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Linkedin Guide for Business (Teil 5): Employer Branding

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Erschienen in Mai II 2023 | LinkedIn
Level: Beginner

Hast du Schwierigkeiten, neue Mitarbeiter:innen zu rekrutieren? Dann solltest du dir vielleicht Gedanken um dein Employer Branding machen. Employer Branding ist ein wirksamer Hebel, um an qualifizierte Bewerbungen zu kommen. Wir stellen dir heute Best Practices zum Employer Branding auf LinkedIn vor. Als Quellen dafĂŒr nutzen wir einen Leitfaden von LinkedIn und einen Artikel von Hutter Consult.

Was ist Employer Branding?

Ziel des Employer Brandings ist es, dein Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber darzustellen. Employer Branding kann man mit dem Begriff „Arbeitgebermarke“ ins Deutsche ĂŒbersetzen, verbreiteter ist aber die Rede von der „Talentmarke“. Diese beschreibt, welches Bild Leute und vor allem Kandidatinnen und Kandidaten von dir als Arbeitgeber haben. Dieses Bild wird von verschiedenen Faktoren wie deinen Unternehmenswerten und deinem allgemeinen Image in der Wirtschaft, aber auch von deinem Auftritt in sozialen Netzwerken, auf Messen und von der privaten Kommunikation deiner Mitarbeiter:innen beeinflusst.

Warum ist es wichtig?

Auf dem Arbeitsmarkt gibt es aktuell einen Überschuss an freien Stellen und so haben Bewerber:innen meistens die Möglichkeit, sich die fĂŒr sie am ĂŒberzeugendste Stelle auszusuchen. FĂŒr dich als Unternehmen bedeutet das, dass du dich so positiv wie möglich darstellen musst, um im Zweifel zwischen all deinen Wettbewerbern hervorzustechen.

Generell kann man sagen: Der Spieß auf dem Arbeitsmarkt hat sich umgedreht. Noch vor ein paar Jahren mussten Bewerber:innen die Unternehmen beeindrucken, um an die gewĂŒnschte Stelle zu gelangen. Heute mĂŒssen Unternehmen die Bewerber:innen beeindrucken, damit sie sich fĂŒr diese als Arbeitgeber entscheiden.

Neben der attraktiven Wirkung auf (zukĂŒnftige) Bewerberinnen und Bewerber hat der Einsatz einer Employer-Branding-Strategie weitere Vorteile fĂŒr dich:

  • Du kannst deine Einstellungskosten pro Kandidat:in um bis zu 50 % senken
  • Employer Branding wirkt sich positiv auf die Bindung der bestehenden Mitarbeiter:innen aus.

Best Practices fĂŒr LinkedIn

LinkedIn ist als Netzwerk prĂ€destiniert dafĂŒr, Employer Branding zu betreiben. Ein Großteil der LinkedIn-Nutzer:innen verwenden die Plattform in einem beruflichen Kontext und sind dort fĂŒr Nachrichten, Posts und Geschichten von Unternehmen besonders empfĂ€nglich. Im Folgenden findest du verschiedene Best Practices, wie du dein Employer Branding auf LinkedIn vorantreibst.

First things first: Bleibe bei der Wahrheit
Du möchtest deine Talentmarke so positiv wie möglich darstellen, gleichzeitig sollst du dabei aber authentisch und bei der Wahrheit bleiben. Stelle in deinen Inhalten die RealitÀt dar und gib nur Versprechen, die du auch einhalten kannst

Rahmenbedingungen anpassen
Junge Leute, die heute in den Beruf einsteigen, haben andere Vorstellungen von einem „guten Job“, als es Berufseinsteiger:innen vor 25 bis 30 Jahren hatten. Damals waren vor allem ein hohes Gehalt und schnelle Aufstiegschancen wichtig. Heute sind eher flexible Arbeitszeiten und eine gute Work-Life-Balance ausschlaggebend. In einem Beitrag von Deutschland3000 fasst es die Journalistin Sara Weber recht prĂ€zise zusammen und erklĂ€rt damit auch, warum sich das Vorurteil, die junge Generation hĂ€tte keine Lust zu arbeiten, so hartnĂ€ckig hĂ€lt.

@ardmediathek Junge Menschen sind faul? ❌ Bei #Deutschland3000 erklĂ€rt Journalistin Sara Weber warum sie das anders sieht! #fyp #generationskonflikt #arbeitsfaul #zukunftssorgen #ardmediathek ♬ Originalton – ARD Mediathek


Die komplette Show findest du hier.

StabilitÀt bieten
Aufgrund der vorangegangenen Corona-Pandemie haben viele Arbeitnehmer gesehen, wie schnell Unternehmen Pleite gehen und von der BildflĂ€che verschwinden können. Auch die Inflation und die Energie-Krise befeuern diese Beobachtungen und damit die Ängste vor finanzieller Unsicherheit. Bewerber:innen wollen wissen, ob dein Unternehmen finanziell stabil und gegen EngpĂ€sse und NotfĂ€lle abgesichert ist. Du solltest Personalverantwortliche schulen, Fragen, die in diese Richtung gehen, prĂ€zise und ehrlich zu beantworten sowie Transparenz und Vertrauen zu schaffen.

FlexibilitÀt
Neben StabilitĂ€t ist auch FlexibilitĂ€t und Work-Life-Balance ein wichtiger Faktor. Arbeitnehmer:innen ist es wichtig, die Arbeit an ihr Leben anzupassen und nicht ihr Leben an den Job anzupassen. Wenn du Angebote in diese Richtung hast, seien es flexible Arbeitszeiten, Remote-Work- oder Home-Office-Möglichkeiten, Teilzeitmodelle oder Sabbaticals, solltest du diese unbedingt nach außen kommunizieren.

Überzeugendes Bildmaterial
Überlege dir gut, welche Visuals du fĂŒr dein Employer Branding einsetzt. Je nachdem, welche Werte du nach außen kommunizieren möchtest, solltest du diese in deinen Bildern rĂŒberbringen. Achte hier auch auf kleine Details: Verschiedene Farben, Formen, Personen und Situationen können verschiedene Emotionen auslösen und Sympathie hervorrufen, oder eben auch nicht.

Unternehmenswerte in die Tat umsetzen
„Actions speak louder than words”, lautet ein bekanntes Sprichwort. Dies solltest du bei deinem Employer Branding beachten, wenn es um die Werte geht, die du nach außen kommunizierst. Wenn du talentierte Mitarbeiter:innen finden möchtest, solltest du deine Werte auch durch Taten beweisen. Ansonsten könnte die Annahme entstehen, dass die ErklĂ€rungen deiner Werte nur viel heiße Luft sind.

Ein Paradebeispiel dafĂŒr lieferte letztes Jahr das Unternehmen Patagonia. Der GrĂŒnder Yvon Chouinard ĂŒbertrug das Unternehmen an eine Stiftung, die nun alle Gewinne des Unternehmens erhĂ€lt und diese fĂŒr Umweltschutz und Maßnahmen gegen den Klimawandel einsetzt.

Ein weiteres Beispiel lieferte Adidas, als sie die Kooperation mit dem Unternehmen von Kanye West beendeten, da dieser antisemitische Aussagen getĂ€tigt hat. Die Marke Adidas, die vor allem fĂŒr Fairness und Respekt einsteht, distanziert sich mit dieser Aktion deutlich von Kanye West.

Auch wenn du nicht gleich dein gesamtes Unternehmen an eine gemeinnĂŒtzige Stiftung spenden musst, solltest du dir Gedanken machen, was du als Unternehmen tun kannst, um fĂŒr deine Werte einzustehen. Hast du etwa Aktionen geplant, solltest du diese unbedingt ĂŒber LinkedIn ankĂŒndigen, erklĂ€ren und auch ein oder gleich mehrere Recaps dazu posten.

Einblicke in den Arbeitsalltag
Biete interessierten Bewerber:innen einen Einblick in den Arbeitsalltag, indem du hin und wieder Inhalte aus dem BĂŒro, von Firmenfeiern oder Workshops postest. Hierbei geht es nicht darum, die krasseste Party zu schmeißen oder die teuerste BĂŒroausstattung zu prĂ€sentieren. Vielmehr sollen die Inhalte zeigen, was Bewerber:innen wirklich bei dir erwartet, wie das Kollegium tickt und auf was ihr euch den Arbeitsalltag möglichst angenehm gestaltet. Das Wichtigste: Bleib authentisch!

Sei nicht bescheiden
Stelle StĂ€rken und Kernkompetenzen deines Unternehmens klar heraus: Wenn du etwas besonders gut kannst, einen Rekord hĂ€ltst oder eine Auszeichnung erhalten hast, musst du das nicht hinterm Berg halten. Bist du beispielsweise Vorreiter bei einer bestimmten Technik oder beherrscht dein Unternehmen modernste Prozesse, welche kaum ein anderes Unternehmen anwendet, kann das ein guter Grund fĂŒr Bewerber:innen sein, sich fĂŒr dein Unternehmen zu entscheiden

Aktuelle Geschehnisse einbeziehen
Werde kreativ! Überlege dir, wie du aktuelle Geschehnisse und Nachrichten in deinen Inhalten aufgreifen kannst. Bestimmte öffentliche Veranstaltungen, Feier- oder Aktionstage sind gute AnlĂ€sse, um unterhaltsame und bemerkenswerte BeitrĂ€ge zu produzieren. Hier ein paar Beispiele:

Die Inhalte mĂŒssen nicht immer direkt wie bei der TK oder bei Verivox zu einer Jobanzeige oder der Karriereseite fĂŒhren, es können auch schlichtweg unterhaltende Inhalte sein, die Bewerber:innen im GedĂ€chtnis bleiben. Damit schlĂ€gst du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Du spricht damit nicht nur potenzielle Bewerber:innen an, sondern auch potenzielle Kundschaft.

Entlassungen fair und transparent abwickeln
Ein Faktor, der sich bei falscher Handhabung enorm schlecht auf dein Employer Branding auswirken kann, sind Ex-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, besonders dann, wenn die Entlassung vom Unternehmen ausging und nicht freiwillig gekĂŒndigt wurde.
Es ist enorm wichtig, dass du transparent und ehrlich mit betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kommunizierst und einfĂŒhlsam bist. Versuche, ihnen so viel UnterstĂŒtzung wie möglich zu bieten und sie niemals vor den Kopf zu stoßen oder unfair zu behandeln. Eine ehrliche und offene Kommunikation ist hier das A und O. FĂŒhlen sich betroffene Kolleginnen und Kollegen schlecht oder unfair behandelt, kann das negative Bewertungen nach sich ziehen.

Tipps und RatschlÀge
Gibt potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern Tipps und RatschlĂ€ge fĂŒr ihre Bewerbung. Veröffentliche beispielsweise ein PDF darĂŒber, welche Fragen Bewerber:innen im BewerbungsgesprĂ€ch stellen sollten und poste diesen auf LinkedIn. ErklĂ€re, wie ein guter Lebenslauf aufgebaut ist oder wie man die Aufregung vor einem GesprĂ€ch reduzieren kann. Mit Inhalten zum Bewerbungsprozess stellst du dein Unternehmen zum einen als wertvolle Ressource dar, zum anderen machst du Userinnen und User auf dein Karriereangebot aufmerksam und erreichst so vielleicht auch Personen, die du sonst nicht erreicht hĂ€ttest.

Insights der GrĂŒnder:innen
CEOs, GrĂŒnder:innen oder Manager:innen haben oft aufgrund ihrer Stellung bereits eine große Reichweite auf LinkedIn. Setze die Personenprofile der Chefinnen und Chefs ein, um Employer Branding voranzutreiben. Er oder Sie kann beispielsweise Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern zu Beförderungen gratulieren, eine persönliche Meinung teilen, etwas ĂŒber die Geschichte des Unternehmens erzĂ€hlen, etc.
Dabei solltet ihr aber darauf achten, dass die Posts in einem persönlichen Stil verfasst sind (der auch konsistent eingehalten wird) und dass sich die entsprechende Person mehr als Mitarbeiter:in als als Chef:in darstellt.

Insights von Mitarbeiter:innen
Des Weiteren bietet es sich an, auserwĂ€hlte Mitarbeiter:inen in das Employer Branding mit einzubeziehen. Warum? Deren Inhalte werden nicht direkt mit dem Aufbau der Marke in Verbindung gebracht. Persönliche Postings wirken authentischer und potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten fĂ€llt es leichter, eine persönliche Bindung zu einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin aufzubauen, als zur GeschĂ€ftsfĂŒhrung oder gar zum Unternehmen an sich.

🔎 Du willst wissen, wie du eine Employer-Branding-Strategie entwickelst? LinkedIn hat dazu einen umfassenden Leitfaden veröffentlicht. Das hĂ€tten wir selbst nicht besser machen können.

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Teil 1: Die LinkedIn Unternehmensseite

Teil 2: 5 Tipps fĂŒr effektive Anzeigen au LinkedIn

Teil 3: Networking mit LinkedIn

Teil 4: Corporate Influencer:innen