
Berufliche Netzwerke gehören für die meisten von uns längst zum Arbeitsalltag. Du pflegst Kontakte, beobachtest den Markt, teilst Fachwissen oder suchst neue Kolleg:innen und Kund:innen. Und wahrscheinlich passiert das bei dir gerade auf LinkedIn. Was wenige dabei aktiv hinterfragen: LinkedIn gehört zu Microsoft, einem US-Konzern.
Wer eine europäische Alternative im Blick behalten möchte, landet schnell bei XING. Die Plattform aus Hamburg gehört zur New Work SE und ist besonders im deutschsprachigen Raum mit über 13 Millionen Mitgliedern in Deutschland, Österreich und der Schweiz fest etabliert.
XING ist ein berufliches Netzwerk mit klarem Fokus auf den DACH-Markt. Neben Profil und Vernetzung gibt es eine Jobsuche, Arbeitgeberbewertungen über die Marke kununu und Recruiting-Lösungen der New Work SE, u.a. unter der Marke onlyfy. Damit positioniert sich das Unternehmen mittlerweile primär als Recruiting-Plattform (Matching von Talenten und Jobs).
| Name / Herkunft | XING / New Work SE (Hamburg, Deutschland) |
| Kategorie | Berufliches Netzwerk, Employer Branding, Recruiting |
| Für wen? | HR-Teams, Marketing-Profis, Selbstständige und Unternehmen mit starkem DACH-Fokus |
| Was macht’s besonders? | XING verbindet berufliches Netzwerken mit Recruiting, Arbeitgeberbewertungen (kununu) und Active Sourcing – als vollständig europäische Plattform mit DSGVO-konformem Betrieb aus Deutschland. |
XING lohnt sich vor allem dann, wenn deine Zielgruppe klar im deutschsprachigen Raum sitzt.
LinkedIn ist als globale Plattform schwer zu umgehen, aber genau das ist für viele Unternehmen auch ein strategisches Problem. Wenn du deine gesamten Kontakte, Recruiting-Prozesse und Kommunikation über eine einzige US-Plattform abwickelst, machst du dich von einem Anbieter abhängig, dessen Datenpolitik letztlich US-Recht unterliegt. Der Datentransfer wird heute in der Regel über das EU-US Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln abgesichert, allerdings sind damit nicht alle Risiken und Diskussionen beendet.
XING setzt hier einen klaren europäischen Kontrapunkt:
Wenn du in einer Compliance-sensiblen Branche arbeitest, etwa im öffentlichen Sektor, im Gesundheitswesen oder mit Behörden als Kund:innen, kann das ein echtes Argument sein. Trotzdem sollten immer individuelle Datenschutz- und Auftragsverarbeitungsverträge geprüft werden.
Der Vergleich ist weniger eine Frage von „besser oder schlechter“, sondern davon, wo deine Zielgruppe wirklich ist.
XING ist im DACH-Raum tief verankert. Besonders im Mittelstand und bei Kandidat:innen mittleren Alters ist die Plattform in Deutschland stärker vertreten als LinkedIn. Wenn du gezielt deutschsprachige Fachkräfte ansprechen willst, erreichst du hier oft mehr mit weniger Aufwand.
Typische Pluspunkte:
LinkedIn hat sich international als Standard etabliert. Für viele Teams ist es das erste und einzige Tool für Recruiting, Thought Leadership und B2B-Marketing und das aus gutem Grund.
Typische Vorteile:
XING ist keine Eins-zu-eins-Alternative für alle Zwecke. Wenn du international rekrutierst oder globales B2B-Marketing betreibst, kommst du an LinkedIn kaum vorbei. Wenn du aber gezielt im DACH-Markt unterwegs bist, Datenschutz ernst nimmst oder Compliance-Anforderungen zu erfüllen hast, ist XING eine ernstzunehmende, vollständig europäische Option.
Am Ende stellen sich eigentlich drei Fragen:
| Europäische Alternative: XING | US-Plattform: LinkedIn |
|---|---|
| Vorteile | Vorteile |
| Europäischer Anbieter, DSGVO-konformer Betrieb aus Deutschland | Globale Reichweite, über 1 Milliarde Mitglieder weltweit |
| Starke Abdeckung im DACH-Fachkräftemarkt, besonders im Mittelstand | Sehr breites Targeting für B2B-Marketing und internationale Rekrutierung |
| Verzahnung mit kununu stärkt dein Employer Branding im DACH-Raum | Tiefe Microsoft-Integration und etabliertes Content-Ökosystem |
| Nachteile | Nachteile |
| Kaum internationale Reichweite außerhalb des DACH-Raums | Datenhaltung unter US-Recht, strategische Abhängigkeit von Microsoft |
| Kleineres Werbeökosystem, weniger Integrationen als LinkedIn | Für rein DACH-fokussierte Zwecke oft überdimensioniert und teurer |
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