Die durchschnittliche Scrolltiefe auf deutschen Websites liegt bei nur 57%. Das bedeutet, dass fast die Hälfte aller Inhalte nie gesehen werden. Mit GA4 kannst du verstehen, wo deine Nutzer:innen wirklich aussteigen und darüber hinaus Anhaltspunkte finden, warum sie das tun.
Die durchschnittliche Scrolltiefe auf deutschen Websites liegt bei nur 57%. Das bedeutet, dass fast die Hälfte aller Inhalte nie gesehen wird. Mit GA4 kannst du verstehen, wo deine Nutzer:innen wirklich aussteigen und darüber hinaus Anhaltspunkte finden, warum sie das tun.
In diesem Artikel geben wir dir Strategien und Tipps an die Hand, wie du Informationen über die Scrolltiefe nutzen kannst, um zielführende Analysen durchzuführen, deinen Content zu optimieren und Conversion Rates zu steigern.
Die Scrolltiefe erzählt einen essentiellen Teil der User Journey: Besucher:innen, die nur 25% scrollen, haben möglicherweise das Gefühl gehabt, hier nicht richtig zu sein. Jemand, der 90% erreicht, ist hochengagiert und interessiert sich sehr für deine Inhalte.
Heutzutage scannen Nutzer:innen Inhalte in Sekunden. Mobile Besucher:innen scrollen dabei 19% schneller als auf dem Desktop. Diese Verhaltensunterschiede zu kennen, zu verstehen und zu nutzen, trennt wirklich erfolgreiche von durchschnittlichen Websites.
GA4 bietet zwei Wege zum Scroll-Tracking: den automatischen und den strategischen. Die Enhanced Measurement-Funktion ist wie ein Erste-Hilfe-Set: praktisch, aber limitiert. Sie erfasst nur, wenn Nutzer:innen 90% der Seite erreichen. Für echte Insights brauchst du auf jeden Fall mehr Granularität.
Die wahre Magie entsteht erst mit individueller Konfiguration. Du kannst nämlich auch individuell einstellen, bei welcher Scrolltiefe ein Ereignis ausgelöst wird. In 10er-Schritten? Jeweils nach einem Viertel? Individuell nach 10, 25, 30, 50, 75 und 90 Prozent? Hier bestimmst du, was für dich am zielführendsten ist.
Unsere Empfehlung: Ein angelegtes Scrolltiefe-Tracking in 10er-Schritten deckt alle deine Seiten ausreichend kleinteilig und gesamtheitlich ab, um tiefgreifende Analysen durchzuführen.
Der erste und entscheidende Schritt, um eine saubere und genaue Datenerfassung zu gewährleisten, ist die Deaktivierung der standardmäßigen Scroll-Tracking-Funktion in Google Analytics 4. GA4 erfasst standardmäßig ein scroll-Ereignis, wenn ein Nutzer 90% einer Seite erreicht. Wenn ein benutzerdefiniertes Scroll-Tracking über den GTM implementiert wird, würden beide Systeme separate scroll-Ereignisse senden, was zu doppelten Daten und ungenauen Berichten führt. Die Einstellung dafür findest du hier: Admin > Datenstrom > Enhanced Measurement > Zahnrad > Scroll Tracking deaktivieren.
Durch die Aktivierung dieser Variable wird sichergestellt, dass der GTM die notwendigen Datenpunkte erfassen kann, die später im GA4-Event-Tag als dynamische Parameter verwendet werden. Die Aktivierung dieser Built-in Variablen ermöglicht es dem GTM, die genaue Scroll-Tiefe automatisch zu erfassen und in der Data Layer verfügbar zu machen.
Nun musst du ebenfalls den entsprechenden Trigger erstellen, der das Ereignis auch auslösen wird.

scroll-Event der standardmäßigen Enhanced Measurement Analyse weiterhin verwendest, solltest du die 90% nicht aufführen, da sie automatisch bereits erfasst wird.Nachdem die erforderlichen Scroll-Variablen aktiviert und der Trigger für die gewünschten Prozentsätze erstellt wurden, besteht der nächste Schritt darin, ein Google Analytics 4 (GA4)-Ereignis-Tag im GTM zu konfigurieren. Dieses Tag sendet die Daten an GA4, wobei die dynamischen Scroll-Werte als Ereignisparameter übergeben werden.
scroll überschreiben, oder ein eigenes scroll-Event erstellen, wobei du alle Namen außer scroll verwenden solltest. Beide Möglichkeiten haben ihre Daseinsberechtigung und sind geeignete Wege.percent_scrolled ein. Damit überschreibst du den bestehenden Parameter von GA4.{{Scroll Depth Threshold}} aus, die du bereits aktiviert hast. Diese Variable wird dynamisch den Prozentsatz der Scroll-Tiefe an GA4 übergeben.
Hilft dir dieser Artikel weiter oder hast du Verbesserungsvorschläge für uns? Wir freuen uns sehr darauf!
Nicht jede Seite ist gleich. Ein Blogartikel mit 3000 Wörtern erfordert andere Messpunkte als eine kompakte Landingpage.
Für kurze Seiten reicht die Berücksichtigung von 25%, 50%, 75% und 100%. Bei längeren Inhalten empfiehlt es sich aber, die granulare Abstufung mit 10%-Schritten in die Analyse einzubeziehen. E-Commerce-Kategorieseiten zeigen übrigens selten über 25-40% Scrolltiefe, da Nutzer gezielt scannen und das Produktangebot auch im oberen Teil der Seite stattfindet. Hier reicht also meist eine granulare Abstufung bis zur 50%-Marke, um sich mit Branchen-Benchmarks vergleichen zu können.
Mobile Besonderheiten verdienen ebenfalls extra Aufmerksamkeit. Smartphone-Nutzer:innen scrollen schneller, aber auch selektiver. Eine Scrolltiefe von 60% auf Mobile entspricht oft 75% auf Desktop in Bezug auf tatsächlich konsumierte Inhalte.
Die 90%-Marke hat sich nebenbei als Sweet Spot für das Seitenende erwiesen. Sie erfasst den gesamten Content ohne störende Footer-Interaktionen.
Die reinen Zahlen sind nur der Anfang. Nun hängt es natürlich an dir, diese richtig zu interpretieren und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Kombiniere die Scrolltiefe immer mit anderen Metriken, um gezieltere Aussagen über das Nutzerverhalten treffen zu können: Eine hohe Scrolltiefe bei kurzer Verweildauer deutet bspw. auf Scanning-Verhalten hin. Hohe Scrolltiefe und eine überdurchschnittliche Verweildauer heißt im Umkehrschluss: Quality Content!
Die Berichte in der explorativen Datenanalyse in GA4 helfen dir, gezieltere und visuellere Einblicke zum Nutzerverhalten zu bekommen. Erstelle Tabellen mit Seitenpfad als Zeile und Scrolltiefe als Spalte. Die Heatmap zeigt sofort Problemseiten und High-Performer.

Der Zusammenhang zwischen Scrolltiefe und Conversions ist oft nicht linear. Seiten mit 50-75% durchschnittlicher Scrolltiefe konvertieren häufig sogar besser als solche mit 90%+. Fokussierte Nutzer finden meist schneller, was sie suchen.
Content-Optimierung beginnt mit der Einleitung. Wenn nur 80% deiner Besucher:innen über die ersten 25% hinaus scrollen, stimmt etwas mit dem Einstieg nicht.
Analysiere, wo die höchsten Engagement-Punkte liegen und richte die Platzierung deiner CTAs danach aus, statt dich auf dein Bauchgefühl zu verlassen. Ein CTA bei 60% Scrolltiefe kann effektiver sein als am Seitenende, wenn dort noch die meisten Besucher:innen auf der Seite sind.
Der Effekt von visuellen Unterbrechungen wird oft unterschätzt. Füge alle 300-400 Wörter visuelle Elemente ein. Infografiken bei 40% und 70% Scrolltiefe können die 90%-Erreichungsrate um bis zu 15% steigern.
Erstelle Scroll-basierte Zielgruppen für Remarketing-Kampagnen. Besucher:innen, die regelmäßig 75%+ deiner Artikel lesen, sind Gold wert für Newsletter-Kampagnen. Die Conversion-Rate solcher Segmente liegt 3x über dem Durchschnitt.
Die BigQuery-Integration eröffnet weitreichende Analysemöglichkeiten. Analysiere das Scroll-Verhalten über mehrere Sessions, identifiziere Muster und leite Conversion-Wahrscheinlichkeiten basierend auf historischen Scrolldaten ab.
Die Scrolltiefe-Analyse in GA4 ist kein Nice-to-have mehr. Es ist schon lange essentiell für datengetriebene Content-Strategien. Der Invest in eine richtige Implementation zahlt sich durch bessere Nutzererfahrung und höhere Conversions aus.
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Jeder Scroll ist eine bewusste Entscheidung deiner Nutzer. Mach diese Entscheidungen sichtbar, messbar und optimiere daraufhin.
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