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Wie kannst du KI rechtssicher für deine Online-Marketing-Aktivitäten nutzen? Wir bringen dich auf den neuesten Stand rund um Content, Online-Shops, Chatbots, generelle Haftungsrisiken und die neue KI-Verordnung. Marlene Schreiber und unser Referent für Recht im Online Marketing Dr. Martin Schirmbacher geben dir einen umfassenden Einblick in die vielfältigen rechtlichen Aspekte, die du beim Einsatz von KI im Marketing beachten solltest.
Schauen wir uns erst einmal an, welche rechtlichen Aspekte bei der Nutzung einer KI wie beispielsweise ChatGPT in Deutschland berührt werden. Marlene Schreiber und Dr. Martin Schirmbacher von der Rechtsanwaltskanzlei HÄRTING haben uns im Rahmen ihres Vortrags auf der SMX einen guten Überblick gegeben:
Spannend ist für dich sicher der rechtssichere KI-Einsatz für alltägliche Aufgaben im Online Marketing. Schließlich möchten wir alle diese Tools so nutzen, dass sie unseren Alltag erleichtern. Marlene und Martin zeigen dir daher konkrete Beispiele und Tipps aus den folgenden Anwendungsgebieten:
Wenn du Inhalte mit KI erstellst, dann bezieht sich die KI auf Trainingsdaten (häufig mit geschützten Daten in Form von Texten, Bildern, Videos etc.), du gibst Input ins Tool (Prompting und ggf. Upload von Daten oder Inhalten) und erhältst einen Output (generierter Text oder ein Bild).
Beachte: dein Output ist nicht geschützt:
Achtung: dein Output könnte sogar Rechte verletzen:
Wenn es um das Urheberrecht geht, hilft dir dieses Schaubild von Marlene und Martin, um einen guten Überblick zu erhalten:
Wenn du noch tiefer in das Thema “KI-Einsatz und Risiken von IP-Verletzungen” einsteigen möchtest, dann empfehlen wir den Podcast der Anwaltskanzlei:
Tipp: Schau dir die Lizenzbestimmungen der KI-Anbieter an!
Kennzeichnungspflicht
Vielleicht fragst du dich momentan auch, ob es eine Kennzeichnungspflicht für KI generierte Inhalte gibt? Martin, unser Referent für Online-Marketing-Recht antwortet darauf klar:
“Nein, aktuell nach geltendem Recht nicht. Beachte ggf. Vorgaben von Anbietern und Plattformen, die du nutzt. Es gibt einen Entwurf der KI-Verordnung der Europäischen Union (AI Act), die beinhaltet z.B. Transparenzpflicht für Interaktion mit KI-Systemen und bei Deepfakes, Informationspflichten bei Emotionserkennung/ biometrischen Identifizierung und eine Kennzeichnungspflicht für synthetische Audio-, Bild-, Video- oder Textinhalte.”
Fazit für deine Content-Erstellung
Du hast als Ersteller oder Erstellerin die volle Verantwortlichkeit für Inhalte! Die Nutzung von KI ist auf jeden Fall keine Entschuldigung für Verstöße, wenn dies nicht transparent ist.
Du haftest für:
Klar, der Traum eines jeden Vollblut-Marketers ist es, einen personalisierten Shop zu betreiben. Und die KI soll es nun endlich möglich machen. Doch auch hierbei gibt es einiges zu beachten, wenn du lange und straffrei etwas von deinem Shop haben möchtest.
Schaue dir deine Shop-Systeme gut mit Hinblick auf eventuelle Datenschutzprobleme an:
Beachte auch die Vorgaben der DSGVO:
Marlene und Martin haben für dich eine Checkliste zum Datenschutz für den KI-Einsatz im Unternehmen zusammengestellt:
Fazit für deine KI-gestützte Individualisierung von Online-Shops
Du brauchst weitere Infos zum Werbescoring und Datenschutz? Dann lies dir den Artikel von Dr. Martin Schirmbacher zum Thema “Bußgeldfalle Werbescoring: Wann bedarf das Profiling einer Einwilligung?” durch.
Sei dir bitte bewusst, dass du auch bei einer Ki-gesteuerten Konversation die volle Verantwortung trägst!
Schau dir als Beispiel gerne den aktuellen Fall der Air Canada, wo die Airline für die Falschinformationen ihres Chatbots zahlen muss.
Wenn du KI bei Chatbots einsetzt, hast du automatisch ein Datenschutzthema. Denn hier ist die Datenverarbeitung besonders intensiv und es ist denkbar, dass Daten zur Trainingsfunktion genutzt werden. Auch in puncto Datenschutzaufsicht hast du durch den Einsatz KI-gestützter Chatbots ein höheres Risiko. Deswegen brauchst du eine Datenschutzfolgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO. Bisher gibt es hier noch keine spezielle Gesetzgebung, aber es könnte eine Kennzeichnungspflicht nach dem AI Act entstehen.
Fazit für deinen Einsatz eines KI-gestützten Chatbots
Auch für dieses Thema stellt dir die Anwaltskanzlei HÄRTING eine Aufzeichnung des Webinars “Chat Funktionen auf Websites – Datenschutz, AI und Verträge” auf Youtube zur Verfügung:
Unsere KI-Recht-Expert:innen Marlene und Martin raten ganz klar dazu, verbindliche Regeln einzuführen. Und das kannst du üblicherweise über eine KI-Richtlinie und eine KI-Governance machen.
Typische Inhalte von KI-Richtlinien:
Typische Inhalte der KI-Governance:
Im Februar 2024 haben die EU-Mitgliedstaaten im Ausschuss der Ständigen Vertreter den AI Act, also die neue KI-Verordnung, abgesegnet. Damit legt die EU einen klaren Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz fest. Ziel ist es, Innovationen anzukurbeln und gleichzeitig das Vertrauen in KI zu stärken. Die Verordnung sorgt dafür, dass KI-Technologien die Grundrechte und Sicherheit der EU-Bürger:innen achten.
Bevor die KI-Verordnung in Kraft treten kann, ist noch die formelle Zustimmung des Europäischen Parlaments sowie einer entsprechenden Formation des Rates erforderlich.
Mehr Infos zur KI-Verordnung liest du beim Bundesministerium.
Nach Marlene und Martins Aussagen teilen sich die beiden folgenden Behörden die Aufsicht über den AI Act:
EU AI-Office
Aufgaben:
Stand März 2024:
Nationale KI-Aufsichtsbehörde
Aufgaben:
Stand März 2024:
Der AI Act teilt künstliche Intelligenz in drei Risikostufen (unannehmbar, hoch und gering) ein. Unser Experte Martin zeigt dir die Einteilung auf der folgenden Grafik:
Habe keine Angst beim Einsatz und Ausprobieren der KI, gehe aber gewissenhaft vor. Wähle deine Anbieter sorgfältig aus und achte auf die Vertragsgestaltung, besonders im Hinblick auf Haftungsfragen und Nutzungsrechte. Behalte stets die Kontrolle über die Ergebnisse, um Genauigkeit und die Einhaltung rechtlicher Vorgaben zu gewährleisten.
Schütze deine eigenen Erkenntnisse, halte Datenschutz und -sicherheit hoch und entwickle interne Richtlinien für den Umgang mit KI. Bleibe außerdem über Entwicklungen beim AI Act informiert und dokumentiere deine Prozesse sorgfältig.
Als Quelle dienen uns der Live-Vortrag von Marlene Schreiber und Dr. Martin Schirmbacher (HÄRTING Anwaltskanzlei) im Rahmen der SMX München und die im Nachgang zur Verfügung gestellten Folien.
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