In diesem Nice to know geht es um drei aktuelle Entwicklungen bei Claude und Google Ads: Claude wird zur Oberfläche für Salesforce-Daten, Performance-Max-Assets lassen sich gezielter testen und Video-Reichweitenkampagnen bekommen automatisierte Gebote. Im Mittelpunkt steht, was sich dadurch konkret für deinen Arbeitsalltag verändert.
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Salesforce und Anthropic haben im August 2026 ihre Partnerschaft erweitert. Sie läuft jetzt unter dem Namen Claudeforce. Der erste konkrete Baustein ist das Plugin „Salesforce in Claude“. Es macht Salesforce-Daten und vordefinierte Vertriebsfunktionen direkt in Claude verfügbar. Zum Start sind 37 vorkonfigurierte Funktionen geplant, zum Beispiel für die Vorbereitung von Kundenterminen, den Pipeline-Review oder die Bewertung von Deals. Später sollen sich CRM-Daten auch direkt im Chat pflegen lassen.
Zunächst steht das Plugin nur ausgewählten Pilotkund:innen zur Verfügung. Eine offene Beta war für September 2026 angekündigt. Einen Termin für die allgemeine Verfügbarkeit gibt es noch nicht.
Du musst dich nicht mehr durch Objekte, Listen und Reports klicken. Stattdessen stellst du eine Frage in normaler Sprache, etwa: „Welche Opportunities sind in den letzten vier Wochen nicht vorangekommen?“ Claude greift auf die Salesforce-Daten zu und fasst die Antwort zusammen. Laut Salesforce bleibt Claude dabei an die bestehenden Berechtigungen gebunden. Die KI soll nicht mehr sehen und tun dürfen als die Person, die sie nutzt.
Das Prinzip ist nicht auf Salesforce beschränkt. Über das Model Context Protocol (MCP) lässt sich Claude auch mit anderen Systemen verbinden. SISTRIX bietet zum Beispiel einen offiziellen MCP-Server an. Über ihn greifen Claude und ChatGPT direkt auf SEO-Daten zu, ganz ohne manuelle Exporte. Was du konkret abfragen kannst, hängt vom jeweiligen Konnektor und von den Rechten ab, die du einräumst.
Für Marketing- und Vertriebsteams wird es leichter, CRM-Daten tatsächlich zu nutzen, etwa für die Lead-Priorisierung oder die Kampagnenplanung. Zwei Dinge ändert die neue Oberfläche allerdings nicht:
Unser Tipp: Starte mit einem klar abgegrenzten Anwendungsfall und reinen Leserechten, zum Beispiel mit der Vorbereitung von Kundenterminen. Erst wenn Datenschutz, Datenqualität und Ergebnisse geprüft sind, solltest du Claude auch Änderungen in deinen Systemen erlauben.
Wie du SEO-Tools per MCP mit ChatGPT und Claude verbindest, zeigt der Vortrag „Talk to your Data! So verbindest du SEO-Tools über MCP mit ChatGPT & Claude“ , welchen du als Mitglied in den 121WATT Insights findest.
Quellen:
Handelskraft: Claudeforce: Wie Claude zur neuen Salesforce-Oberfläche wird und was ihr beachten solltet (22.09.2026);
SISTRIX: SISTRIX MCP Servers – Use Cases, Setup and Updates
Google Ads führt A/B-Tests für Assetgruppen in Performance-Max-Kampagnen ein. Bisher hast du Überschriften, Beschreibungen, Bilder oder Videos direkt ausgetauscht. Jetzt kannst du Änderungen als Experiment gegen die aktuellen Assets laufen lassen. Die Funktion wird gerade ausgerollt und ist deshalb noch nicht in jedem Konto sichtbar.
Eine Einschränkung gibt es: Solange ein Experiment läuft, kannst du die Assetgruppe nicht bearbeiten. Das ist so gewollt, denn weitere Änderungen würden das Ergebnis verfälschen.
In PMax war die Frage „Hat das neue Bild etwas gebracht?“ bisher kaum sauber zu beantworten. Man tauschte Assets aus und verglich den Zeitraum davor mit dem danach. Saisoneffekte und Lernphasen des Algorithmus steckten dabei immer mit im Ergebnis. Im Experiment laufen beide Varianten gleichzeitig. Ein Unterschied lässt sich deshalb eher auf die Creatives zurückführen.
Du kannst zum Beispiel neue Creative-Konzepte gegen die bestehenden testen. Oder du vergleichst authentisch wirkenden Content im UGC-Stil mit aufwendig produzierten Markenmotiven. Auch andere Botschaften, andere Bildstile oder zusätzliche Videos lassen sich prüfen.
PMax entscheidet weitgehend selbst, wie Anzeigen aus deinen Assets zusammengesetzt und wo sie ausgespielt werden. Die Creatives gehören damit zu den wenigen Stellschrauben, die du direkt in der Hand hast. Ganz transparent wird PMax durch die Tests nicht. Du kannst Creative-Entscheidungen aber auf einen kontrollierten Vergleich stützen statt auf eine Vorher-nachher-Schätzung.
Unser Tipp: Ändere pro Test nur eine Sache, etwa nur den Bildstil oder nur die Überschriften. Sonst weißt du am Ende nicht, was den Unterschied gemacht hat. Plane genug Laufzeit ein, damit beide Varianten ausreichend Conversions sammeln. Bewerte das Ergebnis nach Conversions, Conversion-Wert und Kosten pro Conversion, nicht nach Klicks.
Quelle:
Search Engine Land: Google Ads brings A/B testing to Performance Max asset groups (02.10.2026)
Google Ads testet eine automatische Gebotsstrategie für Video-Reichweitenkampagnen (Video Reach Campaigns). Bisher musstest du beim Anlegen einen Ziel-CPM festlegen. Das ist der Preis, den du im Schnitt für 1.000 Impressionen zahlen möchtest. In der neuen Beta kannst du das Gebotsfeld leer lassen. Google setzt die Gebote dann in Echtzeit selbst und versucht, das Kampagnenbudget vollständig auszugeben und dabei möglichst viele Menschen zu erreichen.
Die Beta umfasst zwei Kampagnenvarianten: effiziente Reichweite und nicht überspringbare Anzeigen. Du kannst jederzeit zwischen automatischem Gebot und eigenem Ziel-CPM wechseln. Das geht beim Anlegen der Kampagne, in den Anzeigengruppen-Einstellungen, direkt in den Berichtstabellen oder beim Duplizieren einer Kampagne. Weil es eine Beta ist, siehst du die Option womöglich noch nicht in jedem Konto.
Die Steuerung kehrt sich um. Mit Ziel-CPM richtet Google die Auslieferung an deinem Preis aus. Mit automatischem Gebot richtet Google sie daran aus, das Budget auszuliefern. Der CPM ist dann keine Vorgabe mehr. Er ist ein Ergebnis, das du erst im Reporting siehst.
Bei Branding-Kampagnen, in denen vor allem Sichtbarkeit zählt, sparst du dir den Aufwand, einen passenden Ziel-CPM zu finden. Planst du dagegen mit festen Kostenzielen, etwa weil ein Mediaplan einen bestimmten Tausenderpreis voraussetzt, gibst du genau diese Kontrolle ab. Das System ist darauf ausgelegt, dein Budget auszugeben. Deshalb ist der tatsächliche CPM nicht mehr durch dich begrenzt.
Unser Tipp: Stell eine bewährte Kampagne nicht einfach um. Teste die automatische Variante zuerst in einer neuen Kampagne oder in einem klar abgegrenzten Zeitraum. Vergleiche danach nicht nur die Reichweite, sondern auch den tatsächlichen CPM, die Impressionen und die durchschnittliche Kontaktfrequenz pro Person.
Quelle:
Search Engine Land: Google Ads tests automated bidding for Video Reach campaigns (12.10.2026)
In allen drei Fällen übernimmt ein System eine Aufgabe, die bisher bei dir lag: den Weg zu den CRM-Daten, das Zusammensetzen der Anzeigen oder das Bieten. Deine Arbeit verlagert sich damit vom Einstellen zum Überprüfen.
Das heißt konkret: Rechte und Datenflüsse klären, bevor eine KI ans CRM darf, Creatives im kontrollierten Test vergleichen und bei automatischen Geboten CPM und Kontaktfrequenz auswerten.
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