Stell dir vor, dein Unternehmen sitzt in München, aber deine Anzeigen laufen bundesweit. Dabei kommen 90 % deiner Kundinnen und Kunden aus einem Umkreis von 20 Kilometern. Klingt ineffizient? Ist es auch!
Viele Google Ads Kampagnen verschwenden täglich Budget, weil sie geografisch zu breit streuen oder die relevante Zielgruppe nicht ansprechen. Dabei bietet das Geotargeting von Google heute weit mehr Möglichkeiten als nur Länder- und Städteauswahl: Du kannst deine Anzeigen auf geplante Aufenthalte, das Wetter, den Standort deiner Konkurrenz oder sogar einzelne Straßenzüge zuschneiden.
Wir erklären dir heute, wie du über die grundlegenden Standorteinstellungen hinausgehst und fortgeschrittenes Targeting für deine Google Ads Kampagnen einrichtest. Du lernst 9 standardmäßige und fortgeschrittene Taktiken kennen, die dein Geotargeting verbessern und dadurch die Performance, die Relevanz und den ROAS deiner Anzeigen erhöhen.
Die Ideen für diesen Artikel haben wir vom Search Engine Land.
Die einfachste Form des Geotargetings ermöglicht es dir, Nutzer:innen Anzeigen auf Grundlage ihrer Länder- oder Standortauswahl zu zeigen. Für große Marken funktioniert das gut, aber leider mangelt es an Präzision für Unternehmen, die auf lokale Nachfrage angewiesen sind.
Beispiel: Ein in München ansässiges Softwareunternehmen möchte den deutschen Markt anvisieren, sich aber primär auf wirtschaftsstarke Regionen wie München, Hamburg und Frankfurt konzentrieren, anstatt Anzeigen in ganz Deutschland zu schalten.
Einschränkungen:
So setzt du das um: Rufe die Kampagneneinstellungen der gewünschten Kampagne auf und navigiere zu Standorte. Dort kannst du über die Eingabezeile verschiedene Länder und Regionen eingeben.

Die Konzentration auf bestimmte Städte oder Postleitzahlen ermöglicht es dir, lokale Zielgruppen genauer zu erreichen. Das kommt Branchen wie dem Immobiliensektor, dem Gastgewerbe oder professionellen Dienstleistungen zugute.
Beispiel: Eine Münchner Steuerkanzlei möchte gezielt potenzielle Mandant:innen ansprechen, die nach „Steuerberater in meiner Nähe“ suchen. Um die Leads möglichst relevant zu halten, wird das Targeting auf Postleitzahlen im Münchner Stadtgebiet und umliegende Orte begrenzt.
Einschränkungen:
So setzt du das um: Stadt und Postleitzahl suchst du ebenfalls in der in 1. beschriebenen Eingabezeile im Reiter Standort in den Kampagneneinstellungen.
Radiustargeting erlaubt es dir, Nutzer:innen innerhalb einer bestimmten Entfernung von einem bestimmten Standort anzusprechen.
Beispiel: Ein Premium-Autohaus in Grünwald (südlich von München) richtet einen 20km-Radius für seinen Ausstellungsraum ein, um Interessent:innen zu erreichen, die nach „Luxusautos zum Verkauf in meiner Nähe“ oder „Porsche Autohaus“ suchen. Durch die Verfeinerung des Radius stellt das Autohaus sicher, dass die Anzeigen potenzielle Kundinnen und Kunden erreichen, die wahrscheinlich persönlich für eine Probefahrt vorbeikommen.
Einschränkungen:
So setzt du das um: Den Radius stellst du ebenfalls in den Kampagneneinstellungen unter Standort ein. Dort klickst du auf Erweiterte Suche und wählst im sich öffnenden Fenster links oben den Bereich „Umkreis“ aus. Nun gibst du den gewünschten Standort sowie die Größe des Radius an, in dem du Nutzende ansprechen möchtest. Das Einzugsgebiet wird auf der Karte markiert. Dort kannst du überprüfen, ob es sich mit anderen Standorten, die du mit der Kampagne targetierst, überschneidet.

Statt Standorte direkt ein- oder auszuschließen, kannst du Gebote auf Grundlage der Leistung von verschiedenen Regionen in Bezug auf Conversion, Umsatz oder ROAS anpassen.
Beispiel: Eine exklusive Schmuckmarke in München beobachtet, dass die Conversion Rate im Stadtteil Lehel und in der Maximilianstraße deutlich höher ist als in anderen Gebieten. Um das Budget effizienter einzusetzen, erhöht sie die Gebote für diese beiden Stadtteile um 30 % und senkt sie für weniger kaufstarke Stadtteile leicht ab.
Einschränkungen:
So setzt du das um: Um standortspezifische Gebotsanpassungen vorzunehmen, gehst du im Menü auf Zielgruppen, Keywords und Inhalte und wählst dort den Reiter Standorte. Dort werden alle Standorte aufgeführt, die du mit deinen Kampagnen anvisierst. In der Spalte „Gebotsanpassung” kannst du direkt über das Stift-Symbol eine Anpassung des Gebots für die jeweilige Region vornehmen. Die Anpassung erfolgt auf Grundlage von Prozentangaben, wobei du einstellst, um wie viel das Gebot in einem Gebiet erhöht werden soll.

Mehr dazu findest du in diesem Artikel vom Search Engine Land.
Geotargeting funktioniert auch in die andere Richtung: Du kannst Länder, Regionen und Städte bewusst ausschließen. Das sorgt dafür, dass dein Budget dort eingesetzt wird, wo es sich lohnt. Manchmal gibt es Orte, die den gleichen Namen haben. Diese kannst du über die PLZ ausschließen. Sucht ein Kunde nach „Restaurants in Frankfurt“ und du bist ein:e Restaurantbesitzer:in in Frankfurt an der Oder, könntest du beispielsweise das Stadtgebiet von Frankfurt am Main ausschließen.
So setzt du das um: Ausschlüsse kannst du ebenfalls in den spezifischen Einstellungen für eine Kampagne vornehmen. Neben der Option, einen Standort hinzuzufügen, hast du auch die Möglichkeit, einen Standort auszuschließen.

Mit Google Ads kannst du Nutzer:innen gezielt ansprechen, je nachdem, wo sie sich befinden und wonach sie suchen.
Das ist besonders für die Reise-, Immobilien- und Luxusbranchen nützlich, in denen der Entscheidungsprozess oft stattfindet, bevor der Kunde oder die Kundin sich physisch am Zielort befindet.
Beispiel: Eine private Hochschule in München möchte internationale Studierende aus Indien, Brasilien und Vietnam ansprechen. Statt Anzeigen nur in Deutschland zu schalten, werden Google Ads gezielt in diesen Ländern ausgespielt, um Interessierte für Studiengänge wie „Master in Data Science München“ oder „MBA-Programs in Germany“ zu gewinnen.
So setzt du das um: Wähle in der betreffenden Kampagne in den Kampagneneinstellungen „Standorte“ aus, öffne die „Standortoptionen“ und wähle „Präsenz oder Interesse“ aus.

Die gezielte Ansprache von Nutzern in der Nähe von Konkurrenzstandorten kann eine effektive Strategie für Unternehmen in Branchen wie dem Einzelhandel, dem Gastgewerbe und dem Automobilvertrieb sein.
Beispiel: Ein Premium-Fitnessstudio in München-Schwabing möchte gezielt Fitnessinteressierte ansprechen, die sich in der Nähe von Fitnessstudios mit ähnlicher Preisklasse aufhalten. Es richtet dafür einen Radius um die Standorte dieser Wettbewerber ein und bewirbt in seinen Anzeigen exklusive Angebote wie kostenlose Probetrainings, Wechselprämien, persönliche Beratung oder besondere Wellness-Services wie Saunen und Massagen.
So setzt du das um: Identifiziere zunächst die Adressen deiner Wettbewerber und richte anschließend einen Radius für diese Standorte ein. Recherchiere anschließend, welche Vorteile du deinen Wettbewerbern gegenüber hast, beispielsweise bessere Preise, exklusive Angebote etc. Diese USPs hebst du dann in deinen Anzeigentexten hervor.
Geofencing ermöglicht es dir, ultrapräzise Grenzen zu schaffen, in denen Anzeigen ausgelöst werden, wenn Nutzer einen bestimmten Bereich betreten. Dies wird in der Regel für Echtzeit-Interaktionen genutzt, z. B. für die Bewerbung von Angeboten in Geschäften oder für ereignisbezogene Werbung.
Was ist Geofencing? Geofencing bedeutet nichts anderes, als dass du eine Art „digitalen Zaun” um ein kleines, real existierendes Gebiet ziehst. Sobald sich eine Person mit ihrem Smartphone (oder anderen Endgeräten) in diesen Bereich begibt, können spezifische Handlungen ausgeführt werden. Im Fall von Google Ads nimmst du das Geofencing direkt in der Nutzeroberfläche von Google Ads vor.
Beispiel: Ein Luxusmodegeschäft in der Maximilianstraße (München) richtet einen Geofence entlang der Maximilianstraße und angrenzender Shoppingmeilen ein. Shopper:innen, die sich in diesem Bereich aufhalten, bekommen mobile Anzeigen mit Einladungen zu exklusiven VIP-Events oder Flash-Sales direkt aufs Smartphone.
So setzt du das um:
Einzelhändlern mit Ladengeschäften können mit lokalen Bestandsanzeigen (Local Inventory Ads, LIAs) direkt in der Anzeige angeben, ob ein Produkt in einem nahegelegenen Geschäft vorrätig ist. Damit trägst du zur Steigerung der Kundenfrequenz bei.
Beispiel: Ein High-End-Modehändler könnte Anzeigen mit dem Hinweis „Diese Handtasche ist in der Maximilianstraße vorrätig“ schalten, um Kundinnen und Kunden zu ermutigen, das Geschäft zu besuchen und die Tasche direkt im Laden zu kaufen.
So setzt du das um:
Dynamisches, wetterbasiertes Targeting ermöglicht es dir, Anzeigen auf der Grundlage von Echtzeit-Wetterbedingungen zu schalten, die das Verbraucherverhalten erheblich beeinflussen können. Das eignet sich vor allem in der Reisebranche oder für Produkte, die stark wetterabhängig sind, wie Regenschirm, Sonnenbrille, Sonnencreme etc.
Beispiel: Ein Wellnesshotel am Tegernsee erhöht während kalter und regnerischer Wetterperioden gezielt die Gebote für Nutzer:innen aus München und Augsburg, um Angebote für Wellness-Wochenenden, Spa-Pakete und Kamin-Suiten zu bewerben – perfekt als „Flucht aus dem grauen Alltag“.
So setzt du das um: Beachte, dass es sich dabei um eine fortgeschrittene Targeting-Option handelt. Du solltest mit Google Ads Scripts vertraut sein, bevor du deine Anzeigen anhand des Wetters ausspielen lässt.
Schritt 1 – Script einrichten
Schritt 2 – Wetterdaten abrufen und speichern:
Schritt 3 – Ad-Customizer erstellen: Ein Ad-Customizer ist ein Spreadsheet, das es dir ermöglicht, Platzhalter in deinen Anzeigentexten zu platzieren, die dann mit dem entsprechenden Text aus dem Sheet ausgefüllt werden.
Schritt 4 – Dynamische Anzeigentexte erstellen:
Quelle: Search Engine Land
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