Google manipuliert Suchergebnisse
28.01.2010 | Alexander Holl
Aktuell gab es eine Anfrage der Ibusiness Stellung zum Vorwurf der Verleger zu beziehen, wonach Google die Suchergebnislisten zugunsten eigener Produkte, Kooperations- und Geschäftspartner manipuliert. Da außer einem Zitat sicher nicht mehr enthalten ist hier mal meine ausführlicheren Gedanken zum Thema: manipuliert Google Suchergebnisse
Manipuliert Google Suchergebnisse – Ein paar Gedanken
Vorweg, ja Google manipuliert die Suchergebnisse zugunsten eigener Produkte, nein ich sehe keine Anhaltspunkte das Google in seine Algorithmus eingreift um Kooperations- und Geschäftspartner zu bevorteilen. Zuerst einmal vielleicht ein paar Fakten, um ein besseres Verständnis für die Vorwürfe der Verleger zu bekommen.
Google in den Schlagzeilen
Seit geraumer Zeit muß man feststellen, dass Google und insbesondere Angriffe gegen Google vermehrt auftreten. Themen sind meistens Google und Datenschutz, Google und Urheberrechte und Google im Zusammenhang mit einer marktbeherschenden Stellung. Folgend mal ein paar Publikationen aus den letzten Wochen und Monaten:
- Kartellamt prüft Ciao Beschwerde gegen Google
- Google Leser meiden Originalquellen
- Verleger attackieren Google im Manager Magazin vom 16.01.2010
- Wer druckt muss blechen
- Bundesjustizministerin wirft Google Gigantonomie vor im Spiegel vom 09.01.2010
- Sie schimpfen auf Google und meinen das Netz im Spiegel vom Juli 2009
- Sarkozy droht Webfirmen mit Google Steuer – FTD vom 08.01.2010
- Eric Schmidt von Google und die Arroganz der Computer – auf czyslansky.net
Deutsche Zeitungs- und Zeitschriftenverlage in der Not
- Im vierten Quartal 2009 haben die deutschen Zeitungsverlage 24,7 Millionen Tages-, Wochen- und Sonntagszeitungen pro Erscheinungstag verkauft. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal bedeutet dies einen Rückgang um -2,56 Prozent – Quelle
- Die Umfänge bezahlter Anzeigen in lokalen und regionalen Abonnementzeitungen haben von Januar bis September 2009 im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 13 Prozent abgenommen – Quelle
- Laut der heute in Berlin vom VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger veröffentlichten Analyse hat sich das Volumen der Anzeigenseiten in Publikumszeitschriften im vergangenen Jahr um 16,4 Prozent gegenüber 2008 reduziert.
Warum sollte Google manipulieren?
Aber nach diesen einleitenden Fakten und zu einem möglichen Hintergrund der derzeitigen Hysterie um Google, die nicht zufällig erscheint – stellt sich zu allererst die Frage was die Motivation für Google wäre um gezielt und verdeckt die Resultate in den Suchergebnisslisten zu verändern, mit dem Ziel die Nutzer (nicht die Verlage oder Inhaltsportale) so zu manipulieren, das es zu Ihrem Nachteil ist.
Manipulation von Suchergebnissen ist Geschäftsmodell von Suchmaschinen
Das Google Suchergebnisse manipuliert liegt im Geschäftsmodell der Suchmaschinen. Der Algorithmus einer Suchmaschinen muss die Grundgesamtheit an möglichen Ergebnissen zu einer Suchanfrage so „manipulieren“,das der Nutzer das relevanteste Resultat an erster Stelle erhält. Dies soll aber zum Vorteil des Nutzers und nicht zum Nachteil des Nutzers geschehen.
Manipulation im oben gemeinten Sinne würde hier heißen das Nutzer Suchergebnisse präsentiert bekommen, die Google zum Beispiel höhere Werbeerlöse erzielen lässt bei einer unnötig schlechteren Relevanz.
Wenn, so kommt die Manipulation sicher von der Seite der Unternehmen, bzw. Webseiten die mit Unterstützung von Suchmaschinenoptimierern versuchen Ihre eigene Seite in den Suchergebnislisten besser zu positionieren. Ist es im Sinne der Nutzer ist der eine Weg der Suchmaschinenoptimierung einfach die Seite besser zu machen, im manipulativen Sinne würde es bedeuten, die Website auf Positionen zu hieven, die Sie aufgrund Ihrer Relevanz nicht verdient hat.
Google ist ein Unternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht
Google ist eine Suchmaschine und ein Anbieter von Software und Informationsarchitektur mit dem Ziel langfristig seinen Gewinn (über Werbeerlöse) zu maximieren. Das hört sich für mich nach Marktwirtschaft an.
Im Mittelpunkt steht der Nutzer
Den Satz Don’t be evil von Google glaube ich persönlich auch nicht - aber eines hat Google sicherlich von Anfang an verinnerlicht „Focus on the user and all else will follow.“ Dieser Satz ist elementarer Teil der Google Philosophie. Im Bereich der Suchmaschine heißt das möglichst relevante Ergebnisse zu liefern, im Bereich der Werbung heißt das möglichst relevante Werbung auszuliefern, im Bereich der anderen Produkte heißt das für den Nutzer relevante, also hilfreiche Angebote zu launchen.
Im Gegensatz zu anderen Inhalten im Netz die zum Beispiel über sinnentleerte Bildergalerien Nutzer zu Klickvieh machen stellt Google seine Nutzer mit teilweise beneidenswert guten Produkten in den Mittelpunkt. Ist Google deswegen ein „philanthropisches“ Unternehmen das nicht monetär erfolgreich sein will sondern nur Nutzer glücklich machen möchte – sicher nicht. Den Nutzer in dieser Konsequenz in den Mittelpunkt zu stellen, bedeutet nur sich langfristig die Loyalität der Nutzer zu sichern und damit dauerhaft erfolgreich zu sein
Google – marktbeherrschende Stellung
Sicher – Google hat in Deutschland wie auch in vielen anderen Ländern der Welt eine marktbeherrschende Stellung, Google sammelt umfangreich Daten, Google ist in zahllosen Bereichen aktiv und Google ist nicht immer transparent in der Kommunikation.
Daraus aber zu folgen Google soll sein Algorithmus offenlegen oder Google soll für die Nutzer, die es über die Suchmaschine zu Internetauftritten führt, Lizenzgebühren zahlen klingt für mich schlicht absurd. Nur weil ein großer Teil der Weltbevölkerung dunkle Brause trinkt kommt hier keiner auf die Idee die Offenlegung des Rezeptes von Coca Cola zu verlangen oder vom Kioskbesitzer eine Lizenzgebühr für den Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften zu verlangen.
Bei Carta gibt es ein hervorragenden Artikel zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine, Mario Fischer hatte schon im Oktober einen ähnlichen Beitrag zu diesem Thema – Manipuliert Google Suchergebnisse?
In diesem Sinn
Stellt die Nutzer in den Mittelpunkt nicht Juristen und Politiker
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Interessanter Artikel, erinnert mich an diesen vom 15.10.2009: http://www.website-boosting.de/blog/2009-10-15/manipuliert-google-suchergebnisse.html
Ich glaube aber nicht, dass Google wirklich manipuliert, dies würde dem Image ziemlich schaden.
Grüße aus Köln!
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Alexander Holl - 29 Januar 2010 um 08:45 Uhr
Hallo Silke,danke für den Hinweis auf Marios Artikel – tatsächlich hatte ich den nicht bei meinen Recherchen gefunden- Beweist aber einfach das Mario obwohl älter als ich einfach schneller ist
Ich werde Marios Artikel oben aufnehmen, damit er auch den verdienten Backlink bekommt. Beste Grüße Alexander -
Hallo Alexander, ich hatte gleichzeitig in Xing eine Diskussion zu meinem Blogartikel losgetreten. Der ist in den letzten Tagen wieder extrem aufgeflammt und es wird heiß und leider wie so oft auch unter Abwesenheit sämtlichen Sachverstands disktutiert

Einen Link kann ich nicht angeben, weil man in Xing eingeloggt sein muss. Man findet den Thread in der Gruppe “Internet Marketing” und dort im Forum “Suchmaschinen-Marketing”. Aus Seite 2 blättern und dort sticht er dann schon mit über 15.000 Lesern
raus. Titel ist “Manipuliert Google die Suchergebnisse”. Ich empfehle Popcorn beim Lesen!
Gruß,
Mario -
SEO und Wissenschaft | Performance Marketing & Online Marketing Blog - 02 Februar 2010 um 17:13 Uhr
[...] Manipuliert Google Suchergebnisse? – im neuen 121WATT Online Marketing Blog [...]
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SEO und Wissenschaft | 121WATT-Blog - 16 Juni 2010 um 10:43 Uhr
[...] Manipuliert Google Suchergebnisse? – im neuen 121WATT Online Marketing Blog [...]
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Silke - 28 Januar 2010 um 23:01 Uhr