In einer Welt, in der Vertrauen die härteste Währung darstellt, ist es keine Überraschung, dass immer mehr Unternehmen auf ihre glaubwürdigsten Stimmen setzen: die eigenen Mitarbeitenden. Sie geben authentische Einblicke in Projekte, feiern Team-Erfolge und diskutieren Fachthemen. Sie sind keine typischen Social-Media-Stars, sondern echte Menschen, die einfach für ihr Unternehmen brennen.
In einer Welt, in der Vertrauen die härteste Währung darstellt, ist es keine Überraschung, dass immer mehr Unternehmen auf ihre glaubwürdigsten Stimmen setzen: die eigenen Mitarbeitenden. Sie geben authentische Einblicke in Projekte, feiern Team-Erfolge und diskutieren Fachthemen. Sie sind keine typischen Social-Media-Stars, sondern echte Menschen, die einfach für ihr Unternehmen brennen.
Studien zeigen schon seit Jahren, dass „normale Mitarbeiter“ glaubwürdiger sind als CEOs. Menschen vertrauen Menschen, nicht anonymen Firmenlogos. Wenn also eine Softwareentwicklerin über die Herausforderungen eines neuen Features berichtet oder ein Azubi von seinem ersten Messebesuch erzählt, ist das für Außenstehende um einiges nahbarer als jede Hochglanzbroschüre.
Wie du ein solches Corporate-Influencer-Programm von Grund auf startest, erfährst du in diesem Artikel. Man braucht vor allem einen klaren Plan, etwas Geduld und Mut zur Authentizität.
Bevor du auch nur eine Person ansprichst, brauchst du Klarheit. Starte nicht beim Tool oder Kanal („Wir müssen jetzt alle auf LinkedIn aktiv sein!“), sondern beim Problem oder Bedarf, den du lösen möchtest. Zu häufig starten Unternehmen Programme, nur weil der Wettbewerber es auch hatte. Das Ergebnis war planloses Posten und schnelle Ernüchterung.
Mögliche Ziele könnten für dich sein:
Fokussiere dich zum Start auf ein Hauptziel. Ein klarer Fokus (z.B. primär Employer Branding) macht den Erfolg später besser messbar und erleichtert die Argumentation gegenüber dem Management enorm.
Nutze die Zieldefinition auch als Realitätscheck für die Unternehmenskultur. Frag dich ehrlich, ob eure Mitarbeitenden aktuell gern genug für euch arbeiten, um gute Botschafter und Botschafterinnen zu sein. Wenn im Unternehmen schlechte Stimmung herrscht, sollte zuerst daran gearbeitet werden. Die Basis eines erfolgreichen Corporate-Influencer-Programms ist Stolz und Zufriedenheit im Team.
Du willst noch besser verstehen, wie du ein Corporate Influencer Programm sinnvoll aufbaust? Dann ist unser Corporate-Influencer-Seminar mit Daniel Zoll genau das Richtige von dich.
Jetzt geht der Blick nach innen. Wer könnte die Botschaft nach außen tragen? Schau dich systematisch in allen Abteilungen um – von der Produktentwicklung über den Vertrieb bis zur Produktion. Suche nach Kolleginnen und Kollegen, die bereits gerne kommunizieren, auf Netzwerken wie LinkedIn aktiv sind oder einfach spannende Geschichten zu erzählen haben. Ein Produktionsmitarbeiter, der privat einen Technik-Blog schreibt, wäre ein Volltreffer für dein Programm.
Der wichtigste Leitsatz hierbei: Herzblut schlägt Hierarchie. Die besten Corporate Influencer sind selten Führungskräfte. Oft bewegen ein motivierter Azubi oder eine erfahrene Ingenieurin mit ihren Einblicken mehr, weil ihre Perspektive unverfälscht und nah am Geschehen ist.
Insider-Tipp: Sprich mögliche Kandidaten persönlich und wertschätzend an. Lass ihre Führungskräfte wissen, warum du gerade diese Person vorschlägst, damit kein Missverständnis entsteht. Und hab auch die leisen Talente im Blick: Manchmal übersehen wir introvertierte Fachleute, die tolle Inhalte beitragen könnten, wenn man sie ermutigt.
Der Knackpunkt ist oft: Wie überzeugst du deine Kollegen und Kolleginnen, freiwillig mitzumachen? Nur weil jemand gern kommuniziert, heißt das nicht automatisch, dass er oder sie sofort als Unternehmensbotschafter auftreten will.
Diese Bedenken sind normal. Wichtig ist, sie ernst zu nehmen und das Programm als Chance und Unterstützung zu kommunizieren, nie als Zwang.
Stell das Vorhaben offen und transparent vor, z.B. im Intranet oder bei Team-Meetings. Es kann deutlich bei der Überzeugungsarbeit helfen, frühere Teilnehmer:innen aus anderen Programmen berichten zu lassen. Das wirkt glaubwürdiger, als wenn nur HR oder PR spricht.
Wichtig: Freiwilligkeit ist oberstes Gebot. Lass allen Kandidaten die Wahl. Jemand, der sich gedrängt fühlt, wird kaum authentisch und mit Freude posten. Dieses „Kein Muss“ nimmt den Druck raus und häufig bleiben gerade deshalb viel mehr Leute engagiert dabei.
Gerade zum Start ist ein guter Mix wichtiger als Masse. Mache nicht den Fehler und schick einfach alle auf einmal ins Rennen. Das führte zu Chaos in der Betreuung und sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Lieber klein anfangen mit den Richtigen.
Ein ausgewogener Mix aus verschiedenen Abteilungen, Erfahrungsstufen und Persönlichkeiten ist ideal. Stell dir bei der Auswahl drei zentrale Fragen:
Bestehende Social-Media-Reichweite ist ein Plus, aber keine Voraussetzung. Die Inhalte sind es, die einen erfolgreichen Influencer ausmachen. Unterschätze also Newcomer nicht, und überschätze „LinkedIn-Prominenz“ nicht.
Und hab kein schlechtes Gewissen, wenn du nicht alle gleichzeitig nehmen kannst. Es ist völlig in Ordnung, freundlich zu sagen: „Danke für dein Interesse, aber wir starten jetzt erstmal im kleinen Kreis. Wir setzen dich gern auf die Warteliste für Runde 2.“ So fühlen sich Absagen wertschätzend an.
Worüber sollen deine Corporate Influencer eigentlich schreiben oder posten? Der wichtigste Rat aus der Praxis: Bilde keine Marketing-Roboter aus! Der Schlüssel liegt vielmehr darin, sie zu befähigen, ihre eigenen Geschichten zu erzählen.
Starte gerne mit einem gemeinsamen Positionierungs-Workshop für alle Teilnehmenden, bei dem diese Fragen geklärt werden:
Plötzlich merkt die Vertrieblerin, dass sie gern über Kundenbeziehungen schreibt, der Entwickler entdeckt, dass seine Tüftler-Tricks andere interessieren, und der Azubi möchte über seinen Lernalltag berichten. Genau diese Vielfalt willst du haben!
Freiraum fördert Kreativität. Wenn die Teilnehmenden das Gefühl haben, eigene Ideen einbringen zu dürfen, steigt die Begeisterung spürbar.
Gerade am Anfang brauchen die Teilnehmenden Sicherheit. Gib ihnen deshalb klare, aber knappe Leitplanken mit auf den Weg. Das schafft Vertrauen.
Erstelle vor dem Start ein kurzes Guideline-Dokument (maximal 2 Seiten). Was sollte drinstehen?
Idealerweise entwickelt man die Guidelines mit den zukünftigen Influencern zusammen.
Biete Schulungen an: Von LinkedIn-Basics bis zu Storytelling und rechtlichen Grundlagen (z.B. Bildrechte). Eine wichtige unsichtbare Leitplanke ist die Fehlerkultur im Unternehmen. Mach allen Beteiligten, auch den Chefs, klar: Fehler können passieren und sind okay, solange wir daraus lernen.
Prominente Beispiele wie DATEV oder Deutsche Telekom investieren gezielt in die Befähigung ihrer Botschafter durch Schulungen und Community-Management. DATEV etwa hat interne Community-Coaches und sogar einen jährlichen Botschafter-Tag zum Erfahrungsaustausch.
Wie weißt du, ob das Programm funktioniert? Die Lösung: KPIs festlegen und Erfolge sichtbar machen. Dabei sollst du auf quantitative und qualitative Daten schauen, die zu den in Schritt 1 definierten Zielen passen.
Mache die Erfolge intern sichtbar, z.B. über ein Dashboard im Intranet mit monatlichen Updates.
Pro-Tipp: Schaffe eine Community der Botschafter. Lass deine Corporate Influencer nicht allein arbeiten. Etabliere regelmäßige (virtuelle) Treffen oder einen eigenen Chat-Kanal (z.B. in Teams oder Slack), um schnelle Fragen zu klären und Erfolge zu teilen.
Ein Corporate-Influencer-Programm aufzubauen ist ein Marathon, kein Sprint. Aber der erste Schritt ist leichter als man denkt und er lohnt sich. Die besten Botschafter für dein Unternehmen hast du schon im Haus. Sie brauchen nur eine Bühne und einen kleinen Anstoß.
Sprich mit ein paar potenziellen Kandidat:innen bei einem Kaffee. Frag sie offen, was sie von der Idee halten, und hör gut zu. Ihr Feedback ist der beste Startpunkt für deine Reise. Und dann: einfach mal machen. Starte im Kleinen, lerne unterwegs und lass das Programm organisch wachsen.
In ein paar Jahren wirst du vielleicht zurückblicken und denken: „Warum haben wir damit so lange gewartet?“
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