“Erfolgreiches Online Marketing mit Google” – Interview mit Sebastian Günther

21.03.2009 | holl


In der Fortsetzung zur Buchkritik von letzter Woche,  hier jetzt das Interview mit Sebastian Günther, dem Buchautor von “erfolgreiches Online Marketing mit Google”

Was war deine Motivation ein Buch zu Online Marketing mit Google zu schreiben?

Die Faszination, die das Thema SEO und das Unternehmen Google in mir geweckt haben – gepaart mit ein wenig Perfektionismus und der Tatsache, dass das Thema so schnelllebig und komplex ist führten dazu, dass meine Diplomarbeit von Aufwand und Informationsgehalt her enorm umfangreich wurde.
Ursprünglich stand einfach nur die Idee, den investierten Aufwand zumindest in Teilen vergütet zu bekommen, zudem der Wunsch, mir damit eine Art Reputation/Visitenkarte zu schaffen. Irgendwann wurde es zum Selbstläufer – zum Wettlauf gegen die Zeit und den neuen Entwicklungen – den es zu gewinnen galt

Was war das Ziel deines Online Marketing Buches?

Das in der Abschlussarbeit gesammelte Wissen an einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Informationen, Entwicklungstendenzen und die – im Bereich SEO sehr komplexen Zusammenhänge so darzustellen, dass der Leser nach knapp 400 Seiten das Gefühl hat, dass SEO und Onlinemarketing kein Hexenwerk sind.

Wer ist die Zielgruppe für Dein Buch?

Jeder, den Online Marketing interessiert! Besonders natürlich diejenigen, die beruflich damit zu tun haben. Marketingverantwortliche in Unternehmen, Webdesigner, Werbeagenturen einerseits, Betreiber von kleinen Onlineshops und Blogger andererseits. Ich glaube, dass Zeit, bzw. Aufmerksamkeit  in unserer Gesellschaft einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist. Da ist es einfach wirtschaftlich, sich ein Buch herzunehmen, in dem die Entwicklungen der letzten zwei Jahre auf wenigen Seiten zusammengefasst sind, das Hintergründe aufzeigt und gleichzeitig Tipps für die praktische Arbeit gibt.

3 Dinge die man über Suchmaschinen verstehen muss?

Warum soll ich  “Erfolgreiches Online Marketing mit Google” kaufen?

Wie gesagt, weil Du unglaublich viel Informationen gut strukturiert und praxisorientiert aufbereitet bekommst. Ein Beispiel: Wenn Du einem internetaffinen – aber im Bereich SEO nicht sehr belesenen Menschen drei einschlägige Blogartikel zu Thema zeigst (oder auch – sagen wir mal – alle Artikel,die in zwei Tagen in meinem Feedreader landen) wird ihm der Kopf glühen.
Nach der Lektüre des Onlinemarketing-Buches kennt er die Zusammenhänge – kann Infos einordnen und Bedeutungen einschätzen. Mehr noch, er kann anhand des Praxisteils sofort loslegen, seinen Blog optimieren oder neue Nischen finden. Das ist doch praktisch, oder?

Welche Auswirkung hat Universal Search auf SEO?

…das es mal wieder ein Stück komplizierter wird.

Ganz früher gab es nur organische Suchergebnisse. Ich kann mich noch dunkel daran erinnern, als dann das erste mal AdWords-Anzeigen auftauchten. Und mittlerweile gibt es dank Universal Search nicht nur diese Bereiche, sondern zusätzlich auch Suchergebnisse via Maps, YouTube, Bildersuche und einigen anderen mehr.

Grundsätzlich kann man sagen, dass organische Ergebnisse nun weniger Klicks erhalten, weshalb unter Umständen eine Optimierung für die anderen Indizes lohnt und nötig ist. Der Traffic für die weiter unten positionierten organischen Ergebnisse bricht dabei im Vergleich noch stärker ein, da die Nutzer (mehr) scrollen müssen, um diesen zu sehen.
Im zweiten Schritt musst Du Dir deshalb mehr Gedanken über die Erwartungshaltung der Nutzer machen, sonst kann es Dir passieren, dass Du mit riesigen Aufwand Deine Keywords in den jeweiligen Index puschst aber Keiner drauf klickt. Banales Beispiel: Wenn ich „Cebit Hannover” eingebe, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich gering, dass ich den Maps-Index nutzen werde. Wenn ich nach „Bäcker Friedrichshain” suche, möchte ich vermutlich keine News und auch kein Tagebuch ala „Ich bin Bäcker aus Leidenschaft”.
Die bunten Bildchen ziehen auch Aufmerksamkeit, die Ergebnisse der klassischen Eyetracking-Untersuchungen verlieren teilweise ihre Relevanz, weil sich die Nutzer anders verhalten und das Controlling wird schwieriger.

Drei Fehler, die man bei SEO vermeiden sollte?

Denken, man hätte es nicht nötig! Wenn man anfängt, würde ich spontan vor diesen drei „Nogoes” warnen:

Die besten Tools für SEO

Deine Fragen zu den SEO-Tools fasse ich einfach mal alle zusammen. Im Buch widme ich dem Thema „SEO in der Praxis” ja ein ganzes Kapitel – und Links und Empfehlungen für Werkzeuge gibt’s da zu Hauf. Eine besondere Empfehlung sind sicher die

Vor allem im Bereich Backlinkanalyse zeigen sich die Suchmaschinen immer weniger auskunftsfreudig. Hier kommt man mittlerweile um Dienste die eigene Datenquellen nutzen, und meist kostenpflichtig sind, kaum mehr herum. Aber egal welche Werkzeuge genutzt werden, die Daten sind nur Daten und am Ende kommst Du nicht drum herum, eigene Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.

5 Punkte, an denen man erkannt das eine Seite nicht optimiert ist?

Gibt es eine Konkurrenz zu Google?

Bei klassischen Suchmaschinen in Deutschland momentan? Nein! Bei einigen anderen Google-Diensten übrigens auch keine – zumindest wenn man Kosten und Nutzen abwägt

Welche Fähigkeiten braucht ein guter SEO?

Das Buch geschrieben – was jetzt?

Mich von Schreiben des Stichwortverzeichnisses und Quellen formatieren und sortieren erholen, meine Musiksammlung sortieren *g*, Freunde besuchen, Entspannen und Marketing fürs Buch machen.
SEO werden, steht auch auf den Plan. Am liebsten in einem kleinen spezialisierten Team, vielleicht auch selbständig. Consulting macht mir Spaß. Die endgültige Entscheidung steht noch aus.

Die Top 5 SEO Buzz Words

Laut Bloofusion erfüllen gerade 12, 2% die Minimalkriterien um optimal im Internet gefunden zu werden. Ist das ein guter Wert?

Klar, für SEO-Dienstleister schon.
Jedoch man muss vielleicht dazu sagen, dass die Studie von 2005 ist und sich in den letzten drei/vier Jahren in diesem Bereich einiges getan. Aber nehmen wir mal ganz optimistisch an, dass eine durchschnittliche Webseite eines KMU so aller drei bis vier Jahre einen Relaunch erfährt und dass die gleiche Studie, heute durchgeführt, feststellen würde, dass mittlerweile vier mal so viele Webseiten die Minimalkriterien erfühlen…. Selbst bei so optimistischen Annahmen wird klar, wie viel Potential Unternehmen noch verschenken.

Es ist ziemlich traurig, wenn im Erstgespräch klar wird, dass ein Unternehmen vor weniger als einem Jahr mittlere vierstellige Beträge für eine neue Webseite ausgegeben hat und danach in Google nicht (mehr) gefunden wird. Da wurde das Ziel ganz klar verfehlt – da kann im Vertrag „technisches SEO” stehen, so oft es will.

Was bedeutet das für die Agenturen und Dienstleister?

Siehe oben – einerseits noch sehr viel Potential, andererseits hat sich langsam herumgesprochen das es da einen Markt gibt. Um so größer ein Markt, um so mehr Leute versuchen ein Krümel zu erhaschen. Ich glaube, der Markt ist noch längst nicht erwachsen, auch wenn die große Goldgräberstimmung vorbei ist. Letztendlich muss die Arbeit der Werbe-/Web- oder SEO-Agenturen Früchte tragen. Leere Versprechen fliegen irgendwann immer auf.

Wie soll man eigentlich Suchmaschinenoptimierung am besten abrechnen?

Performance Basiert, Tagessatz, nach Positionen?
Bei SEO-Consulting würde ich sagen, dass man den Wert – wie bei anderen Beratungsdienstleitungen auch – am besten „wertorientiert” ermitteln sollte.
Als Beispiel: Wenn ich mit einem Kunden fünf Tage an einem Problem sitze, er daraufhin statt 20 großen Anlagensystem im nächsten Jahr 30 installiert und – sagen wir – seinen Jahresumsatz um 6 Mio. € steigert, steht ein klassischer Tagessatz – egal welcher Höhe – in keiner Relation dazu. Letztendlich lief die Beratung zwar nur fünf Tage aber Expertise und Erfahrung des Beratenden waren der entscheidende Hebel.
Allerdings ergeben sich daraus zwei Probleme: Zum einen ist es oft schwer, diesen Ansatz zu vermitteln, da bei Beratung oft Tagessätze Standard sind. Zum anderen lässt sich der Erfolg bestimmter Maßnahmen, wie auch in diesem Beispiel, oft nicht an einer konkreten Maßnahme festmachen – nicht alles läuft über Cookies, Onlineshops und messbare Conversions.
Bei einer längerfristigen Betreuung von Onlineshops ist sicherlich Performance keine schlechte Wahl. Position als einziger Leistungsindikator macht inmho nur bei längerfristigen Verträgen, hohen Budgets und dann Sinn, wenn Conversions nicht exakt gemessen werden können. Und hier spreche ich nicht von einer Zielvorgabe auf eine bestimmte Position – im Interesse von Kunde und Dienstleister nicht, da das ganze Thema dafür einfach zu undurchsichtig ist. Eine Möglichkeit wäre eine Ziel-Formulierung wie „im Bereich der/des Mitbewerbers XY”, oder „vor diesem”. Ähnlich attraktiv sind auch Beteiligungsmodelle.
Grundsätzlich halte Ich kurzfristige Verträge bezüglich Suchmaschinenoptimierung insgesamt für suboptimal. Entweder ich kann einen Kunden, der entsprechende Kapazitäten besitzt, in die Lage versetzten SEO allein zu stemmen oder ich muss selbst regelmäßig Zeit investieren um beispielsweise Linkpower zu pflegen. SEO und kurzfristiges passt einfach nicht zusammen – außer bei BlackHat natürlich.

Drei deutsche Webseiten die man zum Thema SEO lesen muß?

Da gibt es doch viel mehr gute und relevante Seiten. Ich sag mal diplomatisch:

Bei den Blog-Autoren sind meine Favoriten

Drei interationale Seiten, die man zum Thema SEO lesen muß?

Geheimtipps zu SEO /SEM Seiten ( abseits von SEOmoz, Sistrix etc.)

5 Fragen mit denen ich als Kunde überprüfen kann, ob eine Agentur eine guten Job mache?

Warum hast du eigentlich den gleichen Bart, die gleiche Frisur und die gleiche Brille wie Marcus Tober? Seid Ihr verwandt?

Sebastian GüntherMarcus Tober

Verwandt? *bigsmile* Maximal, wenn man es so deutet, dass Google in beruflicher Hinsicht unser beider Ziehmutter ist. Ersteres ist mir (vor)letztes Wo

chenende auf der SEOCampixx in Berlin auch aufgefallen. Warum? Keine Ahnung…vielleicht wegen der Ziehmutter? *lol* Um mal bei dem Bild zu bleiben.
Aber Danke – mit Marcus verwechselt zu werden, kann man ja durchaus als Kompliment sehen

Online Marketing Bücher - Sebastian Günther -Bewertung blog.alexanderholl.de

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5 Kommentare
  1. [...] geht es direkt zum Interview über das [...]

  2. [...] sehr ausführliches und interessantes Interview mit dem Autor Sebastian Günther findet sich auf dem Blog von Alexander [...]

  3. Marketing Blog - 14 April 2009 um 09:18 Uhr

    [...] · Interview mit Sebastian Günther, dem Autor von Online Marketing mit Google – http://blog.alexanderholl.de/2009/03/erfolgreiches-online-marketing-mit-google-interview-mit-sebasti... [...]

  4. Rainer - 14 April 2009 um 16:47 Uhr

    Vielen Dank für das interessante Interview und den Hinweis auf das Buch. Sehr gut geführt und geschrieben. Ein scheinbar sehr betagter SEO und SEM der Herr Günther, der mir bisher weniger etwas sagte. Besonders interessant fand ich natürlich aktuell die Frage und Antwort zum Thema Universal Search was uns Agenturen ja die Zukunft schon sehr beeinflussen wird.

  5. [...] Erfolgreiches Online Marketing mit Google – Buchvorstellung Sebastian Günther [...]


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