Lieber ein wichtiges Themenfeld umfassend behandeln als zehn Themen jeweils nur oberflächlich. Die Semrush-Daten deuten darauf hin, dass eine solche konsistente Präsenz innerhalb eines Themenfelds besonders für Markennennungen relevant sein kann.

3. Denke über deine eigene Website hinaus

In der Ahrefs-Analyse hängen Markenerwähnungen auf YouTube und im offenen Web stärker mit Markennennungen in ChatGPT zusammen als Kennzahlen wie Domain Rating, Marken-Suchvolumen oder die Anzahl eigener Seiten.

Damit werden auch digitale PR, redaktionelle Erwähnungen, Expertenbeiträge, Community-Präsenz und Video für SEO- und GEO-Teams interessanter. Die Studien beweisen allerdings nicht, dass zusätzliche externe Erwähnungen automatisch zu mehr Markennennungen in ChatGPT führen.

Was lässt sich also aus den sieben Untersuchungen mitnehmen? Baue eine klare thematische Relevanz auf, beantworte die wichtigen Fragen deiner Zielgruppe möglichst gut und sorge dafür, dass deine Marke nicht nur auf deiner eigenen Website stattfindet.

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Dieser Artikel wurde KI-unterstützt erstellt und durch menschliche Fachkenntnis überarbeitet und optimiert.

Quellen

Quellen: Semrush/Growth Memo (Margarita Loktionova, Kevin Indig): How topical authority spreads (and where it doesn’t) in ChatGPT, 3. August 2026 · Semrush: AI visibility is a topic-level game, Juli 2026 · Ahrefs: Top Brand Visibility Factors in ChatGPT, AI Mode, and AI Overviews, Dezember 2025, aufbauend auf der AI-Overviews-Studie von 2025 · Otterly.ai: The State of AI Citations, 2026 · 5WPR: The State of AI Citations 2026, Mai 2026 (Sekundärsynthese) · Wix Studio AI Search Lab: Content Types Most Cited by LLMs, 23. März 2026 · AirOps: The 2026 State of AI Search, Dezember 2025 · Aggarwal et al.: GEO: Generative Engine Optimization, ACM SIGKDD 2024 · ContentConsultants (Udo Raaf): KI-Sichtbarkeit messen, März 2026 · Pew Research Center: Klickverhalten bei Google-Suchen mit KI-Zusammenfassung, 22. Juli 2025 · Nutzerzahl ChatGPT: OpenAI, 27. Februar 2026. 

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