Stell dir vor: Du hast eine Idee für eine bahnbrechende Marketingkampagne, aber dir fehlt die Zeit oder das Budget, um sie umzusetzen. Genau hier kommt KI ins Spiel – nicht als Ersatz für deine Kreativität, sondern als Sparringspartner.
Stell dir vor: Du hast eine Idee für eine bahnbrechende Marketingkampagne, aber dir fehlt die Zeit oder das Budget, um sie umzusetzen. Genau hier kommt KI ins Spiel – nicht als Ersatz für deine Kreativität, sondern als Sparringspartner. Wir zeigen dir heute, wie du mit KI-Tools wie ChatGPT und Co. kreative Prozesse noch innovativer machen und Prototypen innerhalb kurzer Zeit testen kannst. Schlau gemacht haben wir uns hierfür bei Social Media Examiner. Außerdem haben wir unseren Referenten Eric Kubitz nach seine Tipps gefragt.
Früher war es für Marketer:innen oft schwierig, Stakeholder von innovativen Ideen zu überzeugen – vor allem, wenn hohe Kosten oder ein unsicherer ROI im Raum standen. Mit generativer KI haben sich diese Barrieren deutlich gesenkt. Tools wie ChatGPT, Claude oder Midjourney ermöglichen es dir, in kurzer Zeit Prototypen zu entwickeln, neue Ideen zu testen und Inhalte zu erstellen, die perfekt auf deine Zielgruppe abgestimmt sind.
Aber Vorsicht: KI ist kein „Kreativitäts-Knopf“. Sie funktioniert am besten, wenn du klare Inputs und deine eigene Kreativität einbringst. Stell dir KI als einen kreativen Sparringspartner vor, der dir hilft, Ideen zu formen und neue Perspektiven zu entdecken. Oder wie ein kreativer Kollege, der deine Gedankensprünge ergänzt.
Die Nutzung von KI-Tools kann im kreativen Prozess über die reine Content-Erstellung hinausgehen. Im Folgenden stellen wir dir 3 Anwendungsfälle hierfür vor.
Bevor du in die eigentliche Kampagnenplanung einsteigst, steht die Zielgruppenanalyse im Fokus. Der erste Schritt besteht darin, die Welt aus der Perspektive deiner Zielgruppe zu betrachten. Du solltest also erstmal vernachlässigen, was du als Marke sagen möchtest.
Viele Marketerinnen und Marketer machen den Fehler, die KI direkt nach einer fertigen Kampagne zu fragen, z. B.: „Erstelle eine Social-Media-Kampagne, die Gen Z dazu bringt, unseren Kombucha zu kaufen.“ Das Ergebnis? Mittelmäßige Ideen, die oft generisch wirken. Der bessere Ansatz: Gib der KI Kontext. Erkläre deine Markenwerte, Zielgruppenmerkmale und Kampagnenziele. Bitte sie dann, strategische Rahmenbedingungen zu entwickeln.
Schritt 1: offene Fragen stellen
Du kannst dir Marketing wie dein Verhalten auf einer Party vorstellen: Deine Marke sollte nicht als ungebetener Gast auftreten, der/die mit Eigenwerbung nervt. Stattdessen geht es darum, zuzuhören und Relevanz zu zeigen. Jenny Nicholson von Social Media Examiner beschreibt es treffend: „Werbung bedeutet, auf Partys zu erscheinen, zu denen man nicht eingeladen wurde. Sei hilfreich, nicht störend.“ Interesse statt Eigenlob ist hier die Devise. Mit der richtigen KI-Frage kannst du genau diese Insights finden.
Schritt 2: Strategische Rahmenbedingungen entwickeln
Bitte die KI anschließend um strategische Rahmenbedingungen, um die Herausforderung aus verschiedenen Blickwinkeln zu verstehen. Ein strukturierter Ansatz hilft dir, gezielt vorzugehen. Versuche es beispielsweise mit diesem Prompt:
„Ich habe eine Kombucha-Marke. [Markendetails] Ich versuche, die Generation Z zu erreichen. Ich möchte eine Social-Media-Kampagne rund um den Sommer und Kombucha machen. Gib mir zehn strategische Rahmenbedingungen geben, die mir helfen, die Herausforderung zu verstehen und kreative Wege zu finden, um sie anzugehen.“

Zieh Ideen aus mehreren Vorschlägen und kombiniere unterschiedliche Rahmenbedingungen: Vielleicht gefällt dir aus Rahmenbedingung Nummer acht die Idee, auf Festivals präsent zu sein, und aus Nummer sieben der Ansatz, Nachhaltigkeit emotional zu kommunizieren. Füge deine eigene kreative Note hinzu und bitte die KI dann um einen neuen Vorschlag, der diese Ansätze kombiniert.
Geh dabei iterativ vor. KI sollte nicht nur ein „Lieferant“ für Lösungen sein. Nutze sie als Sparringspartner. Wenn du Feedback zu einem Ansatz hast, verfeinere ihn:
„Das Konzept ist gut, aber der emotionale Aspekt fehlt. Kannst du die Story ausbauen?“
Den Prozess als Mindmap verstehen
Anstatt den Output der KI linear zu betrachten, sieh ihn als eine Art Mindmap. Jede Antwort der KI ist ein Knotenpunkt, den du weiter erkunden kannst. Entdeckst du interessante Details, bitte die KI, diese auszubauen und neue Verbindungen zu ziehen. So erschließt du Perspektiven, die dir möglicherweise nicht direkt eingefallen wären.
Im Grunde funktionieren große Sprachmodelle wie Wissensgraphen – sie sind perspektivlos, zeitlos und gefühlsneutral. Das macht sie so flexibel: Sie verknüpfen Informationen auf unerwartete Weise und bieten dir neue Ansätze für kreative Lösungen. Wenn du beispielsweise die KI bittest, das Konzept einer Zitrone zu beschreiben, könnten folgende Verbindungen entstehen:
Aus diesen Konzepten kannst du neue Ansätze entwickeln – sei es für eine Kampagne, ein Storytelling-Element oder einen visuellen Stil.
Besonders wertvoll ist diese Methode, wenn du dich in deiner Rolle oder Branche bereits etabliert hast. Mit der Zeit neigt unser Gehirn dazu, immer wieder dieselben Denkmuster zu verwenden. KI kann dir dabei helfen, diese zu durchbrechen, indem sie alternative Denkwege eröffnet, die frische Ideen hervorbringen.
Versuche beispielsweise die folgenden Ansätze, um neue, kreative Anstöße zu gewinnen:
1. Zeitreisen für zukünftige Szenarien
Die KI kann dir dabei helfen, Zukunftsszenarien zu entwickeln, um deine Strategie zu bereichern. Zum Beispiel:
“Stell dir vor, es ist fünf Jahre in der Zukunft. Wir sind die Kombucha-Marke Nummer eins auf den Universitätsgeländen im ganzen Land. Beschreibe detailliert die schrittweisen Entscheidungen, die uns von heute bis 2029 gebracht haben.”
2. Unerwartete Perspektiven einnehmen
Lass die KI in Rollen oder Standpunkte schlüpfen, die ungewöhnlich sind, um neue Ideen zu entdecken. Zum Beispiel:
„Erzähle die Geschichte einer Kombucha-Flasche, die im Kühlschrank steht und darauf wartet, geöffnet zu werden.“
3. Über anthropozentrisches Denken hinausgehen
Manchmal ist es hilfreich, die menschliche Perspektive auszuklammern und die KI alternative Sichtweisen erkunden zu lassen. Zum Beispiel:
“Warum stellst du den Menschen in den Mittelpunkt? Ich werde die menschliche Perspektive einbringen; ich brauche keine anthropozentrische Perspektive von dir. Dafür bin ich da.”
„Stelle dir vor, die Natur spricht über die Auswirkungen von Verpackungen. Wie würde ein Baum Kombucha-Marken bewerten?“
4. Emotionale Perspektiven einbauen:
Frag die KI, wie bestimmte Zielgruppen emotional auf ein Konzept reagieren könnten. Zum Beispiel:
„Welche Gefühle löst ein erfrischender Schluck Kombucha an einem heißen Sommertag aus?“
4. Perspektiven miteinander verknüpfen
Eine der größten Stärken der KI liegt in ihrer Fähigkeit, scheinbar unverbundene Konzepte zusammenzuführen. Bitte sie, untypische Verbindungen zu schaffen, zum Beispiel:
„Wie könnte Kombucha mit dem Thema Selbstfindung in Verbindung gebracht werden?“
„Welche Gemeinsamkeiten haben ein Strandurlaub und eine Recycling-Initiative?“

Du bist trotzdem noch nicht ganz zufrieden mit den Ergebnissen. Wir haben unseren Referenten Eric Kubitz, „Head Of KI“ im Wort & Bild Verlag und Kreativ-Trainer nach seinen Tipps gefragt:
Ein großer Vorteil von KI im Marketing ist die Fähigkeit, schnell und kosteneffizient Prototypen zu erstellen und zu testen. Damit kannst du innovative Ideen mit minimalem Risiko umsetzen. Ein Paradebeispiel dafür ist das benutzerdefinierte GPT, das Jenny Nicholson von Social Media Examiner für Zola, eine Hochzeitsplanungsplattform, entwickelt hat. Es zeigt, wie Unternehmen durch gezieltes Prototyping wertvolle Lösungen schaffen können.
Das Zola-Beispiel: KI als Problemlöser
Das Zola-Projekt entstand aus den Ergebnissen der jährlichen „First Look“-Umfrage, in der frisch verheiratete Paare über ihre Erfahrungen bei der Hochzeitsplanung befragt wurden. Zwei zentrale Erkenntnisse wurden deutlich:
Diese Erkenntnisse inspirierten die Entwicklung eines benutzerdefinierten GPTs namens „Split the Decisions“, das Paare bei der Organisation ihrer Hochzeit unterstützt. Das Tool ist so konzipiert, dass es Paare durch eine Reihe von Fragen führt, die zunächst gemeinsam und später individuell beantwortet werden. Ziel ist es, die Aufgaben basierend auf den Stärken, Vorlieben und Stressleveln der Partner zu verteilen. Der Prozess gliedert sich in folgende Schritte:
Gemeinsame Fragen zur Planung:
Individuelle Fragen zur Gefühlslage:
Aufdecken von Stärken und Vorlieben:

Auf Basis dieser Informationen erstellt das GPT eine individuelle Aufgabenliste für jeden Partner. Diese Liste enthält nicht nur klare To-Dos, sondern auch Links zu hilfreichen Zola-Ressourcen, Artikeln oder Tools, die den Einstieg erleichtern. Das Ergebnis ist eine personalisierte, herunterladbare CSV-Datei, die den Paaren sofortigen Mehrwert bietet. Was dieses Projekt besonders beeindruckend macht, ist die Geschwindigkeit und Kosteneffizienz seiner Entwicklung. In weniger als einem Monat war das GPT fertig, getestet und auf dem Markt. Danach wurde es direkt eingesetzt, um Feedback zu sammeln.
Praktische Tipps für schnelles Prototyping mit KI
Wenn du Prototypen für dein eigenes Unternehmen erstellen möchtest, können dir die folgenden Ansätze helfen:
Identifiziere konkrete Probleme:
Quellen:
Social Media Examiner
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