Employer Branding ist schon lange mehr als “Obstkorb” und “innovatives und nachhaltiges Unternehmen”. Unternehmen setzen verstärkt auf Social Media und Corporate Influencing, um authentische Einblicke in den Arbeitsalltag zu geben. Was hinter erfolgreichem digitalen Employer Branding steckt und wie Erfolgsmodelle verschiedener Unternehmen Talente anziehen, erfährst du in diesem Artikel.
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Employer Branding ist längst kein reines HR-Thema mehr – es ist zu einem strategischen Eckpfeiler erfolgreicher Unternehmen geworden. Social Media, Corporate Influencer und Performance Recruiting setzen neue Standards, um Talente zu gewinnen und Mitarbeitende zu binden. Unternehmen wie die SBB und Ziehl-Abegg zeigen, wie sich innovative Ansätze und authentische Kommunikation zu einer starken Arbeitgebermarke vereinen lassen. Doch welche konkreten Strategien und Tools machen den Unterschied?
Inspiration für den Artikel haben wir uns bei Hutter Consulting geholt.
Soziale Medien haben das Employer Branding revolutioniert. Plattformen wie LinkedIn, Instagram und TikTok bieten Unternehmen nicht nur Reichweite, sondern auch die Chance, authentische Einblicke in den Arbeitsalltag zu geben. Doch Authentizität ist keine einfache Aufgabe: Nutzer:innen erwarten mehr als Hochglanzkampagnen – sie suchen echte Geschichten, die sie inspirieren und ansprechen.
Social Media ist kein Werbeprospekt. Unternehmen, die diese Plattformen nur für Eigenwerbung nutzen, verpassen die Chance, ihre Employer Brand glaubwürdig und nachhaltig zu stärken.
Eine überzeugende Employer Brand entsteht nicht zufällig. Unternehmen, die erfolgreiches Employer Branding betreiben, stützen sich auf eine durchdachte Content-Strategie, die gezielt Werte und Zielgruppenbedürfnisse vereint. Eine zentrale Rolle spielt hierbei die Content-Matrix, die Inhalte systematisch plant und strukturiert.
Was ist eine Content-Matrix? Die Content-Matrix ist ein strategisches Tool, das die Unternehmenswerte mit den Bedürfnissen der Zielgruppen verknüpft. Sie erlaubt es, Inhalte gezielt auf verschiedene Phasen der Candidate Journey – von Awareness bis Engagement – abzustimmen.
Ein Beispiel aus der Praxis: Die Schweizerische Bundesbahn schrieb ihre Stellen 2023 ab 60% Teilzeit aus. Kernstück der renommierten Employer Branding Kampagne sind drei Filme, die das Leben von SBB Mitarbeitenden präsentieren. Den Auftakt machte eine Studie der Universitäten Zürich und Bern zum Thema Teilzeitarbeit. Zudem fand im Rahmen der Kampagne erstmals ein SBB Jobsharing Event statt. Das neue Angebot fand in den Medien mit über 20 Berichten großen Anklang. Zudem wurden die Filme insgesamt über 10 Millionen Mal angeschaut. Im September und Oktober 2022 stieg die Zahl der Bewerbungen für offene Teilzeitstellen um 160%.
Wie lässt sich diese Kampagne also anhand der Content Matrix analysieren?
Awareness-Phase: Aufmerksamkeit generieren
Die drei Filme, die das Leben von SBB-Mitarbeitenden in Teilzeit zeigen, zielen darauf ab, die Aufmerksamkeit auf das Thema Teilzeitarbeit zu lenken. Die Filme erzielten über 10 Millionen Aufrufe, was die Reichweite und Aufmerksamkeit deutlich steigerte.
Consideration-Phase: Tiefergehendes Interesse wecken
Die Studie der Universitäten Zürich und Bern liefert fundierte Einblicke und zeigt wissenschaftlich belegte Vorteile von Teilzeitarbeit auf. Es wurde Glaubwürdigkeit und Vertrauen durch objektive Informationen geschaffen.
Decision-Phase: Bewerbungsentscheidung unterstützen
Das SBB Jobsharing Event bot potenziellen Bewerbenden die Möglichkeit, sich direkt über Teilzeitarbeitsmodelle zu informieren und konkrete Fragen zu stellen. Es wurde also eine Plattform geschaffen, um Unsicherheiten abzubauen und die Entscheidung zur Bewerbung zu erleichtern. Außerdem kam der Community-Aspekt für die Consideration-Phase zum Tragen.
Engagement-Phase: Langfristige Bindung fördern
Die breite mediale Berichterstattung mit über 20 Beiträgen zeigte die Attraktivität der Kampagne und stärkte die Bindung bestehender Mitarbeitender, die sich durch die Wertschätzung von Teilzeitmodellen bestätigt fühlten.
Die SBB hat die Content-Matrix somit effektiv eingesetzt, indem sie:
Corporate Influencing und Employee Advocacy: Authentizität durch Mitarbeitende
Eine der größten Herausforderungen im Employer Branding ist es, authentisch zu bleiben. Hier kommen Corporate Influencer ins Spiel – Mitarbeitende, die Einblicke in ihren Arbeitsalltag geben und die Werte ihres Unternehmens nach außen tragen. Doch erfolgreiche Unternehmen beschränken sich nicht nur auf ausgewählte Influencer. Stattdessen setzen sie auf breitere Programme wie Employee Advocacy, um so viele Mitarbeitende wie möglich als Markenbotschafter:innen zu aktivieren.
Wie du ein Corporate Influencer Programm aufsetzen kannst und was du beachten musst, erfährst du in Episode 119 des 121WATT Podcasts.
Best Practices:
Auch wenn organische Inhalte im Employer Branding eine Schlüsselrolle spielen, stoßen sie an ihre Grenzen – insbesondere, wenn es darum geht, Fachkräfte gezielt anzusprechen. Hier kommt Performance Recruiting ins Spiel: Mit gezielten Paid Media Kampagnen erreichen Unternehmen auch Talente, die nicht aktiv auf Jobsuche sind, ein ansprechendes Angebot aber wahrnehmen würden, wenn sie es sehen.
Warum Paid Media wichtig ist:
Employer Branding sollte nicht isoliert von anderen Unternehmensbereichen betrachtet werden. Um eine konsistente Kommunikation sicherzustellen, setzen immer mehr Unternehmen auf den Newsroom-Ansatz. Hier arbeiten Abteilungen wie Marketing, HR, Corporate Responsibility und Produktmanagement eng zusammen, um Themen strategisch zu koordinieren und die Employer Brand nahtlos in die Unternehmenskommunikation einzubetten.
So funktioniert es: Inhalte werden nicht nach Abteilungen, sondern nach Themenfeldern geplant. Employer Branding ist dabei eine eigene Kategorie, die mit anderen Bereichen wie Produktkommunikation oder Corporate Social Responsibility (CSR) verzahnt wird.
Jede Abteilung bringt ihre Expertise ein. HR liefert Einblicke in Mitarbeitenden-Bedürfnisse, während Marketing kreative Inhalte und Reichweitenstrategien entwickelt.
Tools wie Trello oder Asana helfen, Themenpläne und Veröffentlichungen zu koordinieren, sodass Redundanzen vermieden und Synergien genutzt werden.
Vorteile des Newsroom-Ansatzes:
Herausforderung: Ein Newsroom funktioniert nur, wenn alle Beteiligten regelmäßig kommunizieren. Klare Prozesse und regelmäßige Meetings sind entscheidend, um Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden!
Eine Employer-Branding-Strategie ist nur so gut wie ihre Messbarkeit. Um den Erfolg zu bewerten und kontinuierlich zu optimieren, ist es entscheidend, die richtigen KPIs (Key Performance Indicators) zu definieren. Diese sollten sowohl die Außenwirkung der Arbeitgebermarke als auch die interne Wahrnehmung berücksichtigen.
Wichtige KPIs für Employer Branding:
Extern:
Intern:
Warum Messbarkeit entscheidend ist: Ohne klare KPIs bleiben viele Maßnahmen im Employer Branding reines Bauchgefühl. Die Erfolgsmessung ermöglicht nicht nur Optimierungen, sondern hilft auch, den ROI (Return on Investment) von Employer Branding-Strategien zu belegen – ein entscheidendes Argument gegenüber der Geschäftsführung.
Zufriedene Mitarbeitende, die aktiv als Botschafter:innen auftreten, sind genauso wichtig wie effektive Kampagnen, die die richtige Zielgruppe ansprechen. Mit den richtigen KPIs und einer klaren Content-Strategie wird Employer Branding nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar erfolgreich für dich und dein Unternehmen.
Die Herausforderung bleibt, die Balance zwischen Kontrolle und Authentizität zu wahren. Mit Mut zu neuen Plattformen, kreativen Formaten und einer konsistenten Kommunikation können Unternehmen nicht nur Talente gewinnen, sondern sich langfristig als attraktive Arbeitgebermarke positionieren.
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